Standardkategorie
Nesselsucht (Urtikaria), Angioödem, Quincke-ödem
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Nesselsucht ist eine allergische Reaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe, die durch Hautausschlag mit durchsichtigen Bläschen, Quaddeln und ödemen (Wasseransammlungen im Gewebe, grch. - oidema - bedeutet Schwellung) und starkem Juckreiz gekennzeichnet ist. Das Angioödem ist eine spezielle Form der Nesselsucht, die Lippen und die Wangen betreffend und kann beim Anschwellen der Mundschleimhaut zu lebensbedrohlicher Atemnot führen. Beim Quincke-ödem handelt es sich ebenfalls um eine Schwellung der Lippen und Wangen, die aber auf einem zu geringen Proteinspiegel im Blut beruht. Dieses Protein ist ein Glied in der komplizierten Kette der Immunabwehr. Beide Formen verlaufen ohne Juckreiz.
Krankheitsmechanismen: Die Freisetzung der Entzündungsmediatoren, das sind bestimmte überträgerstoffe, erfolgt im Rahmen einer allergischen Reaktion durch immunologische Mechanismen und nichtimmunologische Mechanismen (zum Beispiel physikalische Reize, Umgebungstemperatur, alkoholische Getränke, Fieber, Infekte, emotionelle Erregung). Diese Faktoren beeinflussen den Verlauf der Urtikaria (lat. - urtica - - die Quaddel). Der wichtigste Stoff, der die Quaddeln entstehen lässt und auch den Juckreiz verursacht, ist das Histamin. Die Symptome ähneln dem Aussehen nach Hautkontakt mit Brennesseln - das erklärt auch die Namensgebung.
Was sind immunologische Mechanismen bei der Nesselsucht? Es gibt klassische Allergiemechanismen, man weiß, wie sie ablaufen. Daher hat man sie in Gruppen aufgeteilt (Typ I, Typ II, Typ III, Typ IV). Bei der Urtikaria spielt vor allem die Typ I Allergie eine Rolle: Der Körper produziert gegen bestimmte Fremdstoffe wie Pollen, Penicillin oder Hausstaub Antikörper (IgE-Antikörper), die dann bei Kontakt oder Einnahme durch Freisetzung von Entzündungsbotenstoffen (Histamin) die Quaddeln entstehen lassen. Es können verschieden Formen der Urtikaria unterschieden werden.
Des weiteren sind die Pseudoallergien bei der Urtikaria bedeutsam. Der Mechanismus beruht darauf, dass die Entzüngszellen ebenfalls Entzündungsbotenstoffe freisetzen, dies aber nicht durch den IgE-Antikörper geschieht. Das beste Beispiel für solche Reaktionen ist das Auftreten von Quaddeln nach Einnahme von Schmerz- oder Fiebermitteln. Pseudoallergische Reaktionen spielen bei der akuten Urtikaria (Medikamente) und bei der chronischen Urtikaria (Konservierungsmittel, Farbstoffe in Nahrungsmittel) oft eine wichtige Rolle.
Auslöser können sein: Nahrungsmittelfarbstoffe Azofarbstoffe (Chinolingelb, Gelborange, Azorubin, Tartrazin) Konservierungsstoffe Antioxydantien Geschmacksverstärker (Natriumglutamat) Medikamente: Acetylsalicylsäure und sonstige Schmerzmittel.
Diagnostik: ausführliche Blutuntersuchungen, Allergietests
Therapie: * ausführliche Ursachenforschung, um vielleicht das verursachende Präparat beziehungsweise das Allergen zu finden. * Therapie mit Anti-Histaminika, in schweren Fällen kurze Kortisontherapie
Sonderformen der Urtikaria
* Urticaria factitia (verursacht durch mechanische Scherkräfte) * Druckurtikaria (verursacht durch Druck) * Kälteurtikaria (kalte Luft/Wasser * Lichturtikaria (UV/sichtbares Licht) * Wärmeurtikaria (lokaler Wärmekontakt > 42°C) * vibratorisches Angioödem (z.B. Presslufthammer) * cholinergische Urtikaria (stecknadelgroße Quaddeln nach Anstrengung, Wärme, Aufregung) * Kontakt-Urtikaria (nach Kontakt mit Allergenen) * Urtikaria-Vaskulitis (Dies ist eine Entzündung der kleinen Gefäße, die Hautveränderungen verursachen, die wie Quaddeln aussehen).
Anzeige:
Spezielle medizinische Pflegeprodukte zur Behandlung von Hautkrankheiten finden Sie bei sanDermato.de
Milzbrand - Anthrax
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Bacillus anthracis gehört wie die Erreger des Gasbrandes (Clostridium perfingens) und des Wundstarrkrampfes (medizinisch - Tetanus - - Erreger: Clostridium tetani) zu den Erregern, die Sporen bilden können. Diese Erkrankungen sind klassische chirurgische Infektionserkrankungen. Die Sporen dieser Erreger sind relativ resistent und dienen den Bakterien dazu, sich auch unter ungünstigen Klima- und Umweltbedingungen zu verbreiten, sehr zum Verdruss von uns Menschen.
