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Milzbrand der Haut
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Der Milzbrand der Haut wird in der Fachsprache Anthrax genannt. Der Erreger ist das Bakterium Bacillus anthracis. Da die Erkrankung von Haustieren und Wildtieren übertragen wird, werden meisten Bauern, Metzger, Jäger und Tierärzte infiziert. Die Ansteckung erfolgt über den direkten Kontakt zu den infizierten Tieren. Der Hautmilzbrand ist die häufigste Erscheinungsform des Milzbrandes. Milzbrand kann tödlich sein. 1-3 Tagen nach der Infektion bildet sich ein roter Fleck oder ein Bläschen an der Eintrittspforte der Bakterien. In seinem Zentrum wird eine schwarze, nekrotische (tote) Stelle sichtbar ist. Die Stelle schwillt an und es bildet sich Eiter. Weitere Begleiterscheinungen sind Fieber und eine Schwellung der Lymphknoten. Werden die Erreger eingeatmet oder verschluckt, kann es zu einer Ausweitung der Infektion auf Lunge, Darm oder Milz kommen. Schnelle Therapie mit Antibiotika. Anthrax ist eine nach dem Bundesseuchengesetz meldepflichtigen Krankheit. Die Therapie muß rasch erfolgen, sonst sind schwere Folgen bis hin zum Tod möglich. Die Behandlung besteht in einer hochdosierten Antibiotikagabe, wobei Penicillin oder Tetrazyclin empfehlenswert sind. Zusätzlich wird ein Milzbrand-Serum verabreicht. Für Risikogruppen ist eine Schutzimpfung sinnvoll.
Miliaria
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Die Erkrankung Miliaria, die auch Friesel genannt wird, besteht in einer Unterfunktion der Schweißausscheidung. Anders als bei der Anhidrose, bei der die Schweißdrüsen fehlen, sind bei der Miliaria die Ausführungsgänge der Drüsen verstopft sind. Die Verstopfung geschieht durch eine Quellung der Oberhaut und Besiedelung des Schweißdrüsen- Ausführungsganges mit Bakterien. Miliaria rubra bildet viele kleine Papeln, vor allem am Rücken. Beim sog. roten Friesel (Miliaria rubra) kommt es zu Ausbildung von vielen kleinen Papeln, vornehmlich am Rücken, die gelegentlich jucken und brennen können. Durch das Tragen von luftundurchlässiger Kleidung und bei höheren Umgebungstemperaturen verstärkt sich das Jucken und Brennen. Deswegen besteht die Therapie dieser Form von Miliaria einerseits in der Meidung von entsprechender Kleidung, und andererseits in örtlicher Behandlung der Ausschläge mit cortisonhaltigen Salben und Lotionen. Bei dieser Miliaria-Form besteht besonders die Gefahr eines Hitzeschlages. Miliaria cristallina bildet kleine wasserklare Bläschen. Bei der anderen Form, dem Kristallinfriesel, Miliaria cristallina, findet die Vertopfung in einem höheren Abschnitt des Schweißdrüsen- Ausführungsganges statt. Aus diesem Grund ergießt sich der Schweiß direkt unter die oberste Hautschicht und führt zur Ausbildung von zahlreichen, kleinen, wasserklar gefüllten Bläschen. Die Behandlung besteht in einer örtliche Therapie mit Schüttelmixturen oder Pudern, wie Lotio Zinci, Talcum oder Zinkoxyd-Talcum. Starke Schweißbildung behindert die Therapie. Im Allgemeinen sind diese Therapien erfolgreich, allerdings sollten im Rahmen der Erkrankung Zustände vermieden werden, die mit einer verstärkten Schweißbildung verbunden sind, wie z.B. schwere Arbeit und Sport oder Reisen in warme Länder.
