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Dermatophyten-Mykosen oder Hautpilz
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Als Tineae werden Fadenpilze der Dermatophyten-Familie. Sie sind kein Bestandteil der normalen Hautflora. Sie verursachen jedoch die häufigsten Infektionskrankheiten der Haut. Alle Körperregionen und Hautstrukturen können von einer Tineae befallen werden. Um den überblick zu behalten, werden sie der Einfachheit halber nach dem Ort ihres Auftretens benannt.
Kopfpilz Oberflächliche Infektionen bilden schuppende Areale. Tinea capitis oder Kopfpilz befällt die Kopfhaut. Die Infektion kann oberflächlich sein oder tiefer in das Gewebe eindringen. Bei der oberflächlichen Form bilden sich rundliche, münzgroße, haarlose und schuppende Areale aus. Diese oberflächlichen Pilzinfektionen entzünden sich nicht. Auf dem Haarboden der Bezirke kann man die abgebrochenen Haare sehen. Bei der tiefergehenden Form sind die Haarwurzeln betroffen. Bei der tiefgewebigen Form kommt es zu Entzündungen. Die Entzündungen gehen von den befallenen Haarwurzeln aus. Außerdem sind die Lymphknoten geschwollen. Die tiefgewebige Form betrifft sehr oft Kinder. Bei Männern findet sich gleichartiges Krankheitsbild im Bartbereich. Eine örtliche Behandlung reicht nicht aus. Die oberflächliche Form heilt komplikationslos ab. Die tiefreichende Form hinterläßt Narben, in denen keine Haare mehr wachsen. Die Therapie besteht in Einnahme von pilztötenden Antimykotika über 4-6 Wochen. Eine örtliche Behandlung ist in der Regel nicht ausreichend. Hautpilz
Kinder bekommen häufig Hautpilz, der durch Tiere übertragen wurde. Die stark juckende Tinea corporis betrifft die ganze Haut. Die Infektion betrifft häufig Kinder. Stammt sie von Tieren, z. B. Katzen, Hunden oder Meerschweinchen, zeigt sich die Infektion meistens im Gesicht und an den Armen. Der Hautpilz bildet große, runde rote Herde, die schuppen und sich randwärts vergrößern. Die Hautveränderungen können durch Sonnenlicht verstärkt werden. Kein Cortison. Therapeutisch werden Antimykotika für 2 bis 3 Wochen verordnet. Cortisonbehandlungen sind nicht empfehlenswert, da sie die Ausbreitung des Pilzes eher begünstigt. Hand-/Fußpilz
Am kleinen Zeh ist es am engsten, da hat es der Fußpilz leicht. Der Hand/Fußpilz, oder Tinea manum/pedum, manifestiert sich an Händen und Füßen. Dabei werden vor allem die Zehen- oder Fingerzwischenräume angegriffen. Sie sind gerötet und eingeweicht. Die infizierten Stellen schuppen, jucken und können sich entzünden. Entzündungen führen häufig auch zum übertritt der Infektion auf die Nägel. Am häufigsten wird der Zehenzwischenraum am kleinen Zeh befallen, weil er am engsten ist.
Bei Diabetes kann eine Pilzinfektion an den Füßen zu schweren chronischen Wunden führen. Deshalb ist eine regelmäßige Inspektion der Haut, besonders an den Füßen erforgerlich. Wie die richtige Phrophylaxe und Therapie von Pilzinfektionen bei Diabetischen Füssen aussehen sollte, lesen Sie hier. Vorsicht vor zu engen Schuhen. Begünstigenden Faktoren für den Hand/Fußpilz sind vor allem feuchte Füße. Sie kommen häufig durch ungeeignetes Schuhwerk zustande, z. B. Gummistiefel, enge Schuhe, undichte Schuhe im Winter. Vorbeugende Maßnahmen helfen Infektionen zu vermeiden. Wer eine Veranlagung für Pilzinfektionen hat, sollte zur Vorbeugung Umstände vermeiden, in denen die Füße feucht werden. Das Tragen von dicken Baumwollsocken und gründliche Abtrocknen der Füße nach dem Waschen beugt ebenfalls einer Infektion vor. Zur Behandlung bei Pilzbefall können Fußbäder oder Puder mit pilztötenden Substanzen angewandt werden.