Die häufigste Form von Milzbrand ist der Hautmilzbrand. Hierbei gelangen Sporen in kleinere oberflächliche Hautverletzungen. Nach einer kurzen Inkubationszeit entsteht ein rötliches Knötchen mit einem schwarzen Zentrum, welches sich zu einer Pustel mit serös-blutiger Flüssigkeit weiterentwickelt. Bei Fortschreiten der Erkrankung können weitere Pusteln auftreten, die zu so genannten Milzbrandkarbunkel verschmelzen können. Atmet man Milzbrandsporen ein, entsteht der Lungenmilzbrand. Dies sind schwere Lungenentzündungen mit zum Teil blutigem Auswurf. Dieser Auswurf ist hoch ansteckend. Unbehandelt kommt es innerhalb weniger Tage zum Tod.
Werden die Sporen mit der Nahrung aufgenommen, so entsteht Darmmilzbrand mit blutigem Erbrechen und blutigen Stühlen. Aus allen Formen kann eine Milzbrandsepsis (Milzbrandblutvergiftung) entstehen, die mit Fieber, Schüttelfrost, Hautblutungen, Milzschwellungen und Schockzustand sehr heftig verläuft und häufig tödlich endet. Hier wird eine intensivpflichtige Behandlung des Patienten notwendig.
Die Therapie beginnt mit einer sorgfältigen Krankenerhebung und Untersuchung, mikrobiologische Untersuchungen von Sekreten und Abstrichen. Als Antibiotikum wird heute meist das Ciprofloxacin verwendet, Handelsname Ciprobay. Des weiteren werden die Patienten isoliert, um ein Weiterverbreiten der Erreger zu vermeiden.
Von der Tierkrankheit zur Biowaffe
Milzbrand ist eigentlich eine veterinärmedizinische Krankheit, das heißt es sind in erster Linie Tiere, vorwiegend Rinder, Ziegen, Schafe, die erkranken. 1849 hatte Pollender den stabförmigen Bacillus anthracis entdeckt, Robert Koch gelang dann 1876 die Vermehrung des Erregers.
Das Bakterium Das ein Millimeter breite und zwei bis vier Millimeter lange, unbegeißelte Stäbchen, dessen Enden konkav eingedellt sind, bildet mittelständige, den Zellleib auftreibende Sporen. Der Keim lässt sich ohne Probleme kultivieren. Der Bacillus anthracis verfügt über eine spezielle Eiweißkapsel (Polypeptidkapsel), die es ihm möglich macht, vielen Abwehrmechanismen der Zellen zu entgehen. Außerdem bildet der Erreger im Körper Giftstoffe (Exotoxine), die dann die Makrophagen (Fresszellen) töten, die im Organismus dafür zuständig sind, eindringende Bakterien unschädlich machen. Es kommt zu einer Schädigungen der Blutgefäße, Entzündungsreaktion und Blutungen. Diese unaufhaltsame systematische Vergiftung des Körpers ist der Grund, warum Arzneien (Antibiotika) nur noch eingeschränkt greifen, sobald die ersten Symptome auftreten.
Milzbrand - eine veterinärmedizinische Erkrankung Die Erreger werden von den Tieren mit der Nahrung aufgenommen und verursachen ein schweres Krankheitsbild, das oft den Tod zur Folge hat. Bei der Sektion fällt eine vergrößerte, dunkelrote Milz auf, daher der Name Milzbrand. Menschen, die in engem Kontakt mit Tieren arbeiten wie in der Landwirtschaft, in der Leder- und Pelzproduktion oder in der Fleischverarbeitung sind normalerweise die gefährdete Gruppe. Die Krankheit gibt es weltweit, sie ist in den Industrieländern aber selten geworden. Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis zu maximal eine Woche.
Milzbrand als biologische Waffe Gefährlich ist der Milzbranderreger vor allem deshalb, weil seine Sporen noch jahrelang nahezu überall überleben können, zum Beispiel im Straßenstaub oder auf dem Fell von Tieren. Finden sie dann einen geeigneten Nährboden, so beginnen sie zu keimen. Diese Eigenschaft hat dazu geführt, dass Militärs es schon früh versuchten, aus Anthrax eine biologische Waffe zu machen. Bereits im Ersten Weltkrieg infizierten die deutschen Truppen auf dem Balkan gezielt Tiere mit Milzbrand, stellten das Programm aber dann ein, weil der Erfolg nicht sehr groß war. Die Franzosen entwickelten dann gezielt Milzbrand-Erreger, was beim Einmarsch der Wehrmacht in Paris entdeckt wurde und deutsche Wissenschaftler entgegen dem angeblich ausdrücklichen Verbot von Hitler dazu brachte, eigene Experimente zu beginnen. Man vermutet, dass Japan während des Zweiten Weltkriegs Milzbrand-Waffen gegen China eingesetzt hat. Die Großmächte USA und Sowjetunion sollen nicht nur während des Zweiten Weltkriegs ebenfalls an Milzbrandbomben gearbeitet haben. Sicher hat das Großbritannien getan, sie haben 1942 ihren gezüchteten Bacillus anthracis auf der kleinen schottischen Insel Gruinard ausprobiert, die Insel war danach für fast 50 Jahre verseuchtes Sperrgebiet. In den 80er Jahren wurde eine britische Firma beauftragt, Gruinard zu entseuchen. Gebraucht wurden 280 Tonnen Formaldehyd, anschließend trug man die Erde auf der Oberfläche ab. Nachdem eine Schafherde Jahre lang ohne Folgen dort geweidet hatte, wurde die Insel 1990 für die öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Zur Zeit werden weitere Nationen trotz des 1972 von 143 Staaten unterzeichneten Biowaffenabkommen verdächtigt, an solchen Waffen zu experimentieren.
