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Keloide
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Keloide sind wulstartige, harmlose Wucherungen der Haut. Sie gehören zu den gutartigen Tumoren. In seltenen Fällen entstehen Keloide spontan. Meistens sind sie aber die Folge einer überschießenden Narbenbildung nach einer Verletzung. Oft treten sie auch bei Verbrennungen auf.
Auf weißer Haut zeichnen sich Keloide durch ihre helle rote Farbe optisch deutlich ab. Auf schwarzer Haut haben die Wucherungen eine braune, bis gräulich schwarze Farbe. Die Wucherungen können zwar flach, aber deutlich über das Niveau der Haut hinausragen. Sie können aber auch wulstartige Verdickungen bilden. Dabei bleiben sie nicht auf das Gebiet einer Narbe beschränkt. Sie wuchern auch auf gesunde Hautpartien über und können so große Flächen bedecken. Keloide kommen häufig an der Brust, am Hals und im Gesicht vor. Sie können auf Druck Schmerzen verursachen und gelegentlich jucken.
Es besteht eine erbliche Disposition. Akne-, Pocken- oder Operationsnarben können sich in Keloide umwandeln. Keloide treten vermehrt bei asiatischen und schwarzen Rassen auf. Es besteht eine familiär gehäufte genetische Veranlagung zu Keloidbildung.
Die Wucherungen können zu einer Einschränkung der Beweglichkeit führen. Die selten auftretenden spontan gebildeten Keloide senken sich oft im Laufe der Zeit ab und verblassen, bis sich die normale Hautfarbe wieder durchsetzt. Die Narbenwucherungen bilden sich aber nicht zurück. Sie können, besonders, wenn sie ein Gelenk umschließen, zu funktionellen Einschränkungen führen. Das Gelenk kann sich, wegen der Wucherung, nicht mehr frei bewegen.
Die Betroffenen leiden oft unter dem entstellenden Aussehen. Das weitaus größere Problem bei einem Keloid ist aber das entstellende Aussehen. Die Betroffenen leiden sehr darunter. Häufig kommt es zu psychischen Erkrankungen als Folge des Keloids. Eine Entfernung des Keloid ist schwierig und problematisch. Oft kommt es nach der operativen Entfernung zu einer erneuten und sogar stärkeren Bildung des Keloids. Diese Reaktion wird durch einen Reiz ausgelöst, der bei der Entfernung des Keloids entsteht. Eine hohe Rezidivrate macht eine Entfernung des Keloids kompliziert. Zur Unterdrückung des Reizes, wird vor dem Eingriff eine Injektion von Glucocortikoid-Kristall-Suspension in die Schnittwunde gesetzt. Auch Röntgenbestrahlung, Vereisung der Keloide und Druckverbände an den betroffenen Stellen haben schon Erfolge gebracht. Sie können aber, genau wie der chirurgische Eingriff selbst, auch fehlschlagen. Die Rückbildungsrate bei Keloiden beträgt ungefähr 30 Prozent. Aus diesem Grund wird oft eine Massage der Keloidbereiche mit einem speziellen Gel oder einer Cortison-Salbe durchgeführt.
Ichthyosis
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Was ist Ichthyosis?
Ichthyosis ist ein Sammelbegriff für Erbkrankheiten, bei denen die Haut vermehrt Schuppen bildet.
Ichthyosis wird auch als Fischschuppenkrankheit bezeichnet. Eigentlich ist es ein Oberbegriff, unter den mehrere Erkrankungen zusammengefaßt werden, die alle etwas gemeinsam haben: Die Betroffenen leiden unter trockener Haut und einer vermehrten Bildung von Hautschuppen. Aus diesem Grunde ist die Ichthyosis auch eine Verhornungsstörung. Weil aber diese Erkrankung auch ein Erbleiden ist, kann man die Ichthyosis in vielen Büchern auch unter der Kategorie - Erbkrankheiten - finden. Eigentlich ist der Name Fischschuppenkrankheit auch nicht so ganz zutreffend, weil die Schuppen sich nicht überlappen wie bei einem Fisch. Bei der Ichthyosis liegen die Schuppen pflasterartig nebeneinander. Sie bilden eher ein Muster, wie die Haut eines Reptils.
Ichthyosis vulgaris
Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen.
Ichthyosis vulgaris ist die häufigste Form von Ichthyosis. Von 1000 Menschen ist einer von dieser Erkrankung betroffen. Für die Genetiker unter Ihnen: Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt. Männer und Frauen sind gleichermaßen häufig betroffen.