Die Fußnägel sind am häufigsten vom Nagelpilz betroffen. Auch für die Tinea unguium, den Nagelpilz, ist ein feuchtes Milieu begünstigend. Feuchtigkeit weit den Nagel auf. Auch Durchblutungsstörungen, wie sie z. B. bei Rauchern auftreten, wirken sich negativ aus. Der Pilzbefall beginnt an freien Rand des Nagels und entwickelt sich zur Nagelmitte hin. Er verursacht eine weißlich-gelbe Verfärbung der Nägel. Die Nägel verdicken sich und heben sich von der Nagelplatte ab. Schließlich zerfallen sie krümelig. Am häufigsten sind die Fußnägel betroffen. Eine örtliche Behandlung reicht nicht aus. Die Therapie besteht in der Gabe von antimykotischen Substanzen wie Terbinafin, Itraconazol oder Griseofluvin in Form von Tabletten. Eine örtliche Behandlung ist oft nicht ausreichend. Unter Umständen ist eine zusätzliche örtliche Behandlung sinnvoll. Dann werden die verdickten Nägel vorher mit einer Harnstoffsalbe aufgeweicht.
Nagelerkrankungen beim Diabetikern sind besonders unangenehm, weil unsachgemäße Behandlung zu scheren Verletzungen führen kann. Diabetiker sollten immer einen Facharzt aufsuchen. Pilzerkrankungen kommen häufig wieder. Bei Pilzerkrankungen kommt es darauf an, die begünstigenden Faktoren für die Pilze zu beseitigen. Wenn das nicht gelingt, schlägt eine medikamentöse Therapie häufig nicht an. Der Pilz kommt wieder. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Pilzerkrankung chronische Durchblutungsstörung der Füße zugrunde liegen. Eine dauerhafte Besserung ist dann eher selten.
Dellwarze
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Die Dellwarze hat in der Fachsprache viele synonyme Namen, z. B. Molluscum contagiosum, Epithelioma molluscum oder Epithelioma contagiosum. Verursacher ist das DNA-Virus, das zur Gruppe der Pockenviren gehört. Die Hautkrankheit, die durch die Infektion entsteht, die Dellwarzen, kommen zwar sehr häufig vor, sind aber harmlos.
Etwa zwei bis acht Wochen nach der Infektion bilden sich kleine, harte, stecknadelkopf- bis erbsengroße, hautfarbene oder hellere Papeln. Die kleinen Knötchen sehen oft aus wie Perlen. Häufig sind sie in Gruppen angeordnet. In der Mitte erscheint oft eine kleine Delle, die der Dellwarze ihren Namen gegeben hat. Meistens verursacht die Dellwarze keine Beschwerden. Nur manchmal entwickelt sich starker Juckreiz. Das ist insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem der Fall. Bei diesen Menschen entwickeln sich gelegentlich, bedingt durch die mangelnde körpereigene Abwehr, hunderte von Dellwarzen. Dellwarzen sind oft im Gesicht zu finden. Die Dellwarze befällt vorzugsweise das Gesicht und den Hals. Sehr häufig ist sie auch unter den Achseln oder in der Genitalregion zu finden. Die übertragung erfolgt durch direkten körperlichen Kontakt. Die übertragung des Virus erfolgt von Mensch zu Mensch durch Schmierinfektion, d.h. durch direkten körperlichen Kontakt. Wer z. B. den Erreger an den Händen trägt, weil er sich gekratzt hat, kann ihn durch Händeschütteln weitergeben. Es werden meistens Kinder und Jugendliche befallen, vor allem Jungen. Infizieren sich Erwachsene, kommen die Papeln bevorzugt im Genitalbereich vor. Ebenfalls sehr empfänglich für die Infektion mit Dellwarzen sind immungeschwächte Patienten (z.B. bei AIDS) oder Kinder mit Neurodermitis. Eine Behandlung ist in den meisten Fällen nicht erforderlich. Da die Krankheit harmlos ist und sich die Dellwarzen normalerweise etwa nach einem Jahr von selbst zurückbilden, ist der Einsatz von Medikamenten zur Behandlung nicht notwendig. Sind die Papeln sehr störend, können sie vom Arzt mit einem scharfen Löffel entfernt werden. Auch das Ausdrücken der Papel führt zur Rückbildung. Die Papeln enthalten eine Art Brei, der sehr viele Krankheitserreger enthält. Deshalb muß man beim Ausdrücken die betroffenen Stellen desinfizieren, damit es nicht zu einer erneuten Infektion kommt. Am sichersten ist es, wenn auch das Ausdrücken durch einen Arzt erfolgt. Bei großflächigem Befall ist eine Behandlung mit Vitamin-A-Säure haltigen Cremes oder Gel möglich.