Therapie und Impfung bei Milzbrand
Antibiotika Bisher wird mit Penicillin oder anderen Antibiotika behandelt. Die Erfolgsquote ist sehr gut, wenn die Therapie rechtzeitig begonnen wird, das heißt bevor die ersten Symptome auftreten. Der Bundesverband der Arzneimittelhersteller gibt an, dass viele Antibiotika zur effizienten Behandlung des Milzbrandes verwendet werden können, dennoch ist das Ciprofloxacin besonders geeignet. Einmal deshalb, weil schon durch die alleinige Darreichung in Tablettenform im Blut ein wirksamer Medikamentenspiegel erreicht werden kann. Des Weiteren gehört Ciprofloxacin (wie Ciprobay von Bayer AG) zu der recht neuen Gruppe von Chinolon-Antibiotika, die die Gyrase, ein spezielles Enzym im Stoffwechsel der Bakterien hemmen. Diese Stoffklasse der Gyrasehemmer sind auch deshalb besonders effektiv, da Bakterien nur sehr schwer Resistenzen auf diese Medikamente entwickeln können.
Resistente Medikamente entstehen dadurch, dass durch das schnelle Wachsen der Bakterien (einige verdoppeln sich innerhalb von Minuten) so genannte Mutanten (veränderte Bakterien) entstehen, die die Eigenschaft haben, dass ihnen ein bestimmtes Antibiotikum nichts mehr ausmacht. Auf Penicillin haben in den letzten Jahren viele Bakterien eine solche Resistenz entwickelt. Man vermutet daher bei der Gabe von anderen Antibiotika wie den klassischen Penicillinen, den Tetrazyklinen, Docycyclinen oder Makrolidantibiotika, dass inzwischen solche Resistenzen aufgetreten sein könnten. Andere Medikamente, die zu den Gyrasehemmern gehören sind: Levofloxacin und Ofloxacin)
Impfungen In den USA gibt es bereits einen Anthrax-Impfstoff, der aber umstritten ist und der Soldaten prophylaktisch vor entsprechenden Einsätzen gespritzt wird. In Deutschland gibt es keinen zugelassenen Impfstoff. Aus den USA kommen zwar neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die den Durchbruch für eine Behandlung von Milzbrand bringen könnten. Diese beruhen auf der Entwicklung von Stoffen, die die Wirkung der Toxine hemmen sollen. Dennoch dürften Jahre vergehen, bis geeignete Impfstoffe auf dem Markt sein werden.
Das T-Zell-Lymphom
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Eine in der Bevölkerung relativ unbekannte Krankheitsgruppe T-Lymphozyten gehören zu den Abwehrzellen, die quasi mit die wichtigste Rolle im Abwehr- und Immunsystem des Körpers spielen. Sie initiieren und modulieren viele spezifische Abwehrreaktionen. Das kutane T-Zell-Lymphom ist eine bösartige Neubildung und unkontrollierte Vermehrung dieser T-Lymphozyten in der Haut, im späteren Stadium ist der ganze Körper betroffen.
Die Krankheit beginnt meist um das 50. Lebensjahr und Männer sind häufiger (2:1) betroffen als Frauen. Obwohl die Erkrankung zu den bösartigen Erkrankungen gehört, verläuft sie meistens über viele Jahre. Kennzeichnend sind Rötungen, die plaqueartig oder leicht schuppig sein können. Der Erkrankung eigen ist ein oft unerträglicher Juckreiz, dieses verleitet häufig zu falschen Diagnosen, so dass fälschlicherweise ein Ekzem diagnostiziert werden kann.
Die Therapie besteht je nach Schweregrad und Stadien in einer eher externen Therapie, das heißt Behandlung mit kortisonhaltigen Salben und UV-Bestrahlungen. Dabei wird häufig die PUVA-Therapie eingesetzt oder eine spezielle Bestrahlung des Blutes, die extrakorporale Photopherese. Bei eher stärkeren Formen wird auf Chemotherapeutika zurückgegriffen.
B-Zell-Lymphom B-Lymphozyten sind spezielle Lymphozyten, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie Antikörper gegen spezielle Stoffe wie Bakterien, Viren und Würmer bilden. Sie sind aber auch beim Entstehen von Allergien beteiligt, denn sie produzieren die Antikörper, die sich zum Beispiel gegen Pollen richten.
Die bösartige Neubildung wird als B-Zell-Lymphom bezeichnet und macht sich als Knoten in der Haut bemerkbar, meist mit einer rotblauen Farbe. Die Therapie besteht in einem chirurgischen Entfernen. Ist ein fortgeschrittenes Stadium vorhanden, so werden Chemotherapien durchgeführt.