Die Krankheit bricht in den ersten beiden Lebensjahren aus. Der Ausbruch von Ichthyosis vulgaris liegt bei Kindern in den ersten zwei Lebensjahren. Bis zu Pubertät verstärken sich die Symptome und bleiben dann im wesentlichen unverändert. Die Beschaffenheit der Haut ist trocken. Der Grund dafür ist die verminderte Aktivität der Talg- und Schweißdrüsen. Die Schuppen der Ichthyosis vulgaris sind grau bis grünlich und fallen feinpulverig ab.
Die Streckseiten von Armen und Beinen sind betroffen. Typisch für dieses Krankheitsbild ist der symmetrische Befall der Extremitäten. Dabei sind vor allem die Streckseiten betroffen. Auf Rücken, Hände und Gesicht finden sich selten Krankheitszeichen. Charakteristischerweise werden die Gelenkbeugen immer freigelassen und die Hand- und Fußlinienmuster sind typisch überbetont vergröbert. Die Haut der Hände fühlt sich trotzdem samtartig weich an.
Im Sommer geht es vielen besser. Weil die Ichthyosis vulgaris eine Erbkrankheit ist, ist eine vollständige Heilung meistens nicht zu erreichen. Durch die Therapie können die Symptome jedoch gelindert werden. Positiv wirken sich auch hohe Luftfeuchtigkeit und warme Temperaturen aus. Aus diesem Grund geht es den Betroffenen im Sommerurlaub oft besser.
X-chromosomal Ichthyosis
Fast nur Männer sind betroffen. Die X-chromosomal vererbbare Ichthyosis, führt fast nur bei Männern zu Symptomen. Sie ist die zweithäufigste Form der Ichthyosis. An ihr erkrankt von 6000 Menschen einer.
Die Krankheit zeigt sich früh. X-chromosomale Ichthyosis zeigt sich bereits in den ersten Lebensmonaten oder sogar schon bei der Geburt. Nach dem ersten Auftreten verstärken sich die Krankheitszeichen bis zur Pubertät.
Brust, Rücken und Gelenkbeugen sind befallen. Anders als bei der autosomal-dominant vererbbaren Form befällt sie die Brust und den Rücken und ebenfalls die Gelenkbeugen. Das ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Die Hände und Füße bleiben ausgespart und die Handlinienmuster sind normal. Auch die Schuppen sehen anders aus. Bei der X-chromosomalen Ichthyosis sind die Schuppen gröber und haben eine bräunliche Farbe.
Frauen leiden nur unter leichten Symptomen. Die Schuppung ist bei der X-chromosomalen Ichthyosis schwerer, als bei der Ichthyosis vulgaris. Aber auch hier findet in der warmen Jahreszeit eine Linderung der Symptome statt. Ganz selten erkranken auch Frauen an dieser Krankheit. Sie leiden dann aber nur unter leichten Symptomen, z. B. leichter Schuppung und tiefsitzender Hornhauttrübung.
Refsum-Syndrom
Das Refsum-Syndrom kann neurologische Schäden herbeiführen. Das Refsum-Syndrom ist vom äußeren Erscheinungsbild und unter dem Mikroskop (histologisches Bild) der Ichthyosis vulgaris sehr ähnlich. Die Ursache für die vermehrte Schuppung liegt aber nicht, wie bei der Ichthyosis vulgaris in einer mangelnden Abschilferung der Schuppen. Vielmehr wir bei den vom Refsum-Syndrom Betroffenen die Fettsäure Phytansäure vermehrt in der Haut gespeichert. Dadurch wird die Haut trocken und schuppig. Das Refsum-Syndrom wird außerdem von vielen neurologischen Symptomen, wie Nachtblindheit, Polyneuritis oder Ataxie (Koordinationsstörung von Bewegungsabläufen) begleitet.
Erythrodermia congenitalis ichthyosiformis
Erythrodermien treten oft als Folge anderer Erkrankungen auf. Als Erythrodermien bezeichnet man entzündliche Prozesse der Haut, bei denen es zu Rötung, Schuppung und Juckreiz kommt. Eine Erythrodermie kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann genetisch bedingt sein, oder als Folge einer Arzneimittelallergie auftreten. Sie kann als Begleitsymptom bei Leukämie auftreten, oder sich nach einer Hauterkrankung, z. B. der Schuppenflechte entwickeln. Die hier vorgestellte Erythrodermia congenitalis ichthyosiformis ist eine vererbte Form der Ichthyose, die ebenfalls Krankheitszeichen der Erythrodermien aufweist.
Es gibt eine blasenbildende und eine blasenlose Form. Bei der Erythrodermia congenitalis ichthyosiformis, die auch eine Form der Ichthyose ist, werden zwei Arten unterschieden, die bullöse Form (d.h. blasenbildende) und die nicht-bullöse Form.