Chronisches toxisches Kontaktekzem
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Ein chronisches toxisches Kontaktekzem kann sich entwickeln, wenn ein Mensch über einen langen Zeitraum hinweg mit einer Substanz arbeitet bzw. häufig direkten Kontakt hat. Diese Substanz kann durchaus unschädlich oder sogar hautfreundlich sein. Die ersten Symptome einer Hautschädigung können dabei mit einer monate- oder jahrelangen Verzögerung auftreten. In fast allen Fällen sind die Hände betroffen. Es treten auch Schmerzen auf. Das Ekzem äußert sich in Rötung, Schuppung und Hauteinrissen der betroffenen Bereiche. Juckreiz oder Schmerzen kommen häufig vor. Oft können die wunden Stellen nässen. Seifen und Spülmittel sind oft die Ursache. Der Grund für das chronische toxische Kontaktekzem ist fast immer der ständige Kontakt mit wässrigen Seifen- oder Spülmittellösungen. Meistens werden die Hände nicht ausreichend geschützt. Die Haut wird infolge der Schädigung trocken und reißt ein. So bietet sie schädigenden Substanzen eine Eintrittspforte in tiefere Hautschichten. Dort kommt es dann zu Entzündungen. Die Therapie kann lange dauern. Die Therapie ist nach einer chronischen Schädigung ist meistens langwierig. Es kann Monate bis Jahre dauern, bis die normalen physiologischen Schutzmechanismen der Haut wiederhergestellt sind. Deshalb ist es, sozusagen als erster Schritt der Behandlung, besonders wichtig, die schädigende Substanz zu meiden. Ist das nicht möglich, so sollte zumindest ein ausreichender und strenger Schutz eingehalten werden. Fettende Salben mit Kortikosteroiden. Zu Beginn der Behandlung werden meistens fettende Salben mit Kortikosteroide örtlich aufgetragen. Im weiteren Therapieverlauf kommen Teersalben und Steinkohleteer zur Anwendung.
Blutschwamm
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Blutgefäße wachsen unkontrolliert. Der Blutschwamm wird auch Hämangiom genannt. Er ist ein angeborener oder in früher Kindheit entstehenden Defekt in der Gefäßausbildung. Dabei kommt es zu einer geschwulstartigen Wucherung und Neubildung von Hautgefäßen. Die betroffenen Areale, oft das Gesicht, sind dunkelrot gefärbt. Die Oberfläche der Haut zeigt eine maulbeerartiges Aussehen. Das Hämangiom ist zu Beginn oft nur ein kleiner roter Punkt. Es kann aber auch eine Gesichtshälfte völlig abdecken. In den ersten 9 bis 12 Monaten nach der Geburt wächst das Hämangiom mit dem Kind mit. Danach bildet es sich in den meisten Fällen innerhalb der nächsten zwei Jahre zurück. In manchen Fällen verschwindet der Blutschwamm völlig. Meistens bleibt aber eine sichtbare Hautveränderung zurück. Das Hämangiom ist nicht bösartig. Ist das Gesicht stark betroffen, kann es aber bei der Entwicklung eines Kindes zu Komplikationen kommen. Weil das Hämangiom vorwiegend das Gesicht betrifft, ist es in späteren Jahren psychisch oft sehr belastend. Obwohl das Hämangiom ein gutartiger Tumor ist, kann es doch zu einigen Komplikationen kommen. Bei großflächigen Blutschwämmen im Gesicht sind oft das obere Augenlid oder auch die Lippen betroffen. Das kann zu Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Durch das geschwollene Lid wird die freie Sicht des Auges verdeckt. Es kann zur Ausbildung einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie) und als dessen Folge zum Schielen kommen. Sind die Lippen betroffen, kann es zu einer verzögerten Sprachentwicklung kommen. Bei einer Sprechstörung besteht die Gefahr, daß diese das ganze Leben lang anhält. Ist die Nase betroffen, kann es zu Atemstörungen kommen. Neugeborene können unter Saugstörungen leiden. Die Lasertherapie hat sehr gute Erfolge erzielt. Das Hämangiom bildet sich oft von alleine zurück. Deshalb ist in vielen Fällen ein therapeutisches Eingreifen nicht notwendig. In schweren Fällen aber, die zu den beschriebenen Komplikationen führen können, wird heute oft operativ eingegriffen. Insbesondere die Lasertherapie bietet eine so verfeinerte Technik, daß zu langes Zögern nicht mehr sinnvoll erscheint. Auch restliche, störende Hautveränderungen nach der Rückbildung können operativ entfernt werden. Die Therapie zeigt sehr gute Erfolge. Zur medikamentösen Therapie kann Cortison, insbesondere Prednisolon, eingesetzt.