Das Lymphödem - - Wasser in den Beinen -
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Entscheidend ist das Gleichgewicht zwischen Zufuhr und Abfluss. Von besonderer Bedeutung für diesen Flüssigkeitstransport ist das Lymphsystem, das ein paralleles Transportsystem zu den Venen ist. Die Lymphe ist die Flüssigkeit, die in den Lymphgefäßen fließt. Sie entsteht aus der Gewebsflüssigkeit und ist wasserklar. Am Ende münden die Lymphgefäße in die Venen, und die Lymphe wird wieder dem Blutkreislauf zugeführt. In den Verlauf der Lymphgefäße sind zwischen den verschiedenen Körperabschnitten Lymphknoten eingeschaltet, die mit - Kläranlagen - verglichen werden können. Das Lymphsystem kann nicht richtig arbeiten, wenn es außer Stande ist, die anfallenden Lasten (Wasser und Eiweiß) aufzunehmen und weiterzuleiten. Es bildet sich ein Lymphödem - eine Gewebeschwellung durch Zunahme von Wasser im Körpergewebe. Etwa 14 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet an den Krankheitszeichen eines primären (angeborenen) Lymphödems. Frauen sind hiervon zwölf Mal häufiger betroffen als Männer. Die Krankheitszeichen des primären Lymphödems zeigen sich bei etwa 80 Prozent der Betroffenen vor dem 35. Lebensjahr. Mit speziellen Verfahren kann der Arzt jedoch schon eine gestörte Funktion der Lymphgefäße feststellen. Am Anfang sind die Schwellungen rückläufig. Aber je länger das ödem besteht und keine Behandlung erfolgt, desto schwieriger sind die Schwellungen rückgängig zu machen, da Lymphe eine eiweißreiche Flüssigkeit ist und mit der Zeit dazu führt, dass sich die Schwellungen verhärten und auch nach Hochlagerung nicht mehr verringern. Das letzte Stadium tritt nur bei einigen Patienten ein: Bei der so genannten - Elephantiasis - erhöht sich der Umfang um das Zigfache, die Haut verhärtet sich und bildet Wucherungen. Durch eine Reihe von therapeutischen Maßnahmen gelingt es, das Ausmaß der Lymphödeme in einem für den Patienten erträglichen Maß zu halten. Gute Erfolge erzielt die Medizin heutzutage mit der - Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) - . Sie besteht aus zwei Phasen (der Entstauungs- und der Erhaltungsphase) und beruht auf vier Elementen: Hautpflege, Lymphdrainage, Kompressionsbehandlung und entstauender Bewegungstherapie. Die Lymphdrainage ist eine spezielle, schonende Form der Massage der Haut, um Lymphstauungen zu beseitigen: Man streicht mit den Fingerkuppen auf der Haut in Richtung der Lymphbahnen. Auch Kompressionsverbände oder - strümpfe regen die Durchblutung und damit den Abtransport des Wassers an.
Bau der Lymphgefäße Die Ursachen für die Lymphabflußstörungen sind meist Fehlbildungen der Lymphbahnen, diese sind nicht angelegt oder verfügen über keine Klappen, die für einen gerichteten Lymphabfluss sorgen. Hier finden Sie Informationen zum Aufbau des Lymphystems Klinische Formen des Lymphödems Man unterscheidet das primäre und das sekundäre Lymphödem. Beim primären Lymphödem sind die Lymphgefäße fehlerhaft entwickelt. Das kann bereits bei der Geburt der Fall sein, meistens aber zu einem späteren Zeitpunkt. Ein sekundäres Lymphödem entsteht durch Verletzungen, Entzündungen oder Beeinträchtigungen der Lymphknoten. Die Behandlung Man unterscheidet hierbei Basismaßnahmen von der komplexen physikalischen Entstauungstherapie. Die Vorbeugung Wie bei vielen chronischen Erkrankungen kommt der Vorbeugung eine große Bedeutung zu. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen dazu ... Die Wundrose, eine der häufigsten Komplikationen beim chronischen Lymphödem Eine gefürchtete Komplikation des Lymphödems ist das Erysipel, die Wundrose der Haut. Sie macht sich durch eine Rötung und weitere Schwellung der Haut sowie durch Fieber und Schüttelfrost bemerkbar. Verantwortlich für diesen bakteriellen Infekt sind Streptokokken. Behandelt werden diese Infektionen mit einem Antibiotikum. Klinische Bilder zum Lymphödem Lymphabflussstörungen können praktisch alle Körperteile betreffen. Hier sind die wichtigsten Körperlokalisationen aufgeführt.
Anzeige:
Spezielle medizinische Pflegeprodukte zur Behandlung von Hautkrankheiten finden Sie bei sanDermato.de
Lupus erythematodes - wenn der Körper sich selbst bekämpft
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Es wird eine Gruppe von Erkrankungen zusammengefaßt, die in den großen Formenkreis der Rheuma- oder exakter ausgedrückt, der Autoimmunerkrankungen gehört. Der Lupus erythematodes kann einerseits charakteristische Hautveränderungen verursachen, andererseits aber auch Erkrankungen innerer Organe hervorrufen.
Die Krankheitsursache ist ein verändertes Immunsystem, das den eigenen Körper bekämpft. Man spricht daher von einer Autoimmunerkrankung. Bei diesen Erkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen, wie zum Beispiel Haut, Blutzellen oder Gefäßwände. Die Folge sind Entzündungen an den betroffenen Organen und eine mögliche Funktionseinschränkung.
Etwa 90 Prozent der Patienten gehen erstmals wegen Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen - häufig an Finger-, Hand- und Kniegelenken - zum Arzt. Die Schmerzen können durch Entzündungen der Gelenke sowie der Sehnen und Muskulatur entstehen. Vor allem morgens klagen die Patienten oft über steife Gliedmaßen. Gerade in diesen Fällen wird oft zunächst an eine rheumatische Erkrankung wie eine chronische Polyarthritis gedacht.