Die Veranlagung, sehr schnell Blasen zu bilden, bleibt das ganze Leben lang bestehen. Bei der blasenbildenden Form kommt es unmittelbar nach der Geburt oder schon im Mutterleib zu einer ausgeprägten Ablösungen der Oberhaut. Die darunterliegende Haut ist gerötet. Die Haut des Kindes sieht aus, als wäre sie verbrüht. Im weiteren Verlauf bilden sich Blasen, die immer wieder auftreten. Die Blasen bilden sich zurück, ohne Narben zu hinterlassen. Nach und nach wird die Haut immer trockener und fängt an, zu schuppen. Die Haut ist aber stets gerötet. Die Schuppen haben einen stacheligen Charakter und eine schmutzig-braune Färbung. Teil des Krankheitsbildes kann auch ein verstärktes Nagel- und Haarwachstum sein. Die Veranlagung, bei mechanischer Beanspruchung, äußerst schnell Blasen zu entwickeln, bleibt bestehen. Die blasenbildende Erythrodermia congenitalis ichthyosiformis ist eine seltene Erkrankung. Nur einer von 500.000 ist betroffen. Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt.
Die gerötete Haut des Neugeborenen ist von feinen Schuppen bedeckt. Die nicht blasenbildende Form der Erythrodermia congenitalis ichthyosiformis hat einen autosomal-rezessiven Erbgang. Sie kommt genauso selten vor, wie die blasenbildende Form. Typisch für diese Erkrankung ist, daß Neugeborene in einen pergamentartigen Sack eingehüllt sind. Der - Sack - wird nach zwei Tagen abgestoßen. Erst jetzt kommt die gerötete Haut und von feinen Schuppen bedeckte Haut des Neugeborenen zum Vorschein. Dabei ist die Haut des ganzen Körpers befallen. ähnlich wie bei der blasenbildenden Form kann es zu beschleunigtem Nagel- und Haarwachstum kommen.
Therapie
Eine vollständige Heilung gibt es nicht. Die Symptome können aber gelindert werden. Die Verhornungsstörungen der Ichthyosis-Form beruhen auf genetischen Defekten. Eine Behandlung kann nur für die Dauer der Therapie Erfolge erbringen. Die Behandlung besteht in erster Linie im Einfetten der Haut. Das zielt drauf ab, die Schuppen zu lösen und die Haut einzufeuchten. Dazu können Harnstoff-Präparate oder Retinoide örtlich verwendet werden. Auch öl- und Salzbäder sind hilfreich. Auch Höhensonne oder Klimaaufenthalte können die Symptome verbessern. Alle diese Maßnahmen unterstützen sinnvoll eine medikamentöse Therapie.
Genaue Abwägung der Medikation bei Schwangeren und Kindern. Bei Frauen sollte Retinoid Acitretin nur nach Abwägung eingesetzt werden. Es kann im Falle einer Schwangerschaft zu Mißbildungen beim Kind führen. Wegen seiner möglicherweise schädigenden Einflüsse auf das Skelettsystem ist der Einsatz dieses Medikamentes bei Kindern auch vorsichtig zu bewerten.
Berufsberatung gehört dazu. Zu einer umfassenden vorbeugenden Beratung gehören auch Informationen zur Berufswahl für die Betroffenen. Eine Tätigkeit in feuchtem Milieu und der Umgang mit entfettenden und hautschädigenden Substanzen kann sich auf den Verlauf der Erkrankung negativ auswirken.
Mykosen
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Pilzerkrankungen, die auch Mykosen genannt werden, sind sehr hartnäckig. Das liegt auch daran, daß Pilze aus einzelnen Zellen aufgebaut sind, die regelrechte Fäden ausbilden, die Pilzfäden. Die Pilzfäden verzweigen sich und bilden widerstandsfähige Geflechte. Diese Geflechte werden Myzel genannt. Die Sporen sind der Teil des Pilzes, der für die Vermehrung zuständig ist. Sporen haben eine Dauerform und können praktisch ohne Stoffwechsel überleben. Finden sie dann ideale Lebensbedingungen, fangen sie an zu keimen und ein Pilzgeflecht zu entwickeln. Pilze sind Schmarotzer. Pilze sind Schmarotzer, die sich von den Substanzen der Hornschicht der Oberhaut ernähren. Werden Pilze von Tieren auf den Menschen übertragen, verläuft die Erkrankung häufig schneller und ist auch entzündlicher, als bei einer übertragung von Mensch zu Mensch. Pilze machen es einem nicht leicht. Mykosen sind häufig nicht von bakteriellen Hauterkrankungen zu unterscheiden. Deshalb ist eine Diagnosestellung oft schwierig. Außerdem können die gleichen Pilze verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen. Umgekehrt gilt dasselbe. Gleiche Krankheitsbilder werden oft von verschiedenen Pilzen verursacht. Das macht Mykosen zu oft sehr hartnäckigen und schwer therapierbaren Erkrankungen.