Graue Haare
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Aminosäuren sind die Bausteine des Melanins. Verantwortlich für die persönliche Haarfarbe ist das Melanin. Gebildet wird das Melanin in den Melanozyten. Das sind Zellen, die in das Basalschicht und der Stachelzellschicht der Oberhaut vorkommen. Für die Bildung des Melanins benötigen die Melanozyten Aminosäuren. Die Aminosäure Tyrosin ist notwendig für die Bildung von Eumelanin. Die Aminosäure Cystein wird zusätzlich nötig, wenn das Phaeomelanin für blonde und rötliche Haare entstehen soll. Weniger Tyrosinase führt zu geringerer Melaninproduktion. Ablaufen kann dieser Prozeß aber nur, wenn genügend Tyrosinase zur Verfügung steht. Dieses Enzym wird mit zunehmendem Alter seltener gebildet. Das führt dann nach und nach zur grauen Haaren. Der Grund: mit wenig Tyrosinase wird auch immer weniger Tyrosin gebildet. So nimmt auch die Produktion von Melanin ab. Das fehlende Melanin wird durch die Einlagerung von Luftbläschen ersetzt. Die Haare erscheinen grau. Die Reihenfolge des Grauwerdens: Dieser Prozeß ist in der Regel schleichend. Er beginnt an den Schläfen und weitet sich dann auf die gesamte Kopfbehaarung aus. Danach erwischt es den Bart und die Augenbrauen. Zuletzt sind schließlich alle Haare des Körpers grau. Canities ist der medizinische Begriff für graue Haare. Medizinisch werden graue Haare als Canities bezeichnet. Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Ergrauens. Vorzeitiges Ergrauen, ab dem 20 Lebensjahr, nennt sich auch Canities praecox. Verschiedene Auslöser können zum Ergrauen führen. Die Canities symptomatica, oder symptomatisches Ergrauen der Haare, kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören:
Perniziöse Anämie (Vitamin-B-Mangelanämie), schwere endokrinologische Störungen, z. B. bei Schilddrüsenerkrankungen. akute, fieberhafte Erkrankungen, Arzneimittelnebenwirkungen, Kosmetika, Metalle. Plötzliches Grauwerden hat nichts mit Sorgen zu tun. Plötzliches Grauwerden wird oft mit Schockeinwirkungen oder Trauer in Verbindung gebracht. Diese Annahme ist nicht bewiesen. Vielmehr geht man davon aus, daß dieses Phänomen durch eine akut einsetzende Alopecia areata begründet ist, bei der plötzlich alle gefärbten Haare ausfallen und nur noch die grauen übrigbleiben. Also: Man kann sich zwar ""schwarzärgern"", aber graue Haare bekommt man davon nicht.