Welche Formen des LE gibt es? Man unterscheidet zunächst zwischen zwei Formen: eine auf die Haut beschränkte und eine, die außerdem zur Erkrankung innerer Organe führt. Genauer betrachtet, werden die auf die Haut beschränkten LE -Formen in mehrere Untergruppen unterteilt:
Die häufigste Form ist der diskoider LE (DLE) und hat hauptsächlich rote Herde im Gesicht, die schmerzhaft sind. Solche Herde können lange bestehen bleiben, bevor sie abheilen. Dabei entstehen eventuell Narben oder weiße Flecke, die nicht mehr braun werden.
Eine weitere Variante trägt die Bezeichnung subakut-kutaner LE (SCLE). Hier handelt es sich um runde oder ringförmige Herde, mit einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Schuppung auf der Oberfläche. Typischerweise finden sich solche Veränderungen nicht im Gesicht, sondern verteilt über Schultergürtel, Arme, Rücken und Brust.
Tritt der LE im Unterhautfettgewebe auf, kommt es zur Bildung derber Knoten oder Platten, die manchmal schmerzhaft sein können. Dieser tiefliegende LE heißt LE profundus bzw. panniculitis.
Sind Finger und/oder Zehen betroffen, spricht man von einem Chilblain oder Frostbeulen LE, weil eine ähnlichkeit zu Frostbeulen besteht.
Der systemische LE (SLE) befällt innere Organe. Am häufigsten betroffen sind Blut, Herz (Herzbeutelentzündung), Lunge (Rippenfell- oder Lungenentzündung), Nieren (Nierenentzündung), Nervensystem (Depressionen, Konzentrationsstörungen, Sensibilitätsstörungen) und Gelenke. Die einzelnen Formen des LE können ineinander übergehen.
Welche weiteren Beschwerden verursacht ein LE? Es kann zum Auftreten von Fieber kommen, einer allgemeinen Abgeschlagenheit bis hin zum Krankheitsgefühl, Appetitlosigkeit, übelkeit, Erbrechen, Gelenkschmerzen und/oder Schwellungen, Weißwerden ( - Absterben - ) einzelner Finger, Kopfschmerzen, Sehstörungen.
Wie verläuft ein LE? Häufig kommt es zu einem schubartigen Verlauf, das heißt, es gibt Phasen mit deutlicher Krankheitsaktivität und Phasen der völligen Beschwerdefreiheit. Wie lange die jeweiligen Phasen anhalten, kann man nicht vorhersagen. Ein wichtiger Triggerfaktor ist das Sonnenlicht.
Die Behandlung richtet sich nach der Krankheitsaktivität. Eingesetzt werden äußerlich Cortisonsalben und Lichtschutzmittel (!), innerlich Antirheumatika gegen Schmerzen und Entzündungen, Cortison und Immunsuppressiva.
Anzeige:
Spezielle medizinische Pflegeprodukte zur Behandlung von Hautkrankheiten finden Sie bei sanDermato.de
Sonnenallergie - Wenn die Haut auf UV-Licht - allergisch - reagiert
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Keine klassische Allergie Der Begriff Lichtallergie/Sonnenallergie wird im allgemeinen Sprachgebrauch für eine nicht ganz klar definierte Gruppe von Hautkrankheiten verwendet, die unter Einwirkung von UV-Licht auf die Haut entstehen. Es handelt sich dabei aber nicht um eine tatsächliche Allergie gegen Sonnenlicht im immunologischen Sinn (wie zum Beispiel auf Pollen). Vielmehr sind es abnorme Reaktionen der Haut auf die Sonneneinstrahlung, die als eine Art Reiz wahrgenommen wird.
UV-Strahlung ist für unsere Haut grundsätzlich ein schädigender Faktor. Die Haut schützt sich davor, in dem sie Pigment bildet. Nun kann es aber vorkommen, dass UV-Licht selbst in minimalen Dosen schwere Hauterkrankungen verursacht. Wie der genaue Krankheitsmechanismus dabei ist, ist bis heute nicht geklärt.
Es gibt verschiedene Substanzen, die die Haut lichtsensibel machen können wie Antibiotika oder Antidepressiva. Häufig gibt es aber keine konkreten Ursachen, weshalb die Haut auf einmal so ungewöhnlich auf UV-Strahlung reagiert. Die Erkrankung zeigt naturgemäß eine jahreszeitliche Abhängigkeit und tritt zumeist mit Beginn der sonnenintensiven Jahreszeit oder bei Urlaubsaufenthalten in sonnenreichen Gegenden auf. Das Intervall zwischen Beginn der Sonnenexposition und Ausbruch des Ausschlages kann zwischen weniger als einer Stunde und einigen Tagen liegen. Charakteristisch ist ein starker Juckreiz und das Auftreten von erhabenen, roten oder bläschenartigen Läsionen in sonnenexponierten Hautarealen. Die Erkrankungen sind meistens temporär, das heißt nach einer gewissen Zeit verschwinden sie wieder. Nur ein geringer Prozentsatz bleibt extrem therapieresistent.
