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Bei Psoriasis ist der Lebenszyklus einer Hautzelle auf 5 Tage verkürzt. Ursachen und Therapie der Schuppenflechte. Die Schuppenflechte, oder Psoriasis, ist eine Verhornungsstörung der Haut und der Nägel. Meistens verläuft die Krankheit chronisch. Es entwickeln sich typische Hornhautherde, die sich auch entzünden. Normalerweise braucht die Entwicklung einer Hautzelle von der Reifung bis zu ihrem Tod 28 Tage. Dann werden sie durch normale Bewegungen des Menschen oder durch Reibung an der Kleidung abgetragen. Bei der Psoriasis dauert der Lebenszyklus einer Hautzelle nur 5 Tage. Die Hornhautvermehrung und die daraus resultierende Schuppung entsteht durch genetische Veranlagung. Die Zellvermehrung ist genetisch fehlgesteuerte. Die Wachstumsrate der Hautzellen (Keratinozyten) ist bis zu zehnfach beschleunigt. Psoriasis ist nicht ansteckend. An den Ellenbogen und den Knien, aber auch am behaarten Kopf und in der Steißbeinregion entwickeln sich linsengroße bis handtellergroße, scharf begrenzte und gerötete Bezirke. Sie sind bedeckt von einer dicken, festhaftenden und in Schichten übereinanderliegenden, silber-weißlichen Schuppung. Wenn die Psoriasis in Hautfalten vorkommt, so fehlen die Schuppen und die entzündliche Rötung überwiegt. Beim Abkratzen von schuppigen Arealen, kommt es zum Kerzen-Phänomen. Die Schuppen fallen plättchenförmig ab, als würde man an einer Kerze schaben. Die schuppigen Areale schmerzen nicht, ebensowenig jucken sie. Juckreiz tritt nur auf, wenn die Analfalte betroffen ist oder wenn die Herde gereizt werden. Die Psoriasis geographica bildet große Areale. Die schuppigen Herde können klein und über große Flächen verteilt sein. Sie können aber auch zu großen Arealen zusammenfließen (Psoriasis geographica) oder schlimmstenfalls den ganzen Körper bedecken. Auch der Nagel kann betroffen sein. Ist der Nagel betroffen, finden sich 1-2 mm tiefe Grübchen in den Nägeln. Wird das Nagelbett befallen, kommt es zum sog. ölfleck (Gelbfärbung des Nagels). Bei der schwersten Form der Nagel-Psoriasis zerfällt die gesamte Nagelplatte. Psoriasis inversa befällt Handflächen und Fußsohlen. Bei der Psoriasis inversa, die untypisch vorkommt, können auch Handflächen, Fußsohlen oder Gelenkbeugen betroffen sein. Es gibt auch eine pustulöse Form der Psoriasis. Während der Schübe der Psoriasis kann es auch zur Ausbildung einer pustulösen Form kommen. Dabei entstehen viele, in Gruppen angeordnete, weiße und berührungsempfindliche Pusteln. Dieser Typ kann entweder den gesamten Körper betreffen (Typ Zumbusch) oder sich auf die Hände und Füße beschränken (Typ Barber). Schübe

Schübe können Monate oder sogar Jahre andauern. Psoriasis verläuft in Schüben. Dabei unterliegt sie einem stetigen Wandel. Das betrifft die Form, die Dauer und die Ausprägung der Schübe. Die einzelnen Schübe der Psoriasis können Wochen, Monate aber auch Jahre dauern. Es ist auch ein Zusammenhang zwischen den Schüben und den Jahreszeiten beobachtet worden. Während fast 90 Prozent der der Betroffenen im Sommer eine teilweise Verbesserung oder sogar eine zeitweilige Abheilung der Krankheit erfahren, kommt es im Winter zu Rückfällen. Die enge Verknüpfung der Besserung mit der warmen Jahreszeit mag mit dem Sonnenlicht und den Badegewohnheiten (vor allem im Salzwasser) zusammenhängen. Auch hormonelle Einflüsse, wie die Schwangerschaft können einen positiven Effekt auf den Verlauf der Schuppenflechte haben. Die Faktoren, die einen Schub auslösen können, sind individuell sehr unterschiedlich. Viele Faktoren können einen Schub auslösen. Die auslösenden Faktoren sind aber individuell sehr unterschiedlich. Deshalb ist es wichtig, daß Betroffene die für sie entscheidenden Faktoren kennen, um einem erneuten Schub vorzubeugen. Nachfolgend finden sie eine Auflistung von auslösenden Faktoren:

Mechanische Reizung durch Druck, Reibung oder Verletzungen. Intensive Bestrahlung mit Infrarot- Röntgen- oder Sonnenstrahlen. Klimatische Einflüsse Erkrankungen durch Bakterien oder Pilze. übermäßiger Streß, seelische Belastungen. Schwangerschaft. Alkohol. Innere Erkrankungen. Infektionen, z. B. Grippe. übergewicht. Falsche Ernährung. Verschiedene Medikamente Psychische Faktoren spielen eine große Rolle. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen sind sich bewußt sind, warum sie neue Schübe bekommen. Dennoch treten auch dann immer wieder Schübe auf. Vermutlich liegt das an der komplexen psychischen Komponente von Psoriasis, die bei einer Therapie berücksichtigt werden muß. Gelenkbefall Bei einem Teil der Betroffenen sind die Gelenke beteiligt. Psoriasis und Gelenkerkrankungen. Bei ungefähr 5 bis 7 Prozent aller Psoriasiserkrankungen kommt es nach den ersten Hauterscheinungen zum Mitbefall der Gelenke. Diese Erscheinungsform nennt sich Arthritis psoriatica oder Psoriasis arthropathica. In den meisten Fällen sind die Gelenke der Extremitäten, vor allem der Hände und der Füße betroffen. Meistens sind sowohl die rechte, wie die linke Seite betroffen. Die Gelenke entzünden sich, schmerzen und die Haut über ihnen ist gerötet. Der Gelenkbefall zeichnet sich durch lange Schübe aus. Auch diese Form der Schuppenflechte läuft schubweise ab. Ein ein Schub kann unter Umständen Monate bis Jahre andauern. Die Spätfolgen sind eine chronische Zerstörung der betroffenen Gelenke bis hin zu Polyarthritis. Näheres zur Arthritis psoriatica siehe hier. Die Wirbelsäule kann versteifen. In sehr seltenen Fällen ist die Wirbelsäule von der Schuppenflechte betroffen. Bei dieser Form der Psoriasis kommt es zu einer langsamen Versteifung der Wirbelsäule. Häufigkeit

Psoriasis ist nicht ansteckend. Die Veranlagung wird vererbt. Mit einer Erkrankungsrate von 2 bis 5 Prozent in Europa zählt die Schuppenflechte zu den häufigsten Hautkrankheiten überhaupt. Dabei sind Frauen und Männer etwa zu gleichen Teilen betroffen. Die Bereitschaft eines Menschen, Psoriasis zu entwickeln wird vererbt. Es existieren bestimmte genetische Muster, die an die Erkrankung und sogar an bestimmte Formen der Psoriasis gekoppelt sind. Das bedeutet, daß es Familien gibt, in denen nicht nur die Veranlagung für eine Schuppenflechte besteht. Die Familienmitglieder entwickeln sogar die gleiche Erscheinungsform. Erste Auslöser sind sehr unterschiedlich. Welche Faktoren endgültig zu den Symptomen führen, ist nicht endgültig geklärt. Die Mehrzahl der Betroffenen haben ihren ersten Schub nach einer örtlichen Hautschädigung, z. B. nach einer chemischen Reizung oder einer Verletzung. Zu den weiteren auslösenden Faktoren gehören auch Infektionen, das abrupte Absetzen einer Cortison-Behandlung, Alkoholismus, Schwangerschaft, Entbindung oder Streß. Eine Million Menschen in Deutschland sind betroffen. Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, die seit der Ersterscheinung meist lebenslang andauert. Die Erkrankung kommt weltweit vor. Außer Eskimos, Indianern und afrikanische Schwarze erkranken alle Rassen. In Deutschland sind etwa 2 Million Menschen von der Schuppenflechte betroffen. Von diesen Betroffenen haben ungefähr 95 Prozent die gewöhnliche Form der Schuppenflechte, die Psoriasis vulgaris. Die meisten bekommen ihren ersten Schub in der Pubertät oder im jungen Erwachsenenalter.Nur bei der Psoriasis arthropathica kommt es zu Erstsymptomen am häufigsten im Alter zwischen 35 und 60 Jahren. Therapie