Grindflechte
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Entstehung Impetigo contagiosa tritt häufig bei Kindern auf. Die Grindflechte ist die häufigste bakterielle Hautkrankheit bei Kindern. Bei Erwachsenen ist sie eher selten. Sie wird auch Eiterflechte oder Pustelflechte genannt. Impetigo contagiosa ist der medizinische Fachausdruck. Die Impetigo contagiosa breitet sich rasch aus und ist ansteckend. Es gibt verschiedene Formen der Grindflechte. Man unterscheidet zwei Erscheinungsformen der Impetigo contagiosa: Die kleinblasigen Form wird von Bakterien der Familie der Streptokokken verursacht. Für die großblasigen Form ist der Erreger Staphylococcus aureus verantwortlich. Bei der großblasigen Form kann es zur Ausbildung des Lyell-Syndroms kommen. Der Erreger wird durch Schmierinfektion übertragen. Die Grindflechte ist eine Schmierinfektion. Infektionsquellen sind infizierte Menschen, bei denen sich der Erreger auf der Haut, oder im Nasen- Rachenbereich befindet. Durch Berühren oder Kratzen gelangt der Erreger an die Finger und wird dann auf andere Körperteile oder andere Menschen übertragen. Deshalb tritt die Grindflechte oft vermehrt bei Geschwister, in Kindergärten und Schulen auf. Am häufigsten sind das Gesicht, der Kopf und die Extremitäten betroffen. Die Grindflechte beginnt mit der Bildung von kleinen Bläschen und Pusteln, die sehr schnell aufplatzen. Die gelbliche bis leicht durchsichtige Flüssigkeit entleert sich und es entstehen honiggelbe bis bräunliche Krusten. Diese Krusten liegen auf geröteter Haut und sind scharf begrenzt. Grindflechte kommt vorwiegend im Gesicht, am Kopf und an den Extremitäten vor. Die Flüssigkeit in Bläschen und Pusteln bildet nach dem Aufplatzen bräunliche Krusten. Die Erscheinungsformen der kleinblasigen und der großblasigen Form der Grindflechte sind unterschiedlich. Die kleinblasige Form bildet große rötlich-orangene Flecken mit kleinen Bläschen und Pusteln, die schnell platzen und verkrusten. Die großblasigen Form verursacht große mit einer weißlich-gelben Flüssigkeit gefüllten Blasen. Die Betroffenen klagen über gelegentlichen Juckreiz, haben aber sonst keine Beschwerden. Die Diagnose ist meistens unproblematisch. Die sehr typische Erscheinungsform der Grindflechte ist bei der Diagnose hilfreich. Der Erreger kann durch eine bakteriologische Untersuchung aus einem Hautabstrich, einem Nasen- oder Rachenabstrich, nachgewiesen werden. Bei schwach ausgeprägten Formen besitzen die Papeln ähnlichkeit mit einer Herpes-Infektionen. Je nach Schwere der Erkrankung sind lokale oder systemische Antibiotikagaben erforderlich. Gerade bei jüngeren Kindern, die noch nicht über eine gute körpereigene Abwehr verfügen, ist eine lokalen Therapie mit antibiotikahaltigen Salben oder Cremes (Penicillin, Oxacillin, Amoxicillin, Chlortetracyclin) oft erforderlich. In sehr schweren Fällen werden Antibiotika auch zum Einnehmen verschrieben. Die Grindflechte heilt auch bei großflächigem Befall ab, ohne Narben zu hinterlassen. Allerdings bleiben für einige Zeit rote, oder etwas dunklere Hautflecken zurück. Pyoktanin zur örtlichen Desinfektion. Zur örtlichen Desinfektion wird oft eine Lösung verschrieben, die den Grind austrocknet. Pyoktanin wirkt der Entzündung und dem Juckreiz entgegen und tötet Bakterien und Pilze ab. Pyoktanin färbt die Haut blau. Salizylvaseline löst Krusten auf. Salizylvaseline fördert die Heilung, weil es die Blasen und Krusten der Grindflechte auflöst. Sind große Hautflächen betroffen, können Teil- oder Vollbäder in Kaliumpermanganat sinnvoll sein. Die Heilung kann homöopatisch unterstützt werden. Sie können die Heilung auch homöopatisch unterstützen. Wirksam sind z. B.:
Aqua silicata zum Austrocknen. Antimonium tartaricum D4 gegen die Pustelbildung. Hepar sulfuris D6 oder Silicea D6 bei schlecht heilender Haut. Avenasativa-Lösung als Badezusatz gegen Juckreiz. Lassen Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Eine Grindflechte muß immer ärztlich behandelt werden. Komplikation: Lyell-Syndrom Das Lyell-Syndrom kann lebensbedrohend sein. Das staphylogene Lyell-Syndrom ist eine schwere und lebensbedrohliche Erkrankung, die vor allem bei Neugeborenen und Kleinkindern vorkommt. Ausgelöst wird sie durch die Toxine von Staphylokokken. Aus diesem Grund kann sie auch als Komplikation der Grindflechte angesehen werden. Es gibt auch noch das medikamentöse Lyell-Syndroms, die als allergische Reaktion auf die Einnahme von Medikamenten auftritt. Die Haut sieht aus, als wäre sie verbrüht. Das Lyell-Syndrom beginnt mit hohem Fieber und großflächigen Rötungen. Es bilden sich nach einigen Tagen flache Blasen, die schnell aufplatzen. Die Haut sieht aus, als wäre sie verbrüht. Es kommt häufig zu sekundären Infektionen der Haut. Auch eine Sepsis (Blutvergiftung) kann auftreten. Heilung, bei frühzeitiger Behandlung, innerhalb von zwei Wochen. Die Therapie des Lyell-Syndroms besteht in einer intravenösen Gabe von Antibiotika. Außerdem muß die Haut intensiv gepflegt werden, ähnlich wie bei großflächigen Verbrennungen. Ganz wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Je früher die Behandlung begonnen wird, desto günstiger sind die Heilungsaussichten. Das Lyell-Syndrom kann innerhalb von zwei Wochen abheilen.