Anzeige:
Spezielle medizinische Pflegeprodukte zur Behandlung von Hautkrankheiten finden Sie bei sanDermato.de
Die richtige Körperpflege
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Körperpflege - weniger ist mehr
Zu heißes Wasser, zu langes Duschen, Schaumberge im Vollbad und Kopf-bis-Fuß-Waschungen mit den synthetischen Duschgels spülen auch das natürliche Hautfett ab und liefern die Haut schutzlos aus. - Es ist ratsam, sich nur so viel zu waschen, daß man nicht unangenehm riecht - , sagt Professor Dr. Hans Meffert, Hautarzt an der Universitätshautklinik (Charité) in Berlin. Als Faustregel gilt: mit Seife oder Duschgel nur Achselhöhlen, Füße und Genitalien waschen und sämtliche Reinigungsmittel gut abspülen, weil es sonst zu Hautreizungen und Allergien kommen kann. Denn zwischen Shampoo und Waschpulver besteht von der chemischen Struktur her kaum ein Unterschied. Aber wer ist schon reif für die Kochwäsche?
Gesichtspflege
Normale Haut braucht keine Creme. Die Haut reguliert sich ganz von allein. Es sei denn, trockene Raumluft, Wind, Kälte oder Sonne setzen ihr zu.
Bei fett-feuchter Haut hilft Gesichtswasser zum Reinigen. Weil die Haut ohnehin zu Pickeln und Mitessern neigt, muß mit zusätzlichem Fett sparsam umgegangen werden. Hier empfiehlt sich eine sogenannte öl-in-Wasser-Emulsion, auch als Tagescreme oder Lotion bekannt. Ist sie nach fünf Minuten gut eingezogen? Fühlt die Haut sich nach drei Stunden noch weich und glatt an, ohne zu glänzen? Dann ist es das richtige Produkt.
Wer trocken-fettarme Haut hat, muß genau das Gegenteil einsetzen: eine Wasser-in-öl-Emulsion, also wenig Wasser in viel öl, gibt der Haut das notwendige Fett. Die richtigen Produkte sind daran zu erkennen, daß die Cremes dick und glänzend sind und langsam einziehen.
Die Mischhaut will beides: Die Schweißrinne von Stirn, Nase, Kinn zum Dekolleté braucht wenig Fett, die trockenen Stellen an Wangen und Körper dagegen benötigen Nachschub an Fett.
Aus allen Pore
Für schöne und gesunde Haut läßt sich eine Menge ganz ohne teure Pflegeserien unternehmen: Frische Luft, ausreichend Schlaf, eine gesunde und möglichst vollwertige Ernährung und mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag (Wasser, Tees, Säfte) sind die Grundvoraussetzungen dafür.
Regelmäßige Saunabesuche sind eine entspannende und wirkungsvolle Ergänzung. Denn Sauna ist nicht nur gut zum Abhärten, sondern auch prima für die Haut. Sie wird dabei gründlich, aber schonend gereinigt. Der Schweiß läßt die oberste Schicht der Haut aufquellen. Die verhornten Hautzellen lockern sich und werden abgespült. Ebenso wichtig ist es, mehrmals die Woche körperlich so aktiv zu sein, daß man ins Schwitzen kommt. Denn dadurch wird nicht nur die Haut und der gesamte Organismus kräftig durchblutet - wenn Sie aus allen Poren schwitzen, wird Ihre Haut nachhaltig durchfeuchtet. Gerade trockener Haut tut das sehr gut. Auf Nikotin und Alkohol sollte eher verzichtet werden.
Wer mit der falschen Creme nachhilft, ist schon mittendrin in einem Kreislauf, der im schlimmsten Fall zur sogenannten Kosmetikakne führen kann: eine überpflegte Haut, die sich mit Ekzemen über die Prozedur beschwert. Aus dem gleichen Grund sollte auch kein Babyöl verwendet werden. Der Juckreiz wird zwar kurzfristig gelindert, doch auch das öl entzieht der Haut Wasser
Anzeige:
Spezielle medizinische Pflegeprodukte zur Behandlung von Hautkrankheiten finden Sie bei sanDermato.de
Fußpflege
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Heiße, strapazierte Füße, Fußschweiß, Druckstellen
Füße zuerst mit lauwarmem Wasser reinigen. Dann einige Minuten in ein Fußbad aus kühlem Pfefferminzaufguss tauchen. Rezept: 5-6 Tropfen ätherisches Minzöl ins Wasser geben oder Pfefferminzblätter (frisch oder getrocknet) aufkochen und die Essenz ins kalte Wasser geben. Tipp: Kühlend und erfrischend bei müden und Schweißfüßen wirken auch Fußgele mit japanischem Minzöl oder Zitronenthymian. Die Erfrischung hält meist Stunden an.
Blasen
Füße in ein lauwarmes Fußbad tauchen. Rezept: Einen Esslöffel Meersalz und 5-10 Tropfen Lavendelessenz ins Wasser geben. Tipp: Blasen sollten mit einer sterilen Nadel angestochen werden, damit die enthaltene Flüssigkeit auslaufen kann. Die Blasendecke aber nicht entfernen, denn sie schützt die darunter liegende verletzte Haut.
Schweißfüße
Schwitzende Füße zweimal täglich in ein körperwarmes Eichenrindenbad stecken. Rezept: 500 Gramm Eichenrinde in 4-5 Litern Wasser 15-20 Minuten lang kochen und den Aufguss ins Bad geben. Wem das zu aufwändig ist, kann auch fertiges Eichenrindenextrakt in der Apotheke kaufen.