Nur ein Arzt hilft fachgerecht. Leichte Pilzerkrankungen werden oft nicht ernst genommen. Viele Menschen versuchen, den Pilzen mit frei erhältlichen Antipilzmittel auf den Leib zu rücken. Nicht immer ist das von Erfolg gekrönt. Wenn sie Zweifel haben, sollten sie besser einen Arzt aufsuchen. Es gibt verschiedene Arten von Pilzen. Welcher für eine Erkrankung verantwortlich ist, sollte vor der Behandlung festgestellt werden. Diese Untersuchung dauert aber oft bis zu 4 Wochen. Dennoch ist, insbesondere bei schweren Krankheitserscheinungen, ein Test unumgänglich. Antimykotika haben häufig ein breites Wirkspektrum. Viele Medikamente, die gegen Pilze wirken, sogenannte Antimykotika, haben ein breites Wirkspektrum. Deshalb wirken sie auch oft, ohne eine genaue Bestimmung der Pilzart. Dennoch wirkt nicht jedes Antimykotikum gegen jeden Pilz. Insbesondere, wenn das Medikament eingenommen werden soll, sollte eine vorherige Bestimmung der Pilzart erfolgen. Das ist besonders deshalb wichtig, weil Antimykotika unter Umständen mit schwereren Nebenwirkungen einhergehen können. Bei äußerlichen Anwendungen dagegen, kann man schon mal auf diesen Test verzichten. Diese Abwägungen sollte der Arzt treffen. Er sollte sie aber auch mit den Betroffenen diskutieren.
Medikamente nie ohne den Rat des Arztes absetzen. Bei Pilzerkrankungen ist besonders eines von Wichtigkeit: Medikamente, die der Arzt verordnet hat, sollten auf keinen Fall selbständig abgesetzt werden. Nehmen Sie die Medikamente so lange, wie es Ihnen Ihr Arzt gesagt hat. Das gilt auch dann, wenn Sie auf der Haut nichts mehr erkennen können. Denn auch, wenn Sie nichts mehr sehen, können die Pilze immer noch vorhanden sein. Denken Sie daran, daß Pilze überlebenskünstler sind. Wird ein Medikament vorzeitig abgesetzt, kommt es zu einem erneuten Beginn der Pilzerkrankung.
Nesselsucht
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Symptome
Urtikaria bildet schnell juckende Schwellungen. Nesselsucht heißt in der Fachsprache Urtikaria. Sie ist das beste Beispiel für eine Allergie vom Soforttyp. Innerhalb von Minuten nach dem Kontakt mit einem Allergen bilden sich juckende Quaddeln, so wie bei der Berührung von Bennnesseln. Die Schwellungen der Urtikaria entstehen in der Oberhaut. Die Quaddeln können kleine sein, oder auch den ganzen Körper bedecken. Zu Beginn der Reaktion zeigen sich begrenzte, geschwollene und leicht erhabene Rötungen, die schnell größer werden und jucken. Es können sich auch weißliche Flecken bilden. Die Quaddeln können einzeln auftreten und die Größe von Linsen haben. Meistens stehen sie aber beetartig zusammen. Sie können sich auch über den ganzen Körper ausbreiten und zu großflächigen Gebilden zusammenfließen. Die Dauer der Schwellungen ist unterschiedlich. Die Quaddeln können nach wenigen Minuten zurückgehen, oder auch wochenlang bleiben. Bleiben Quaddeln länger als 4 Wochen, spricht man von chronischer Nesselsucht. Ursachen
Mechanischer Druck kann Auslöser sein. äußerlich lassen sich urtikarielle Quaddeln durch mechanische Einwirkung auslösen. Fährt man z. B. mit einer Büroklammer oder einem anderen, dünnen aber stumpfen Gegenstand fest über die Haut, entsteht wenige Minuten danach eine Urtika entlang der Reibefläche. Der Hautausschlag verschwindet nach wenigen Minuten wieder. Diesen Effekt nennt man Urticaria factita. Bei der Wärmereflex- Urtikaria können Anstrengungen oder emotionale Erregung die Beschwerden auslösen. Im Alltag kann können Quaddeln durch mechanischen Druck auftreten. Trägt man z. B. zu lange einen zu schweren Rucksack, so können sich entlang der Druckstellen der Gurte Quaddel bilden. Aber auch Kälte, Wärme oder das Licht einer bestimmten Wellenlänge können dieselben Effekte haben. Kurioserweise können in manchen Fällen auch extreme körperliche Anstrengung oder emotionale Erregung zu kleinen, linsengroßen Quaddeln führen. Diese Form nennt sich Wärmereflex-Urticaria. All diese Reaktionen beruhen auf allergischen Mechanismen, die bis