Grützbeutel
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Atherome werden in der Umgangssprache Grützbeutel genannt. Sie gehören zur Gruppe der Zysten. Zysten sind Hohlräume, die meistens durch die Verstopfung eines Ausführungsganges entstehen. Bei den Grützbeuteln ist der Ausführungsgang eines tiefen Haarfollikels in der Kopfhaut verlegt. Ob groß oder klein, Atherome werden oft als störend empfunden. Grützbeutel können so klein wie eine Erdnuß sein, oder so groß wie eine Faust werden. Insbesondere bei großen Atheromen ist die Wand der Zyste prall gespannt und dünn, aber elastisch. Der Haarwuchs auf einem großen Atherom ist oft verdrängt. Auch kleine Atherome werden oft als störend empfunden, insbesondere beim Kämmen. Bei der chirurgischen öffnung muß die gesamte Kapsel entfernt werden. Die Füllung der Grützbeutel besteht aus einer fettigen, gelblichweißen Masse, die auch Haarreste enthalten kann. Bei der öffnung verbreitet sie einen übelriechenden Geruch. Ein Atherom sollte durch einen kleinen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Dabei ist es wichtig, daß alle Teile der Kapsel mit entfernt werden. Sonst neigt die Zyste dazu, sich erneut zu bilden.
Hauttuberkulose
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Die Hauttuberkulose ist eine Erscheinungsform der späten Primärtuberkulose. In seltenen Fällen tritt sie auch bei Betroffenen auf, die sofort Hautsymptome entwickeln. Das ist meistens bei Kindern der Fall. Kleine Knötchen können in Geschwüre übergehen. Bei der Hauttuberkulose entwickeln sich in kleinen Papeln. Die Papeln neigen dazu, in ein Geschwür überzugehen. Die Lymphknoten schwellen an. Meistens kommen keine anderen Krankheitszeichen vor. Die Betroffenen fühlen sich gut.
Die Therapie gleicht der der Tuberkulose. Tuberculosis verrucosa cutis Häufig betroffen sind, Schlachter, Tierärzte und Pathologen. Bei der Tuberculosis verrucosa cutis handelt es sich um eine Reaktivierungstuberkulose. Sie kommt besonders häufig vor bei Menschen, die oft mit erregerhaltigem Material zu tun haben, z. B. Schlachter, Tierärzte oder Pathologen. In weniger entwickelten Ländern sind auch Kinder und Jugendliche betroffen. Die Infektion erfolgt über kleine Hautwunden und Risse. Die Tuberculosis verrucosa cutis äußert sich in der Bildung von sogenannten Hautblüten. Das sind Irritationen der Haut, die im Frühstadium Warzen ähneln. Oft sind sie schuppig oder neigen zur Eiterbildung. Meistens entwickeln sich diese Symptome an den Händen, weil das erregerhaltige Material mit den Händen angefaßt wurde. Zur Behandlung müssen die Herde zuerst chirurgisch geöffnet werden. Dann wird die Wunde gründlich gesäubert und aller Eiter entfernt. Daran schließt sich die medikamentöse Therapie wie bei der Tuberkulose an. Lupus vulgaris Lupus vulgaris ist eine sehr schwere und chronische Hauttuberkulose. Lupus vulgaris ist eine Hauttuberkulose vom Reaktivierungstyp. Sie verläuft meistens schwer und chronisch. Frauen sind häufiger betroffen, als Männer. Beim Lupus vulgaris bilden sich mehreren schuppige und entzündliche Herden, meistens im Gesichtsbereich und an Händen. Beim Verheilen bilden die Geschwüre oft Vernarbungen. Es können sogar Verstümmelungen vorkommen. Gelegentlich können auch Schleimhäute mitbefallen werden. Dann kommt es zusätzlich zu einem trockenen Schnupfen. Eine langandauernde Therapie mit häufigen Kontrollen ist notwendig. Diese chronisch Verlaufsform der Hauttuberkulose macht eine konsequente, lang andauernde Mehrfachbehandlung mit Anti-Tuberkulose-Mitteln notwendig. Die Prognose ist gut. Allerdings können sich aus den lange bestehenden Herden auch Tumore entwickeln. Eine fortlaufende Kontrolle ist sinnvoll.