Melkerknoten und Schafpocken
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Melkerknoten und Schafpocken sind gutartigen viralen Erkrankungen, die durch das Parapox Virus verursacht werden. Diese beiden Erkrankungen sind typische Berufskrankheiten. Das Virus wird durch Kühe und Schafe übertragen. Deshalb infizieren sich vorwiegend Melker bzw. Schäfer, die entsprechenden Kontakt zu den infizierten Tieren haben. Die Erkrankungen treten auf der ganzen Welt auf. Rote Flecken entwickeln sich zu nässenden Knötchen. Die Infektion äußert sich durch die Bildung zahlreicher Flecken oder Rötungen an Händen und Unterarmen. Innerhalb von wenigen Tagen entwickeln sich die Flecken zu bräunlich-roten erbsengroßen Knötchen. In der Mitte der häufig nässenden Knoten findet man eine nabelförmige Einsenkung. Die Haut um den Herd herum ist hellrot und reizlos. Eine unterstützende Therapie fördert den Heilungsprozeß. Melkerknoten und Schafpocken heilen von selbst nach 6 bis 8 Wochen ab. Sie hinterlassen keine Narben. Der Heilungsprozeß kann therapeutisch unterstützt werden, indem man die Knoten zum Austrocknen bringt.
Medikamentöses Lyell-Syndrom
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Mehr als 30 Prozent der Fälle enden tödlich. Das medikamentöse Lyell-Syndrom, oder Epidermolysis acuta toxica, ist wohl die schwerste Arzneimittelkomplikation. In einem Drittel der Fälle endet es tödlich. Wegen seines Aussehens wird es auch als - Syndrom der verbrühten Haut - bezeichnet. Am gesamten Körper löst sich die Haut in großflächigen Fetzen ab. Das medikamentöse Lyell-Syndrom entwickelt sich meistens nach der Einnahme von Medikamenten bei einem einfachen Infekt. Zuerst kommt es zu kleinen, sich rasch vergrößernden Rötungen der Haut. Diese Rötungen fließen mit der Zeit mehr und mehr zusammen. Zusetzt ist die gesamte Haut tief rot verfärbt. Es bilden sich Blasen, die sich von der Haut immer mehr ablösen. Schließlich kommt es zur Ablösung der gesamten Oberhaut in großen Fetzen. Diese Fetzen liegen der Haut wie ein - nasses Tuch - an. Auch die Schleimhäute sind betroffen. Es kommt zu ausgedehnten Entzündungen im Genitalbereich in der Analregion. Die Lider des Auges sind ebenfalls beteiligt. Es entstehen wunde offene Stellen, die nässen und bluten. Häufig kommt es auch zu inneren Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Die Betroffenen haben hohes Fieber. Verschiedene Medikamente können die Erkrankung auslösen. Das Lyell-Syndrom kann, wie die meisten Arzneimittel-Exantheme, durch verschiedene Medikamente entstehen. Besonders bekannt sind:
Antibiotika, Pyrazolone (wirken schmerzlindernd und fiebersenkend), Penicilline, Hydantoine (schlaffördernde und antiepileptische Wirkung) und Barbiturate (wirkt betäubend und schlaffördernd). Die Therapie gleicht der bei Verbrennungen. Die Therapie gleicht der Behandlung bei großflächigen Verbrennungen. Drei grundlegende Aufgaben müssen erfüllt werden:
der allgemeine Ersatz der verlorenen Flüssigkeit, die Stabilisation des Kreislaufs und vorbeugende Maßnahmen gegen Infektionen. Die Schleimhäute müssen besonders behandelt werden. Die hochdosierte Gabe von Kortikosteroiden ist bis heute umstritten. Die Schleimhäute müssen besonders behandelt werden. Das ist wichtig, um narbigen Verklebungen vorzubeugen. Die Betroffenen haben große Schmerzen beim Essen und Trinken. Deshalb wird die Nahrung oft parenteral zugeführt. Das bedeutet, daß die Nahrungsaufnahme, unter Umgehung des Mundes, z.B. über einen direkten Schlauch in den Magen, erfolgt. Das medikamentöse Lyell-Syndrom ist zu unterscheiden von dem staphylogenen Lyell-Syndrom, das als Komplikation bei der bakteriellen Grindflechte besonders bei Säuglingen auftreten kann.