heute nicht vollständig erklärbar sind. Nahrungsmittel führen häufig zu schwereren Beschwerden. In vielen Fällen sind andere, sogenannte immunologische Ursachen für eine Nesselsucht bekannt. So können verschiedene Lebensmittel, wie Nüsse, Gewürze, Fisch oder Schalentiere (Muscheln, Krabben etc.) zu allergischen Reaktionen sofort nach dem Verzehr führen. Die allergischen Reaktionen bestehen häufig in einer Quaddel- oder ödembildung. Es kann aber auch zu Luftnot und in besonders schweren Fällen zum anaphylaktischen Schock kommen. Die gleichen Effekte können auch Medikamente, vor allem Penicillin und Aspirin, sowie die in Lebensmitteln enthaltenen Konservierungs- und Farbstoffe, verursachen. Dabei können auch Asthma- und heuschnupfenartige Anfälle auftreten. Die nebenstehende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Jeder muß selbst mithelfen herauszufinden, gegen welchen Stoff er allergisch ist. In der nachfolgenden Liste finden sie noch einmal mögliche Auslöser für die Nesselsucht:
Nahrungsmittel wie Fisch, Eier , Getreide, Kuhmilch, Krustentiere, Muschel, Nüsse, Beeren. Lebensmittelzusatzstoffe, z. B. Chinin in Tonic water, Menthol in Zahnpaste, Färbemittel etc. Rückstände von Spritzmittel auf Obst und Gemüse oder in Fleisch gespritzte Medikamente. Medikamente zum Einnehmen, besonders Salicylate wie Aspirin, oder Penicillin. Salben und Zäpfchen. Metalle im Körper, z. B. bei Operationen verwendete Metalle oder Amalgam in Zahnplomben. Insektenstiche. Pflanzen. Tierhaare. Sonnenstrahlen und Röntgenstrahlen. Druck auf die Haut. große Kälte oder extreme Temperaturschwankungen. Virusinfektionen. akute eitrige Infekte. Behandlung
Zuerst den Auslöser ermitteln. Viele akute Urtikaria klingen ohne medikamentöse Behandlung ab. Als erstes sollte unbedingt versucht werden, den Auslöser zu ermitteln. Dann kann dieser Stoff gemieden werden. Der Prick-Test kann helfen, den Auslöser zu finden. Das kann manchmal sehr langwierig sein. Zur Ermittlung des Auslösers wird der Prick-Test durchgeführt. Dabei werden verschiedene Stoffe auf die Haut aufgetragen, von denen bekannt ist, daß sie zu allergischen Reaktionen führen können. Die Stoffe sind meistens in einer Lösung enthalten. Die Haut unter dem Tropfen der Lösung wird angeritzt, damit das Allergen in die Haut gelangen kann. Bei einer allergischen Reaktion bildet sich an der betreffenden Stelle innerhalb von wenigen Minuten eine rote Schwellung. Besteht der Verdacht, daß man auf z. B. Käse allergisch reagiert, kann dieser direkt auf die Haut aufgelegt werden. Oft vergeht sehr viel Zeit, bis der auslösende Stoff zweifelsfrei gefunden ist. Oft ist ein Betroffener gegen mehrere Stoffe allergisch. Die chronische Nesselsucht ist nur in seltenen Fällen auf eine einzige Ursache zurückzuführen. Meistens erweisen sich viele Nahrungsmittelfarb- und Konservierungsstoffe als Auslöser. Deshalb ist es im Alltag oft recht schwierig, die auslösenden Stoffe zu meiden. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Auslöser als Bestandteil von Nahrungsmitteln nicht auf den Verpackungen aufgeführt ist. Antihistaminika unterdrücken die Histaminausschüttung. Fast alle Quaddeln und ödeme, die im Rahmen einer allergischen Reaktion entstehen, sind auf die Ausschüttung von Histamin zurückzuführen. Medikamente, die die Freisetzung von Histamin unterdrücken, wirken gegen Nesselsucht. Diese Medikamente werden Antihistaminika genannt. Die Histaminausschüttung der Mastzellen ist eine normale Reaktion des Immunsystems auf einen Eindringling. Mastzellen kommen in den meisten Geweben des Körpers vor, besonders im Bindegewebe der Gefäße und in der Schleimhaut. Bei Allergien führt die - unnötige - Ausschüttung des Histamins zu den bekannten Symptomen. Histamin bewirkt, daß sich die Gefäße weiten und stimuliert in der Haut befindliche Nerven. So kommt es zur typischen Rötung und Juckreiz. Da bei dieser Reaktion auch Blutplasma ausgepreßt wird, bilden sich die Schwellungen von ödeme oder Quaddeln.