Hautschichten
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Um die vielfältigen Aufgaben erfüllen zu können, ist die Haut in verschiedenen Schichten aufgebaut. Diese feine ""innere"" Einteilung, bezeichnet man als mikroskopische Struktur. Aber auch schon mit dem bloßen Auge kann man Unterschiede erkennen. Diese äußere, makroskopische Struktur der Haut, wird z. B. an unseren Händen deutlich. Die Handinnenflächen, und auch die Fußsohlen, bestehen aus der unbehaarten Leistenhaut. Der übrige Körper ist mit der Felderhaut bedeckt. Die Felder sind oft auf den Handrücken gut zu erkennen. Sie entstehen durch die gruppenförmig zusammenstehenden bindegewebigen Anteile der Lederhaut. Diese Unterschiede sind genetisch festgelegt. Ohne Falten hätten wir keinen Gesichtsausdruck. Linien, Furchen und Falten bilden sich erst im Laufe des Lebens. Schon bei der Geburt entstehen Furchen und Linien, mit denen sich die Haut an die ausgeführten Bewegungen anpaßt. Dieser Prozeß geht ein Leben lang weiter. Im Bereich des Gesichts tragen die Linien und Falten sogar wesentlich zum Ausdruck bei. Da kennen wir Lachfalten und Sorgenfalten, wir rümpfen die Nase und kräuseln die Stirn. Später entstehen Falten auch als Folge der Hautalterung. Dermatome sind für den Arzt eine diagnostische Hilfe. Für den Arzt ist auch noch eine andere Unterscheidung wichtig. Nerven- und Gefäßbündel versorgen immer bestimmte Areale der Haut. Diese Bereiche, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind, werden Dermatome genannt. Viele Krankheiten breiten sich entlang der Dermatome der Haut aus, z. B. die Gürtelrose. Aus diesem Grund ist die Kenntnis der Dermatome eine große diagnostische Hilfe. Mikroskopische Struktur
Die Haut unter dem Mikroskop. Die Feinstruktur der Haut besteht aus verschiedenen Schichten und ist nur unter dem Mikroskop zu erkennen. In jeder Schicht befinden sich für sie typische Zellstrukturen, die entsprechende Funktionen erfüllen. Die Schichten der Haut: Von außen nach innen gesehen besteht die Haut, die auch Cutis genannt wird, aus folgenden Schichten:
Oberhaut oder Epidermis, Lederhaut oder Corium und Unterhaut oder Subcutis. Begrenzt wird die Haut durch die allgemeine Körperfaszie, die aus sehr festen Fasern, den sogenannten Kollagenfasern besteht. Hautanhangsgebilde
Jede einzelne Hautschicht hat eine ihr eigene Struktur. In der nebenstehenden Grafik können Sie erkennen, daß in der Haut viele verschiedene Bestandteile versteckt sind.
Zu diesen Bestandteilen gehören nicht nur die Blutgefäße. Die Haut enthält auch Haare und ihre Wurzeln und verschiedene Drüsen. Außerdem werden zur Haut auch die Finger- und Fußnägel und die Kopfhaare gezählt. Diese ""Bestandteile"" nennen sich Hautanhangsgebilde.