Masern
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Infektion
Bei Erwachsenen verläuft eine Infektion mit Masern oft schwer. Maser, oder in der Fachsprache Morbilli, sind eine sehr ansteckende Krankheit. Das Morbilli-Virus kommt weltweit vor. Die Inkubationszeit beträgt 9 bis 12 Tage. Aber bereits vor Auftreten der ersten Krankheitszeichen können die infizierten Kinder andere Personen anstecken. An Masern erkranken in der Regel Kinder und Kleinkinder, Erwachsene können sich jedoch auch infizieren, wenn sie in der Kindheit keine Infektion durchgemacht haben. Die Infektionen im Erwachsenenalter verlaufen aber oft schwerer. Masern sind sehr ansteckend. übertragen wird die Erkrankung über die Luft, auch über weite Strecken. Man nennt das eine fliegende Infektion. Es ist eine typische hochansteckende Erkrankung des Kindergartenalters. In Kindergärten sind oft nahezu alle Kinder betroffen. Krankheitsbild
Erste Zeichen sind untypische Entzündungen. Die ersten Zeichen einer Infektion mit Masern sind untypische Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum, Entzündung der Bindehaut und trockener Husten und Fieber. Im Mund zeigen sich weiße Flecken. Es bilden sich charakteristische weiße, punktförmige, von einem roten Hof umgebene Flecken auf der Schleimhaut im Mund, sie sogenannten Koplik-Flecken. Die punktförmigen Rötungen der Masern entstehen zuerst hinter den Ohren. Nach einem zwischenzeitlichen Temperaturabfall treten nach 3-5 Tagen, unter erneutem Fieberschub, die ersten punktförmigen Rötungen auf der Haut auf. Sie beginnen hinter den Ohren. Von dort breiten sie sich innerhalb der nächsten 3 Tage flächenhaft über den ganzen Körper aus. Nach einigen Tagen blassen die Rötungen ab und die Flecken bilden sich in der Reihenfolge ihres Auftretens zurück. Der Rückgang wird teilweise von schuppiger Haut begleitet.
Behandlung
Als erstes muß eine genaue Diagnose gestellt werden. Diagnostisch sind die Koplik-Flecken für den Arzt ein sicherer Hinweis und grenzen Masern z.B. von Scharlach oder Röteln ab. Außerdem kann die Diagnose durch Nachweis der Viren aus dem Blutbild gestellt werden. Nach erfolgreicher Therapie besteht lebenslange Immunität. Viel trinken und strenge Bettruhe. In den meisten Fällen heilt die Erkrankung ohne Komplikationen ab, wobei während der Erkrankung die Kinder strenge Bettruhe einhalten müssen. Die Therapie besteht in reichhaltigem Flüssigkeitsersatz und eventuell der Behandlung zusätzlicher bakterieller Infektionen mit Antibiotika (Penicillin, Sulfonamid). Bei Fieber können fiebersenkende Medikamente oder andere fiebersenkende Maßnahmen sinnvoll sein. Manchmal kann es zu Komplikationen kommen. Wegen des geschwächten Immunsystems treten manchmal sekundär andere Infektionen auf. Häufig sind es dann Bronchitiden, Lungen- oder Mittelohrentzündungen, die den Verlauf der Erkrankung verlängern. In seltenen Fällen kommt es nach 1-2 Wochen zu Hirnentzündungen. Impfung ab 12. Monat. Heute werden Kinder ab dem 12.-15. Lebensmonat gegen Masern geimpft. Das geschieht meistens in Kombination mit einer Impfung gegen Mumps und Röteln.
Lipome
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Lipome sind gutartige Wucherungen des Unterhautfettgewebes. Sie werden deshalb auch Fettgewebsgeschwülste genannt. Sie verursachen kastaniengroße vorgewölbte Knoten in der Haut. Nur in Einzelfällen können sie größer werden. Die Knoten sind prall und elastisch. Meistens verursachen sie keine Schmerzen.
Sie sind häufig im Bereich der Schulter zu finden. Lipome treten häufig im Schultergürtelbereich auf. Sie können aber auch über den ganzen Körper verteilt sein. Das nennt sich dann Lipomatose. Lipome können entfernt werden. Treten Schmerzen auf, oder stören Lipome den Betroffenen sehr, können sie entfernt werden. Gelegentlich ist eine Gewebeprobe notwendig, wenn der Arzt nicht sicher ist, ob der Tumor nicht möglicherweise auf eine andere Ursache zurückzuführen ist.