Gegen schwitzende Füße hilft auch Fußpuder: Viele Puder enthalten Kaolin, eine Verbindung aus Aluminium und Kieselsäure, die bis zu 130 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen kann. Eignet sich auch für geschlossene Schuhe.
Trockene Füße
Trockene, rissige Füße machen Sie in einem rückfettenden Sojaöl- oder Nachtkerzenölbad wieder geschmeidig (öle gibt es im Reformhaus oder in der Apotheke). Anschließend mit einer fetthaltigen Creme oder – bei richtigen Rissen – mit einer speziellen Schrundensalbe eincremen. Am besten sind Präparate, die Harnstoff enthalten, weil dieser übermäßige Verhornung bekämpft.
Wunde Füße, eingerissene Haut
Hier hilft ein Zinnkraut- oder Kamillenblütenbad. Rezept: 10 Gramm Zinnkraut auf 1 Liter Wasser beziehungsweise 50 Gramm Kamillenblüten auf 10 Liter Wasser geben, eine Essenz herstellen und darin die Füße baden. Anschließend mit Ringelblumensalbe eincremen.
Geschwollene Füße
Salzwasser wirkt hier Wunder. Die hohe Salzkonzentration regt das salzhaltige Gewebe an, Wasser auszuscheiden. Außerdem hat Meersalz eine hornzellenlösende Wirkung und verhilft zu samtiger weicher Haut.
Rezept: 1-2 Esslöffel reines Meersalz in lauwarmes Wasser geben und Füße 10 Minuten eintauchen.
Wenn Sie häufig unter geschwollenen Füßen leiden und auch der Knöchel oder gar der Unterschenkelbereich mitbetroffen sind, kann dies ein Hinweis auf eine Venenerkrankung (Krampfadern) oder eine Herzkrankheit sein. Dann sollten Sie sich in jedem Fall von Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.
Durchblutungsstörungen
Alt, aber bewährt ist immer noch das Fußbad von Pfarrer Sebastian Kneipp. Steigen Sie bis zur Wade in kaltes Wasser und treten Sie darin einige Minuten herum. Das fördert die Durchblutung. Variante: 5 Minuten warmes Fußbad mit Kräuterzusätzen aus Fichten-, Kiefernnadeln, Melisse oder Rosmarin, dann die Füße 10-20 Sekunden in kaltes Wasser tauchen. Das Ganze zweimal wiederholen und mit dem kalten Bad aufhören.
Der Frühling hat begonnen - jetzt beißen die Zecken wieder
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Der Frühling ringt die Zecken mit. In Hochrisikogebieten wie in den bayerischen und baden-württembergischen Waldgebieten oder dem Odenwald kann die Rate allerdings auf fünf Prozent steigen. Aber auch Menschen, die von einer infizierten Zecken gebissen und infiziert werden, erkranken nicht zwangsläufig - die Rate liegt zwischen zehn Prozent und 30 Prozent.
Eine spezifische Therapie für FSME-Patienten gibt es nicht. Wer sich in Hochrisikogebieten aufhält oder beruflich viel im Wald zu tun hat, kann deshalb nur per Impfung geschützt werden. Eine passive Immunisierung kommt nach Angaben von Pfister allenfalls noch für ganz wenige Patienten in Frage. Sie wirke nicht zuverlässig, und wenn, dann auch nur während der ersten 96 Stunden. Bei späterer Injektion könne sie den Krankheitsverlauf gelegentlich sogar verschlimmern, sagte Pfister.
Wesentlich häufiger als FSME-Viren findet man bei Zecken Borrelien: Bis zu 30 Prozent der Tiere seien infiziert, sagte Pfister beim Seminar - Update Neurologie 2001 - . Was allerdings nicht heißt, daß auch 30 Prozent der Gebissenen erkranken - es trifft nach Schätzungen nur ein Prozent, bei 5 Prozent kommt es zur Serokonversion. Deswegen ist die Suche nach Antikörpern im Serum nach Pfisters Ansicht auch nur dann gerechtfertigt, wenn die klinische Symptomatik auf eine Infektion hinweist.
Liegt eine Neuroborreliose vor, spritzt man intravenös ein Antibiotikum.
Formen der Nahrungsmittelallergien
- Details
- Kategorie: Standardkategorie
Was bedeutet toxische Reaktion?
Der Mensch nimmt mit der Nahrung einen Stoff auf, der den Verdauungstrakt (Magen, Darm) reizt und somit als - giftig - eingestuft wird. Es kommt zu entsprechenden Reaktionen, wie z.B. Durchfall. Hierbei handelt sich um eine natürliche Schutzfunktion, denn was herausbefördert wird, kann nicht in den Körper gelangen.
Was sind Intoleranzen?
Dieses Wort stellt stellt in der Medizin einen übergriff für Unverträglichkeit dar. Auf Nahrungsmittel bezogen, findet man in der Medizin eine weitergehende Unterscheidung nach enzymatisch und pharmakologisch bedingt. Enzymatisch bedeutet hier, daß ein bestimmter Bestandteil in der Nahrung nicht verdaut werden kann. Entweder dieser Defekt ist angeboren oder wird im Laufe der Zeit erworben. Milchzucker (Lactose) ist hier das beste Beispiel, denn weltweit gibt es eine große Anzahl von Menschen, die größere Mengen Milch und deren Produkte nicht vertragen. Als pharmakologische Reaktion wird eine überempfindlichkeit auf die Nahrungsbestandteile bezeichnet, die ab einer bestimmten Konzentration z.B. eine Wirkung auf den Blutdruck ausüben. Als Beispiel sei das Histamin genannt, das in erheblichen Mengen in Thunfisch und Makrelen vorkommt. Normalerweise wird das mit der Nahrung aufgenommene Histamin im Darm durch ein körpereigenes Enzym abgebaut. Ist nicht ausreichend Enzym vorhanden (oder z.B. durch Alkohol gehemmt), so gelangt das Histamin in das Blut und verursacht u.a. heftige Herzkreislaufreaktionen.