Weil in der Haut so viel los ist, und weil man in diesem ""Gewimmel"" kaum was richtig erkennen kann, werden wir die einzelnen Schichten noch einmal genauer ""unter die Lupe"" nehmen. Weiter Hautquerschnitt und Altern
Die Haut besteht aus drei Hauptschichten: der Epidermis (Oberhaut), dem Corium (Lederhaut) und der Subcutis (Unterhaut).
Die Epidermis ist gefäßfrei und setzt sich überwiegend aus Epithelzellen zusammen. Obgleich sie aus fünf Schichten besteht, ist sie relativ dünn; sie wird alle 15 bis 30 Tage abgestoßen und erneuert. Zwischen der Epidermis und dem Corium sorgt die Basalmembran für die strukturelle »Verankerung« des Epithels an dem Corium und erlaubt einen Flüssigkeitsaustausch zwischen den Schichten. Das Corium und die Subcutis, bestehend aus Kollagen und Bindegewebe, sind die hauptsächliche Stützstruktur der Haut. Außerdem sind hier die Schweißdrüsen, Talgdrüsen und Haarfollikel, Nerven und Empfindungszellen lokalisiert. Die für die Kollagensynthese verantwortlichen Fibroblasten finden sich im Corium. Es enthält ein reiches Gefäßnetz, das die Epidermis mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und metabolische Abfallprodukte beseitigt. Das subkutane Gewebe liegt unter dem Corium und besteht aus Bindegewebe und Fettgewebe. Es enthält Blutgefäße, doch das Fettgewebe ist nur schlecht vaskularisiert. Das subkutane Gewebe dient als Aufprallschutz, zur Wärmeisolierung und als Kalorienspeicher. Unterhalb der Subcutis liegen die Faszien, Muskeln und Knochen. Alle diese Gewebe sind gut mit Gefäßen versorgt. Im Vergleich zur Haut sind diese Strukturen anfälliger für Traumen wie etwa Druck.
ältere Menschen
Das Altern führt zahlreiche Veränderungen der Haut herbei: sowohl die Epithel- als auch die Fettschicht werden beträchtlich dünner; die Kollagen- und elastischen Fasern schrumpfen, die Schweißdrüsen verringern sich. Der Gesamteffekt ist, daß die ältere Haut dünn, trocken und unelastisch wird. Die Hautintegrität wird leichter unterbrochen und regeneriert langsamer, so daß der Patient einem größeren lnfektionsrisiko ausgesetzt ist.
Hand-Fuß-Mund-Exanthem
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Das Hand-Fuß-Mund-Exanthem ist weltweit verbreitete. Ausgelöst wird die Erkrankung vom Coxsackie-Virus. Die Infektion ist sehr hartnäckig und befällt in den meisten Fällen Kinder unter 10 Jahren. Sie wird leicht übertragen und tritt dann meistens endemisch auf. Das bedeutet, daß z. B. in Kindergärten und Grundschulen oft sehr viele Kinder betroffen sind. übertragung durch Tröpfchen- und Schmierinfektion. Der Erreger der Krankheit wird über die Sekrete des Nasen- Rachen- Raumes übertragen, wenn die Kinder Husten oder Niesen. Es ist auch eine übertragung durch Exkremente möglich, z. B. wenn sich die Kinder nach dem Gang auf die Toilette nicht gründlich die Hände waschen. Zuerst klagen die Kinder über allgemeine Symptome. Die Zeit zwischen der Infektion und den ersten Symptomen beträgt drei bis sechs Tage. Zuerst kommt es zu Symptomen wie
Fieber, übelkeit, Halsschmerzen und Bauchschmerzen. Die grauen Bläschen sind von einem roten Rand umgeben. Danach erscheinen in der Mundhöhle der Kinder wenige Millimeter große Bläschen. Sie haben eine graue Farbe und sind von einem roten Rand umgebene. Die Bläschen treten danach auch an Händen und Füßen auf. Am Bauch oder am Rücken sind die Bläschen sehr selten. Deshalb der Name Hand-Fuß-Mund-Exanthem. Die Bläschen platzen auf und können sich daraufhin entzünden. Medikamente werden sind nur bei schwerem Verlauf notwendig. Die Krankheit klingt nach sieben bis zehn Tagen von selbst ab. Meistens ist eine medikamentöse Therapie nicht erforderlich ist. Nur bei schwerem Verlauf mit zusätzlich großflächiger Entzündung der Mundhöhle können Antibiotika gegen die Entzündung sinnvoll sein.