Lepra
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Epidemiologie
Ein Schreckgespenst der Geschichte. Die Lepra ist eine Infektionskrankheit, deren Erreger, Mycobacterium leprae, in früheren Jahrhunderten zu todbringenden Epidemien geführt hat. Sie befällt vor allem Haut, Schleimhäute und Nerven.
Lepra kommt in Ländern mit warmem Klima vor. Weltweit sind heute zwischen 8-12 Millionen Menschen mit Lepra infiziert. Die Krankheit tritt am häufigsten in Ländern mit sehr warmem Klima auf. Dazu gehören auch südeuropäische Ländern wie Italien, Griechenland, Portugal, Spanien oder die Türkei. Aus diesem Grund ist beim Arztbesuch unbedingt auf den Urlaubsaufenthalt hinzuweisen, da sich bereits daraus Hinweise ergeben können.
Verlaufsformen
Bei der Lepra werden zwei Formen unterschieden. Bei der Lepra werden zwei Verläufe unterschieden. Jede Verlaufsform hat mehreren Zwischenformen. Die Verlaufsformen sind die:
tuberkuloide Lepra und lepromatöse Lepra.
Bei der tuberkuloiden Form bilden sich Hautflecken. Die tuberkuloide Lepra oder Nervenlepra ist die leichtere Verlaufsform. Sie äußert sich in einigen schwächer pigmentierten Hautbezirken, mit Nervenbeteiligung und seltener mit Verstümmelungen. Bei dieser Form der Krankheit kommt es frühzeitig zum Verlust der Tastempfindung (Temperatur-, Berührungs- und Schmerzempfindung) in den betroffenen Gebieten. Das führt häufig zu Verletzungen, weil die Betroffenen Schmerzen nicht frühzeitig genug spüren, um eine Verletzung zu vermeiden. Außerdem kommt es zu verminderten Schweißproduktion in den befallenen Arealen. Die Hautveränderungen können von selbst abheilen. Die Ansteckungsgefahr dieser Form ist gering und die Prognose gut. Die lepromatöse Lepra ist verbunden mit der Bildung von Geschwulsten und Verstümmelungen. Die lepromatöse Lepra ist die schwerere Verlaufsform, bei der die Haut massiv befallen wird. Sie wird charakterisiert durch knötchenartige Geschwulste und häufig vorkommende Verstümmelungen an Gesicht, Händen, Füßen und Rücken. Es kommt zum Befall von Nerven, die bis hin zu Lähmungen führen können. Die Gefühlsverluste der befallenen Gebiete treten später auf als bei der Nervenlepra. Wie bei der leichteren Form ist die Schweißsekretion vermindert, und es kann zum Haarausfall kommen. Im Endstadium breitet sich die lepromatöse Lepra auf den ganzen Organismus aus. übertragung
Der beste Schutz ist ein gutes Immunsystem. Der Ausbruch der Erkrankung ist abhängig von der Abwehrlage des Körpers. Aus diesem Grunde ist eine Erkrankung in nördlichen Breiten selten. Diese Menschen sind wegen ihres allgemein guten Immunstatus nur selten betroffen. Aus diesem Grund ist eine Infektion auch bei Urlaubsreisen in die gefährdeten Gebieten unwahrscheinlich. Der übertragungsweg der Lepra ist auch heute noch nicht eindeutig geklärt. Der übertragungsweg der Lepra ist bis heute nicht geklärt, so daß sich keine prophylaktischen Ratschlägen geben lassen. Diskutiert wird eine genetische Disposition und/oder die Ansteckung durch Wundsekret. Auch tierische überträger werden angenommen. Das ist bisher aber noch nicht sicher nachgewiesen. Der direkte Kontakt zu Leprakranken ist nicht gleichbedeutend mit einer Ansteckungsgefahr. Leprakranke werden heute nicht mehr isoliert. Lepra kann noch Jahre nach der Ansteckung zum Ausbruch kommen. Behandlung
Eine jahrelange medikamentöse Therapie ist erforderlich. Die Behandlung richtet sich nach der Erscheinungsform der Lepra. Um diese festzustellen, ist der Lepromintest sehr wichtig. Danach wird, abhängig von der Erscheinungsform, monate- bis jahrelangen eine Kombinationstherapie mit den Medikamenten Dapson, Rifampicin und Clofazimin empfohlen. Typisch für Lepra ist ein Wechsel der Immunitätslage, der oft zu einer Verschlechterung führt. Diese, als Lepra-Reaktionen bekannten Veränderungen, werden mit speziellen Medikamenten behandelt. Die Vorgänge sind sehr komplex. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll, sich von einem Spezialisten behandeln zu lassen. Begleitende Therapien sind sinnvoll. Bei der schweren Lepraform wird im Rahmen der Therapie auch plastische Rekonstruktion der Verstümmelungen sowie körperliche, psychische und soziale Rehabilitation notwendig. Eine Isolierung der Betroffenen ist heute nicht mehr erforderlich. Lepra kann in vielen Fällen geheilt werden. Die Aussicht auf eine vollständige Heilung ist günstig. Voraussetzung dafür ist, die Lepra frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nur so können schwerwiegendere körperliche Defekte verhindert werden.