Als erstes müssen die Schuppen entfernt werden. Am Anfang jedes Therapiezyklus der Psoriasis steht die Entfernung der Schuppen, sobald sich eine schuppige Schicht ausgebildet hat. Neben dem sicherlich wichtigen kosmetischen Effekt schafft sie die Grundlage für weitere Therapieschritte. Die Schuppenablösung (Karatolyse) geschieht örtlich mit Harnstoffsalben oder Salicylsäure in Vaselineform. Diese Behandlung wird kombiniert mit Sole- oder ölbädern. Für Herde am Kopf eignen sich Salicylölhauben, die man nachts unter einer Duschhaube einwirken läßt und morgens durch Kopfwäsche entfernt. Für großflächigen Befall eignen sich Schmierseifenbäder. Danach muß die Schuppung vermindert werden. In einem weiteren therapeutischen Schritt gilt es, die Schuppung zu drosseln. Das geschieht z. B. mit Dithranol. Dieser Wirkstoff verfärbt jedoch die Haut und die Wäsche. Deshalb wird er, obwohl wirksam, häufig nicht angewandt und durch andere Wirkstoffe ersetzt. Ein weiterer Schritt ist es, eine Entzündung zu vermeiden. In diesen Zusammenhang hat sich, sowohl örtlich als auch systhemisch angewandt, Cortison bewährt. Auch Vitamin-D Abkömmlinge wie Calcipotriol und Tacalcitol sowie Retinoide zeigen gute Wirkung. Sie normalisieren die Reifung der Hautzellen. In seltenen und sehr schweren Fällen kann auch eine Chemotherapie in Frage kommen, z. B. mit Methotrexat, das hemmend auf die Zellteilungsprozesse wirkt. Gezielte Photochemotherapie hat sich als wirksam erwiesen. Aufgrund der guten Erfahrungen, die Sonneneinstrahlung auf den Verlauf der Psoriasis besitzt, hat man eine Photochemotherapie entwickelt. Die Therapie besteht in der Verabreichung von hautsensibilisierenden Mitteln (wie z.B. 8-Methoxypsoralen) und anschließender Ganzkörperbestrahlung mit UV(-A)-Licht. Diese Behandlungsmethode hat den Vorteil, daß die Salbentherapie wegfällt. Erfahrungen zeigen, daß eine 3 bis 4 malige wöchentliche Anwendung bei einem erneutem Schub zu einem guten Erfolg führt. Trotz Abheilung kann die Psoriasis immer wieder auftreten. Alle heutigen Therapiemöglichkeiten erlauben eine Verbesserung des Hautzustandes und in den meisten Fällen eine Abheilung. Sie können jedoch nicht verhindern, daß die Erkrankung wiederkehrt, da die genetische Veranlagung bestehen bleibt. Reinigung und Pflege