Schweißdrüsenabszeß
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Die Schweißdrüsen können von einer Entzündung betroffen sein. Daraus kann ein Schweißdrüsenabszeß, oder Hidradenitis supprativa entstehen. Ein solcher Abszeß entwickelt sich meist in der Achsel-, der Genital- oder der Leistengegend. In seltenen Fällen kann er auch am Hinterkopf, Rücken oder Gesäß entstehen, z. B. bei abwehrgeschwächten Neugeborenen . Bakterien führen zu eiterhaltigen schmerzhaften Abszessen. Bakterien (Streptokokken, Staphylokokken oder E.coli) besiedeln beim Schweißdrüsenabszeß die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen und führen zu deren Infektion. Dadurch können sich entzündlich-rote Knoten bilden, die Eiter enthalten und schmerzen können. Gegebenenfalls kann es, bei größerem Abszessen, zu Bewegungseinschränkungen kommen. Sie sind meistens die Folge von Schmerzen. Bevorzugter Ort ist der Schritt oder die Achsel. Die Hidradenitis tritt häufig in Verbindung mit Akne oder anderen entzündlichen Erkrankungen der Haut auf, z.B. Follikulitis/Furunkel. Therapie ist schwierig und oft langwierig. Eine Therapie der Hidradenitis gestaltet sich sehr schwierig. Zum einen hinterlassen die abgeheilten Knoten oftmals Narben, zum anderen kommen die Entzündungen immer wieder. Relativ guten Erfolg verspricht eine Behandlung mit Isotretionin, mit dem auch Akne therapiert wird. Ebenfalls erfolgversprechend ist bei einem großflächigen Befall der Haut eine plastische Hauttransplantation, die darin besteht, die Haut vom befallenen Ort herauszuschneiden und Haut z.B. vom Rücken dorthin zu verpflanzen. Kleine, chirurgische Eingriffe haben oft keinen anhaltenden Erfolg. Kleine chirurgische Eingriffe dagegen, bei denen die Knoten entfernt werden, oder antibiotische Behandlung zeigen nur für kurze Zeit und örtlich beschränkt Wirkung. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Abszesse trotzdem wiederkehren. Auch lokale Behandlungen sind mäßig wirksam, da sich die entzündlichen Vorgänge tief in der Haut abspielen. Waschen mit desinfizierenden Seifen hilft, die Keime auf der Haut zu reduzieren und eine weitere Verschleppung der Infektion zu verhindern.
Schweißdrüsen
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Die Schweißdrüsen bedecken den ganzen Körper. Sie zählen etwa 3 Mio., wobei die Stirn, Handflächen und Fußsohlen dichter besiedelt sind, als der übrige Körper. Man unterscheidet zwei Arten von Schweißdrüsen:
Schweißdrüsen, die frei in der Haut lokalisiert sind und Schweißdrüsen, die an die Haarfollikel angeschlossen sind. Befeuchtung der Haut und Temperaturregulation sind die wichtigsten Aufgaben. Die Funktion der Schweißdrüsen ist die Schweißabgabe. Sie sorgt für die Befeuchtung der Haut. Die wichtigste Funktion aber ist die Temperaturregulation des Körpers. Ab ca. 36 Grad äußerer Körpertemperatur ist beispielsweise die Wärmeabgabe nur über das Schwitzen möglich. Die Schweißmenge kann sehr unterschiedlich sein. Die natürliche Schweißmenge beträgt beim Menschen 0,8 Liter. Sie kann auf maximal 10 Liter bei körperlicher Schwerstarbeit ansteigen. Der Schweiß selbst besteht zu 99 Prozent aus Wasser, dazu Kohlendioxid und wasserlöslichen Substanzen. Vielfältige Erkrankungen sind möglich. Erkrankungen, die die Schweißdrüsen betreffen, können sich einerseits in einem Zuwenig (Hypohidrose) oder völligen Fehlen (Anhidrose) der Schweißproduktion, oder in einer überproduktion (Hyperhiderose) an Schweiß äußern.