Was ist eine pseudoallergische Reaktion?
Wie der Name schon andeutet, ist die Wirkung eines Lebensmittelbestandteils sehr ähnlich dem eines Allergieauslösers. Allerdings ist hier nicht das Immunsystem beteiligt, sondern ein Bestandteil der Nahrung (je nach aufgenommener Menge) löst direkt eine allergieähnliche Reaktion aus oder verstärkt eine bestehende Allergie. Bekannte Auslöser sind hier Farbstoffe, Konservierungsstoffe und künstliche Antioxidanzien in Lebensmitteln. Allerdings gibt es auch natürliche Bestandteile, wie z.B. Benzoate und Salicylate in bestimmten Obst- und Gemüsesorten.
Was ist eine - echte - Lebensmittelallergie?
Bei einer Allergie gegen Lebensmittel liegt eine fehlgesteuerte Reaktion der köpereigenen Abwehr (Immunsystem) vor. In den meisten Fällen sind hierfür spezifische Antikörper der Immunglobulinklasse E (IgE) verantwortlich. Als Auslöser (Allergene) wirken hier meistens natürliche Nahrungsbestandteile und zwar Eiweiße (Proteine) und deren Verbindungen.
Die Symptome einer Lebensmittelallergie treten relativ schnell (ca. 30-60 Min.) nach Verzehr des allergenen Lebensmittels auf. Diese Zeitspanne entspricht der Dauer, die die Nahrung von der Aufnahme in den Magen bis zum Erreichen des Dünndarms braucht. Die Medizin spricht hier von einer Sofortreaktion. Allerdings kann sich dieser Vorgang auch um Stunden verzögern (nach einem Abendessen erfolgt die Reaktion erst in der späten Nacht oder den frühen Morgenstunden). Der Patient vermutet dann natürlich nicht einen Zusammenhang mit einem Essen und berichtet dieses folglich auch nicht dem Arzt.
Typische Symptome einer Nahrungsmittelallergie sind:
Heuschnupfen
Nesselsucht (starker Juckreiz)
Asthmaanfall (Achtung: Anfall evtl. erst Stunden später)
Schock (ist immer lebensbedrohlich, da der Kreislauf zusammenbricht)
Magen- Darmbeschwerden
Schwellungen im Mund- und Rachenraum
Am häufigsten sind übrigens nicht, wie erwartet, Probleme des Darms und der Verdauung. Die Nr. 1 dürften die Hautreaktionen sein, und wer denkt hier schon an das Essen als Auslöser.
Die wichtigsten Auslöser
Prinzipiell kann jedes Nahrungsmittel eine Allergie auslösen. In der Praxis werden aber bestimmte Verursacher besonders häufig festgestellt. Hierbei besteht auch eine Abhängigkeit von den regionalen Eßgewohnheiten, dem Alter und einer bestehenden Allergie. In den USA werden z.B. mehr Krabben, Muscheln und Hummer gegessen (sind dort billiger), folglich ist der entsprechende Allergie-Prozentsatz dort höher. Kinder reagieren besonders häufig auf Milch, Hühnereiweiß, Nüsse und Soja. Wer unter einer Birkenpollenallergie leidet, der sollte äpfel, Kern- und Steinobst, Nüsse und exotische Früchte (z.B. Kiwi) meiden. Bekannte Allergene sind auch Hülsenfrüchte (besonders Linsen), Sellerie und einige Gewürze.
Bei den Lebensmitteln tierischer Herkunft gelten - neben der Kuhmilch für Kleinkinder - Fisch, Hühnereier und alle Schallentiere (z.B. Krabben) als wichtige Auslöser.
Die Fallen für den Allergiker
Die moderne Lebensmittelindustrie verarbeitet für ein Produkt diverse Zutaten und muß diese auch auf der Packung angeben. Vollständig? Eben nicht, denn es gilt in der EU die sog. 25%-Regel. Eine Zutat nicht ein einzelner Stoff, sondern sie kann aus mehreren Einzelkomponenten bestehen.
Ein einfaches Beispiel:
Ein Fertigkuchen ist mit einer Schokoladenmasse gefüllt. Auf der Packung wird dann auch das entsprechende Wort auftauchen. Aber, die Schokoladenfüllung besteht z.B. zu 10% aus preiswerter Erdnußpaste. Da dieser 10%-Anteil unter dem Grenzwert von 25% liegt, muß auch keine Deklaration auf der Packung erfolgen. Der Verbraucher erfährt also nicht, was wirklich in dem Fertigkuchen enthalten ist. Bei manchen Fertigprodukten findet sich allerdings doch ein Hinweis. Wird das Produkt auch in österreich vertrieben, so sind die Bestandteile genauer aufgeschlüsselt. Man achte also auf die Angaben für die österreichischen Verbraucher.