Läuse, Kopfläuse, Filzläuse, Kleiderläuse
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Die Hautparasiten lieben dicht behaarte Körperstellen. Läuse sind Parasiten der Haut, die sich gerne in dicht behaarten Bereichen aufhalten. Sie sind Blutsauger. In Abständen von zwei bis drei Stunden nehmen sie eine - Mahlzeit - zu sich. Die weiblichen Läusen legen Eier ab, die in Kapseln an die Haare angeklebt werden. Man nennt sie Nissen. Je nach Ort werden drei verschiedene Arten von Läusen unterschieden: Kopfläuse, Filzläuse und Kleiderläuse. Der Biß der Kopflaus ist schmerzlos, juckt aber stark. Kopfläuse kleben ihre Eier an den Haaren an. Kopfläuse sind nur etwas zwei bis drei Millimeter lang. Am liebsten leben sie im dichten Haarbewuchs an der Kopfrückseite oder hinter den Ohren. Kopfläuse können die Farbe des Haares annehmen. Deshalb sind sie zuerst schwer zu erkennen. Ihre Lebensspanne beträgt 30 Tage. In dieser Zeit legt eine weibliche Kopflaus ungefähr 50 bis 150 Eier. Die Eier sind weiß bis durchsichtig. Sie werden in den Nissen in Kopfhautnähe an den Haaren befestigt. Dazu wird eine Kitsubstanz produziert, die sehr haltbar ist. Der Biß einer Kopflaus ist schmerzlos. Die an der Bißstelle entstehenden Papeln jucken jedoch stark. Oft kommt es zu ekzemartigen Hauterscheinungen, die sich durch Kratzen noch verstärken. Dann kann ein zusätzlicher bakterieller Befall zu Lymphknotenschwellungen führen. Filzläuse sind winzig klein und verursachen, besonders im Schamhaarbereich, entlang der Bißstellen Blutergüsse. Filzläuse sind kleiner als Kopfläuse. Sie werden nur ungefähr 1,5 bis 2 Millimeter groß und haben eine flache, rundliche Form. Filzläuse bevorzugen behaarte Körperregionen, in denen viele Schweißdrüsen sind. Deshalb halten sind sie im Schamhaarbereich, in den Achselhöhlen und in der Brustbehaarung zu finden. Bei Kindern, bei denen diese Behaarung noch nicht ausgeprägt ist, finden sich Filzläuse gelegentlich an den Wimpern und Augenbrauen. Das kann sehr unangenehm sein, weil die Kitsubstanz, mit der die Läuse ihre Eier an den Haaren befestigt, im Schlaf die Wimpern verklebt. Da sie Substanz nicht herausgewaschen werden kann, müssen in einem solchen Fall sie Wimpern ausgezupft werden. Filzläuse verursachen starken Juckreiz. An den Bißstellen bilden sich oft kleine Blutergüsse. Kleiderläuse leben nicht auf der Haut. Sie können aber Infektionskrankheiten übertragen. Die Kleiderlaus ist der größte Vertreter der auf den Menschen lebenden Läusen. Sie wird 3 bis 4,5 Millimeter groß. Kleiderläuse leben nicht auf dem Menschen. Sie bevorzugen körpernahe und warme Wäschefalten. Nur zur Nahrungsaufnahme begeben sich Kleiderläuse auf die Haut des Menschen. Die Eier legt die Kleiderlaus am liebsten in Kleidersäume und -falten. Aus ihnen schlüpfen nach 7 bis 9 Tagen Läuse aus. Der Juckreiz, der durch die Kleiderlaus verursacht wird, ist besonders stark. Darum ist die Gefahr von bakteriellen Infektionen, die durch das Aufkratzen der betroffenen Stellen begünstigt werden, besonders groß. In seltenen Fällen können Kleiderläuse gefährliche Infektionskrankheiten übertragen, z. B. Rickettiose, Fleckfieber oder Rückfallfieber. übertragung
Nicht mangelnde Hygiene ist verantwortlich - Läuse werden durch Berührung und Nähe übertragen. Im Gegensatz zu der früher vorherrschenden Meinung, hat die übertragung von Läusen wenig mit den hygienischen Verhältnissen zu tun. Läuse können nicht springen, dafür sind sie sehr schnelle Läufer. Sie gelangen von einem Menschen zum anderen, wenn sich z. B. die Kopfhaare berühren. Auch ausgeliehene Mützen, Hüte und Schals können Läuse - mitbringen - . Ein ausgefallenes Haar, das mit Nissen behaftet ist, überträgt Läuse ebenso, wie ein geliehener Kamm. Gerade Kopfläuse sind heute durch das ausleihen von Kleidungsstücken wieder weiter verbreitet. An Garderoben hängen Kleidungsstücke eng beieinander. Da kann sich eine Kopflaus bequem von einem Kleidungsstück zum nächsten begeben. Deshalb sind in Schulen und Kindergärten oft große Gruppen befallen. Aber auch die Häufung in Familien beruht auf derselben Ursache. Beim Geschlechtsverkehr haben es Filzläuse besonders leicht. Bei Filzläusen erfolgt die übertragung auf dem gleichen Weg, durch die Berührung der Haare. Da Filzläuse den Schamhaarbereich bevorzugen, werden sie häufig beim Geschlechtsverkehr übertragen. Manchmal können sie aber auch über Kleidung, oder durch die Bettwäsche übertragen werden. Filzläuse können in der Bettwäsche bis zu vier Tagen überleben. Behandlung
Läusemittel töten Läuse ab. Im Gegensatz zu früher verliert man heute bei der Behandlung von Läusen nicht mehr seine Haare. Moderne Läusemittel töten die Läuse ab. Es gibt unterschiedliche Wirkstoffe, z. B. Malathion, Allethrin oder Carbaryl. Meistens sind die Wirkstoffe in speziellen Shampoos enthalten. Nissen müssen nach einem Essigbad aus dem Haar herausgekämmt werden. Die Waschungen müssen nach einigen Tagen wiederholt werden. Oft werden nicht alle Läuse abgetötet. Außerdem können in den Nissen noch Eier überlebt haben. Nach der Behandlung sind die Nissen leer. Sie kleben aber immer noch am Haar fest. Um sie zu lösen, wird das Haar mit Essigwasser gewaschen. Danach lassen sich die Nissen mit einem Läusekamm (der hat sehr enge Zinken) herauskämmen. Läusemittel nur unter ärztlicher Aufsicht anwenden. Läusemittel sind giftig. Schließlich töten sie Lebewesen. Deshalb sollte die Behandlung unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Das ist ganz besonders bei Kindern und Säuglingen