Scharlach
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Scharlach oder Scarlatina ist eine ansteckende bakterielle Erkrankung des Kindesalters. Obwohl es sich um eine typische Kinderkrankheit handelt, können sich auch Erwachsene mit Scharlach infizieren. Sie wird verursacht durch eine Infektion mit Streptokokken-Bakterien, die ein Toxin produzieren. Durch dieses Gift kommt es zur Bildung von Antikörpern. Die Beschwerden geben ein deutliches Bild. Nach der Ansteckung, die häufig in der Schule, oder im Kindergarten erfolgt, besteht eine Inkubationszeit von 2-5 Tagen. Sie erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder durch infizierte Gegenstände. Danach können folgende Symptome auftreten:
Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Erbrechen, Rötungen an den Innenseiten der Oberschenkel, Schluckbeschwerden wegen Mandelentzündung (Tonsillitis) oder Halsentzündung (Pharyngitis), erst weiß belegte, dann himbeerrote Zunge, rötliche Ausschläge in Leisten und in den Armbeugen, die sich über den ganzen Körper ausbreiten. Wichtiger Hinweis: Der Mundbereich ist nicht gerötet. Die Rötungen bestehen aus stecknadelgroßen Papeln, die infolge ihrer dichten Anordnung, der Haut einen samtartigen Charakter geben. Die Mund- und Kinngegend wird jedoch charakteristischerweise von den Rötungen verschont. Die Ausprägung und Verteilung der Rötungen sind von den körpereigenen Abwehrkräften des betroffenen Kindes (oder Erwachsenen) abhängig. Schwere Verläufe sind selten. In manchen Fällen kann Scharlach einen schweren Verlauf annehmen. Das von den Bakterien produziertes Gift kann zu Schläfrigkeit, Fieber über 41°C, Krämpfen, Kreislaufkollaps und sogar zum Tod führen. Komplikationen sind auch noch nach Wochen möglich. Wie bei allen Erkrankungen, die durch Streptokokken-Bakterien verursacht werden, können wenige Wochen nach dem Scharlach Komplikationen eintreten. Zu ihnen gehören Mittelohr-, Nieren- und Herzmuskelentzündung oder rheumatisches Fieber auftreten. Penicillin wirkt am besten. Zur sicheren Diagnose braucht der Arzt ein Blutbild und einen Abstrich der Rachenschleimhaut. Therapeutisch werden Antibiotika über 10 Tage verabreicht, wobei Penicillin sehr gut wirksam ist. Bei Penicillinallergie ist Erythromycin sinnvoll. Die Rötung und das Fieber verschwinden nach einigen Tagen. Danach kommt es zu einer großflächigen Abschälung der Haut an Händen, Füßen.
Rotlauf
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Rotlauf, oder auch Schweinerotlauf des Menschen, wird in der Fachsprache Erysipeloid genannt. Der Erreger ist ein Bakterium mit dem Namen Erysipelothrix rhusiopathiae. Es kommt bei Schweinen, Geflügel, Schalentieren und Fischen vor. Der Erreger wird durch den Kontakt mit infizierten Tieren übertragen. Aus diesem Grunde sind oft Fischer, Fleischereiangestellte und Hausfrauen vom Rotlauf betroffen. Der Erreger dringt besonders leicht ein, wenn kleine Hautverletzungen oder Hautrisse vorliegen. Meistens an den Händen entwickeln sich scherzende rote Schwellungen. Zwei bis sieben Tage nach der Infektion mit dem Erreger Erysipelothrix rhusiopathiae entwickelt sich eine juckende und schmerzende hellrote Schwellung an der Eintrittspforte des Erregers. Die Schwellung kann sich ausbreiten. Am häufigsten werden Hände befallen. Sie haben ja am ehesten Kontakt mit infizierten Tieren. Das Allgemeinbefinden ist bei dieser Erkrankung gut. Gelegentlich kommt es begleitend zu einer Arthritis oder Herzinnenhautentzündung (Endocarditis). Antibiotika töten den Erreger ab. Um die richtige Diagnose zu stellen, ist oft der Beruf der Betroffenen ein wichtiger Hinweis. Der Erreger kann aber auch im Wundsekret nachgewiesen werden. Zur Therapie werden Antibiotika verordnet, meistens Penicillin, Erythromycin oder Tetracyclin in Form von Tabletten. Die Medikamente sollten mindestens eine Woche eingenommen werden.