Eine regelmäßige Reinigung und Pflege mit Produkten, die speziell auf die Bedürfnisse der Haut bei Psoriasis abgestimmt sind, kann die Psoriasis langfrist verbessern bzw. die Auslösefaktoren für die Schübe reduzieren. Psyche Von Psoriasis leiden häufig an Depressionen und psychischen Störungen. Objektbeziehungen bei Patienten mit endogenem Ekzem und Psoriasis. Die Schuppenflechte ist eine gutartige Erkrankung der Haut, die nur gelegentlich Gelenke befällt. Durch ihren chronischen Verlauf und die kosmetisch entstellende Wirkung ist sie für die Betroffenen jedoch sehr belastend. Das führt nicht selten zu depressiven Verstimmungen oder gravierenden psychischen Störungen. Häufig flüchten sich Betroffene auch in Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Schlimmstenfalls kann Psoriasis auch Selbstmordgedanken hervorrufen. Ein aufmerksames und sensibles Umfeld für die Betroffenen sehr wichtig. Der Teufelskreis sozialer Isolation ist typisch für die Betroffenen. Chronisch andauernde Schuppenflechte kann zu psychosozialen Problemen führen. Die Herde verursachen häufig Juckreiz. Ein sich kratzender Mensch hat häufig eine unangenehme Wirkung auf seine Umgebung. Diese Abweisung erfahren Psoriasis-Kranke sehr oft. Das löst einer Sehnsucht nach Nähe und körperlichem Angenommensein aus. Gerade das aber erhalten viele Betroffene über eine lange Zeit nicht. Das führt dazu, daß sie sich ihrer Umgebung verweigern. Wer sich seiner Umgebung verweigert, wird von ihr erst recht gemieden. So entsteht ein gefährlicher Teufelskreis sozialer Isolation. Probleme mit Nähe und Distanz sind ein Charakteristikum der Psoriasis. Gleichzeitig steigt auch die Angst der Betroffenen vor Enttäuschungen. Was geschieht, wenn er sich normal verhalten würde? Würden ihn die Menschen auch dann ablehnen? Diese ambivalente Haltung führt oft zum gegenteiligen Effekt. Betroffene bekommen neue, heftige Schübe, wenn sie einem Problem gegenüberstehen und sich einer Konfliktsituation stellen müssen. Auch die Angst, einen Menschen trotz der sichtbaren Erkrankung an sich heranzulassen, kann neue Schübe auslösen. - Der Schuppen-Panzer schützt mich vor den anderen. - ist eine häufig geäußerte Meinung. Diese Beziehung von Nähe und Distanz ist ein Charakteristikum den Betroffenen der Schuppenflechte. Sie ist sozusagen ein Bestandteil der Krankheit und stellt ein ernstes Problem bei der Behandlung dar. Auch nach der Abheilung bleiben oft psychische Probleme. Diese psychischen Komponenten der Krankheit bleiben oft auch noch bestehen, wenn die Schuppenflechte abgeheilt ist. Sie müssen unbedingt fachgerecht behandelt werden. Eine begleitende psychische Behandlung sollte als integraler Bestandteil einer effektiven Therapie bei Psoriasis angesehen werden.

Ernährung

Fischöl kann die Nebenwirkungen einiger Medikamente verringern. Erstaunlich wenige Eskimos leiden unter der Schuppenflechte. Diese Tatsache wurde auf ihrer auf Fischprodukte beschränkte Ernährung zurückgeführte. Viele wissenschaftliche Studien haben gezeigt, daß Fischöl allein nicht zu einer nennenswerten Linderung der Symptome bei der Psoriasis führt. Allerdings hat man herausgefunden, daß Fischöl die Nebenwirkungen von Psoriasis-Präparaten herabsetzen kann. So stellte sich heraus, daß die in der Psoriasis-Therapie verwendeten Retinoide zur Erhöhung des Cholesterins führen. Cholesterin unterstützt die Entwicklung der Arteriosklerose und damit das Risiko einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Die Einnahme von Fischöl jedoch kann die Blutfettwerte in diesem Zusammenhang verbessern. Eine gesunde und vielseitige Ernährung sollte im Vordergrund stehen. Die ebenfalls in der Psoriasis-Therapie eingesetzten Cyclosporine wirken bei längerer Einnahme schädigend auf die Niere. Fischöl kann auch hier die Nebenwirkung der Präparate deutlich abschwächen und so ihren Einsatz, wenn nötig, verlängern.

Eine gesunde Ernährung, die ballaststoffreich und eiweißarm sein sollte, wirkt sich oft positiv auf die Vermeidung von Schüben aus.

 
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