wichtig. Bei aufgekratzten Hautstellen ist zudem noch die Gefahr groß, daß das Läusemittel in den Körper eindringt. Dann kann es zu Komplikationen kommen. Aus diesem Grund wird z. B. bei Säuglingen auch oft eine stationäre Behandlung befürwortet. Kleidungsstücke müssen entlaust werden. Kleidungsstücke müssen von Läusen befreit werden, damit eine erneute übertragung verhindert wird. Das kann durch Hitze-Sterilisation (Waschen siehe Selbsthilfe) oder durch Kühllagerung geschehen. Die Kühllagerung muß mindestens 14 Tage erfolgen. Die gesamte Wohngemeinschaft muß behandelt werden. Eine Läusebehandlung kann nur erfolgreich sein, wenn die gesamte Wohngemeinschaft behandelt wird. Ist in einer Familien das Kind betroffen, so müssen auch beide Eltern mitbehandelt werden. Nur so kann das Herumreichen der Parasiten verhindert werden. Selbsthilfe
Keine falsche Scham: Informieren Sie Ihre Umgebung. Durch die Art der übertragung haben es Läuse leicht. Falsche Scham führt aber häufig ebenfalls zu unnötigen übertragungen. Wenn Sie in Ihrer Familien einen Läusebefall feststellen, sollten sie insbesondere Kindergarten, Schule und die nahen Freunde informieren. So können sie die Verbreitung eindämmen. Oft finden sich dort auch Betroffene. Wer wen angesteckt hat, läßt sich sowieso nicht feststellen. Also keine falsche Scham. Auswaschen oder Aushungern - Läuse müssen auch auf Gegenständen getötet werden. Kopfläuse sterben ab, sobald sie einer Temperatur von über 51 Grad Celsius ausgesetzt sind. Das bedeutet, Sie müssen Haarbürsten, Haarschmuck, Kämme usw. in entsprechend heißes Wasser legen. Handtücher, Bettwäsche, Mützen, Schals etc. müssen bei 60 Grad gewaschen werden. Sie können die Kopfläuse auch - aushungern - . Dazu legen sie die Gegenstände in einen gut verschlossenen Plastiksack und bewahren ihn mindestens zwei Wochen lang, so warm wie möglich, auf. Haare weg - Läuse weg! Wer nichts gegen einen Radikalschnitt hat, kann sich auch die Haare ganz kurz schneiden. Dann sind alle Nissen und Kopfläuse auf der Stelle weg. Ihnen ist es dann zu - luftig - . Notwendig ist das aber nicht. Kleidungsstücke müssen so heiß wie möglich gewaschen werden. Kleiderläuse - entsorgt - man am besten, indem man alle Kleidungsstücke, Handtücher und Bettwäsche kochendheiß wäscht. Man kann sie auch reinigen lassen. Dasselbe gilt für Filzläuse. Hier sind besonders die Unterwäsche, Nachtzeug und Bettwäsche betroffen. Alles so heiß wie möglich waschen, und die Läuse verschwinden. Keine Gegenstände ausleihen. Wenn sie nicht betroffen sind, ist die beste Vorbeugung, den Körperkontakt mit Personen zu vermeiden, die Läuse haben. Sie sollten auch keine Gegenstände ausleihen, wie z. B. Mützen, Hüte, Schals, Haarbürsten, Kämme, Handtücher, Bettwäsche etc.