Röteln
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Röteln werden vom Rubeola-Virus verursacht. Obwohl die Erkrankung zu den Kinderkrankheiten gerechnet wird, kommt sie auch häufiger bei Erwachsenen vor. Kinder erkranken häufig zwischen dem 3.-10. Lebensjahr. Im Kindesalter verläuft die Krankheit meistens ohne Komplikationen. Rote Flecken breiten sich am ganzen Körper aus. Röteln äußern sich 2 bis 3 Wochen nach der Ansteckung durch die Bildung von schmetterlingsförmigen Rötungen im Gesicht. Die Rötungen breiten sich über den ganzen Rumpf und die Extremitäten aus. Meistens verschwinden sie nach 3 Tagen. Begleitet wird eine Infektion mit Röteln von leichtem Fieber (meist um 38°C) und Lymphknotenschwellungen im Kopf- und Halsbereich. Fieber senken und im Bett bleiben. Die Therapie beschränkt sich auf die bestehenden Symptome. Meistens werden Bettruhe und fiebersenkende Maßnahmen empfohlen. Wird die Infektion von einer Mittelohrentzündung begleitet, kann der Einsatz von Antibiotika sinnvoll sein. Als sehr seltene Komplikation können Gelenkschmerzen (Arthralgien) oder Hirnentzündung (Röteln-Enzephalitis) auftreten. Röteln sind eine sehr ernste Gefahr für ungeborene Kinder. Sind Schwangere von einer Röteln Infektion betroffen, können sie über die Plazenta das Kind infizieren. Das gilt insbesondere im ersten Schwangerschaftsdrittel. Im Rahmen einer Röteln-Embryopathie kann es zu schwersten Mißbildungen des Kindes kommen. Die Art der Mißbildungen richtet sich nach dem Zeitpunkt der Infektion:
Im 1. Monat kommt es vor allem zu Augenmißbildungen. Im 2. Monat überwiegen Herzfehler und Mißbildungen im Bereich des Zentralnervensystems. Im 3. Monat kommt es zu einer Innenohrschädigung. Der Antikörperstatus sollte schon vor der Schwangerschaft festgestellt werden. Heute wird bei Schwangeren der Immunstatus der Antikörper gegen das Rötelnvirus festgestellt. Bei Fehlen dieser Antikörper im Blut oder bei Kontakt mit Rötelnkranken wird eine passive Impfung durchgeführt. Wer eine Schwangerschaft plant, sollte schon vorher sichergehen und den Gynäkologen fragen. Kinder können sich impfen lassen. Kinder werden heute im Rahmen der Masern-Mumps-Schutzimpfung auch gegen Röteln geimpft. Die Impfung wird zwischen dem 10.-14. Lebensjahr wiederholt.
Ringelröteln
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Ringelröteln, oder Erythema infectiosum ist eine seltene, von dem Parvovirus B 19 verursachte Kinderkrankheit. Sie tritt meistens im Alter zwischen sechs und fünfzehn Jahren auf. Ringelröteln werden durch die Luft übertragen. Sie gilt allerdings als wenig ansteckend. Die Inkubationszeit liegt zwischen 7 bis 18 Tagen. Es bilden sich girlandenartige Figuren im Gesicht. Die Krankheit zeichnet sich aus durch schwaches Fieber. Es bilden sich schwache Rötungen, oft nur auf Nase und Wangen. Nach Stunden oder Tagen gehen die Rötungen in scharf begrenzte Flecken über. Die Flecken verbinden sich und bilden oft landkartenähnliche, bogen- oder girlandenartige Figuren im Gesicht. Diese Veränderungen bestehen allerdings nur wenige Tage. Manchmal kommt es zu einer Ausweitung auf die Extremitäten. Gelegentlich besteht auch Juckreiz. Bei Erwachsenen können zusätzliche Symptome auftreten. Die Krankheit ist in der Regel harmlos. Erkranken Erwachsene, können gelegentlich zusätzlich zu den normalen Symptomen Gelenkschmerzen, Rötungen an Handflächen und Fußsohlen (sog. Handschuh und Socken Syndrom) oder Knochenmarksschädigungen auftreten. Eine Therapie ist nicht notwendig. Eine Therapie ist nicht erforderlich, da die Krankheit nach einer bis zwei Wochen von selbst abheilt. Bei starkem Juckreiz können juckreizstillende, kühlende Salben helfen. Bei einer Schwangerschaft besteht Gefahr für das Leben des Kindes. Schwere Komplikationen sind aber bei Schwangerschaft zu befürchten. Dann besteht erhöhte Gefahr für den Fötus. Im Rahmen einer Infektion mit Ringelröteln kann es zum sogenannten Hydrops fetalis kommen. Dieses Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch vermehrte Wasseransammlung und Herzprobleme beim Kind. Die Sterblichkeit der ungeborenen Kinder ist bei dieser Komplikation sehr hoch. Wer eine Schwangerschaft plant, sollte deshalb neben der Immunität gegen Röteln, auch diejenige gegen Ringelröteln abklären lassen.