Kokarden-Erythem
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Das Kokarden-Erythem, oder Erythema exsudativum multiforme, ist eine schwere Erkrankung. Es kann verschiedene Ursachen haben. Auslöser können sein:
virale Infektionen, bakterielle Infektionen und Nebenreaktion bestimmter Medikamente. Bei den Medikamenten wurden als Auslöser vorwiegend Antibiotika, Hydantoine (schlaffördernde und antiepileptische Wirkung) , Pyrazolone (wirken schmerzlindernd und fiebersenkend) bekannt. Es bilden sich typische rosettenförmige Herde. Das Kokarden-Erythem kommt häufig bei Jugendlichen vor. Es zeigen sich münzgroße, etwas erhabene Rötungen, die oft paarweise auftreten. In der Mitte dieser Rötungen finden sich oft Papeln, die sich zu Blasen entwickeln können. Am Rand der Herde können sich konzentrische Ringe bilden. Das führt dann zu einem kokarden- oder schießscheibenähnlichen Bild. (Kokarde ist ein anderes Wort für Rosette.) Die Rötungen treten bevorzugt an den Extremitäten auf. Vor allem die Handrücken und die Streckseiten der Unterarme sind betroffen. Bei der Minorform bilden sich keine Blasen. Beim Kokarden-Erythem unterscheidet man zwei Formen, die Minor- und die Majorform. Bei der Minorform bilden sich keine Blasen. Den Betroffenen geht es gut. Bei der Majorform kommt es zu einer Verschlechterung des Allgemeinbefindens. Es bilden sich Blasen und die Schleimhaut ist ebenfalls betroffen. Eine besonders schwere Form ist das Stevens- Johnson- Syndrom. Es gibt auch noch eine besonders schwere Variante der Majorform, das Stevens- Johnson- Syndrom. Beim Stevens- Johnson- Syndrom ist die Schleimhaut sehr stark betroffen. Besonders Mund-, Augen-, und Genitalschleimhäute. Hier besteht besonders die Gefahr einer Sekundärinfektion. Die Hauterscheinungen heilen zwar ab, aber es bleiben oft Narben zurück. Die Schleimhäute müssen besonders intensiv behandelt werden. Zur Therapie werden meistens Kortikosteroide in systhemischer Form eingesetzt. Ist die Schleimhaut betroffen, helfen Mundspülungen mit Kamillenextrakten oder Bepanthen. Die Ausschläge können örtlich noch mit Zinksalben behandelt werden. Zur Vorbeugung von Infektionen können Antibiotika sinnvoll sein.
Kleiepilzflechte
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Die Kleiepilzflechte, oder Pityriasis versicolor, ist eine nichtentzündliche, harmlose und weltweit verbreitete Pilzerkrankung durch den Pilz Pityrosporum ovale. Diese Pilzart gehört zur normalen Flora der Kopf- und Leistengegend.
Bei Menschen mit starker Körperbehaarung und durch starkes Schwitzen kann sich der Pilz auch auf andere Bereiche der Haut ausbreiten. Betroffen sind häufig Schulter, Hals, Brust und Rücken. Dort entwickeln sich scharf abgegrenzte, rötliche bis braune Flecken auf der Haut. Die Flecken sind nur klein, ungefähr so groß wie ein Pfennigstück. Sie können aber zu größeren Herden zusammenfließen. Innerhalb dieser Herde kann die sich die Farbe des Pilzgeflechtes unterschiedlich abzeichnen. Oft ist die Oberfläche des Herdes glatt. Sie kann aber auch kleieförmige Schuppen bilden. Die Schuppen sehen weißlich hell aus und sind splitterig. Daher stammt auch der Name.
Auf brauner Haut zeigen sich weiße Flecken. Die dunklen Flecken werden als Pityriasis versicolor bezeichnet. Sie finden sich auf heller Haut. Auf gebräunter Haut zeichnet sich das Pilzgeflecht als weißliche Flecken ab. Diese Form nennt sich Pityriasis versicolor alba.
Pilze lieben es feucht und warm. Die Krankheit kommt häufig im Sommer und in heißem, feuchten Klima vor. In europäischen Ländern sind nur ungefähr 0,5 bis 5 Prozent der Bevölkerung betroffen. In tropischen Ländern aber sind es 60 Prozent. Die Kleiepilzflechte kann außerdem als Begleiterscheinung einer systemischen Cortisontherapie auftreten. Patienten über 40 erkranken kaum. Mangelnde Hygiene ist kein begünstigender Faktor.
Shampoos und Cremes mit pilztötenden Substanzen helfen, die Pityriasis versicolor zu beseitigen. Durch Kratzen kann man von den befallenen Stellen Schuppen ablösen, die zur mikroskopischen Diagnosestellung verwendet werden. Soll eine Behandlung erfolgreich sein, ist es wichtig, die Reservoires des Pilzes am Kopf und unter der Behaarung zu vernichten. Dazu werden die Haare an Brust, Beinen oder im Genitalbereich entfernt. Außerdem werden die Kopfhaare mit Shampoos gewaschen, die pilztötende Substanzen enthalten. Der Körper kann mit Pyrithion-Zink-Cremes und Ketoconazol-Lösungen eingerieben werden, um die Pilzgeflechte abzutöten. Diese Behandlung wird in der Regel über zwei Wochen alle zwei Tage durchgeführt.