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Rezeptoren der Haut
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Die Haut ist ein hochspezialisiertes Sinnesorgan. Sie enthält Rezeptoren für Schmerz, Druck, Kälte und Wärme. Ohne diese Rezeptoren, die man auch als - Fühler - bezeichnen könnte, könnten wir keine Berührung empfinden. Die Rezeptoren nehmen Empfindungen auf und leiten sie an das Gehirn weiter. Dort wird die Art der Empfindung und der genaue Ort identifiziert. Die Rezeptoren in der Haut sind hochspezialisiert. Das Tastkörperchen hat Nervenenden z. B. an den Haarfollikeln. Sobald die Haare nur ganz sanft über einen Gegenstand streifen, registrieren sie die Berührung. Die freien Nervenenden können Schmerzreize aufnehmen. Sie sind mit 170 pro cm² sehr häufig vertreten. Tast - Rezeptor Das Meissner-Körperchen reagiert empfindlich auf Berührung. Es ist besonders zahlreich in den Fingerkuppen und in der Zungenspitze. Mit dem Meissner-Körperchen können wir die Oberfläche und die Ausdehnung von Gegenständen wahrnehmen. Druck - Rezeptor Das Vater-Pacini-Körperchen reagiert auf Formveränderungen der Haut. Das bedeutet, daß es besonders auf Druck reagiert. Das Vater-Pacini-Körperchen liegen im übergangsbereich von Lederhaut und Unterhaut. Kälte - Rezeptor Das Krause-Körperchen ist im oberen Bereich der Lederhaut zu finden. Es reagiert auf niedrige Temperaturen und ist deshalb für die Wahrnehmung von Kälte verantwortlich. Wärme - Rezeptor Das Ruffini-Körperchen reagiert auf Temperaturanstieg. Es hat die Aufgabe, Wärme wahrzunehmen. Normalerweise ist das Ruffini-Körperchen nicht so häufig in der Haut vertreten, wie das Krause-Körperchen. Deshalb empfinden die meisten Menschen Wärme nicht so schnell, wie Kälte. Das Ruffini-Körperchen liegt in der Lederhaut tiefer, als das Krause-Körperchen.
Quincke-ödem
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Das Quincke-ödem wird auch oft als Variante der Nesselsucht beschrieben. Bei der Nesselsucht entstehen die Schwellungen in der Oberhaut. Beim Quincke-ödem liegt die Schwellung tiefer, in der Unterhaut. Die Schwellungen sind oft sehr groß. Die Haut über dem ödem ist gerötet. Die Schwellungen sind prall gespannt. In einigen Fällen verursachen sie auch Schmerzen. Das Quincke-ödem juckt in der Regel nicht. Normalerweise bilden sich die Schwellungen innerhalb von drei Tagen zurück. Meistens sind das Gesicht und die Genitalregion betroffen. Insbesondere kommt es oft zu starken Schwellungen der Lippen und Augenlider. Die Gesichter der Betroffenen können regelrecht entstellt aussehen. Bilden sich starke Schwellungen im Bereich des Kehlkopfes, besteht Erstickungsgefahr. Normalerweise bildet sich das Quincke-ödem innerhalb von ein bis drei Tagen zurück. Die vererbte Form des Quincke-ödems tritt anfallsartig auf. Bei einigen Menschen, besteht die ererbte Veranlagung zu vermehrter ödem-Bildung. Sie leiden an dem hereditären Quincke-ödem (hereditär von vererbt). Diesen Menschen fehlt eine spezielle Substanz, der C1-Inaktivator, die das Immunsystem bei unkontrollierten Reaktionen bremst. Die Betroffenen neigen schon in der Kindheit dazu, in für einen normalen Menschen harmlosen Situationen, starke ödeme zu bilden. Dabei können unter Umständen lebensbedrohende Situationen entstehen, wenn die Schwellungen im Bereich des Gesichts und der Luftröhre das Atmen erschweren. So eine Reaktion kann bei Spielen schnell hervorgerufen werden. Das Kind braucht sich nur leicht stoßen. Früher, als dieser Mechanismus noch nicht bekannt war, gab es aufgrund des hereditären Quincke-ödems eine Sterblichkeit von 25 Prozent. Der C 1-Inaktivator kann medikamentös ersetzt werden. Mittlerweile gibt es eine Substanz, die den C1-Inaktivator enthält und die man entweder bei einem Anfall oder vorbeugend verabreichen kann. Als Langzeitprophylaxe eignet sich eine Hormontherapie mit Androgenen. Antihistaminika und Kortikosteriode, wie sie bei der Nesselsucht Anwendung finden können, sind beim hereditären Quincke-ödem wirkungslos. Das Quincke-ödem tritt anfallsartig auf. Die Auslöser sind häufig dieselben, wie bei der Nesselsucht.
PUPP-Syndrom, Schwangerschaftsexanthem
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Das PUPP-Syndrom ist eine stark juckende Hautkrankheit, die in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft auftreten kann. PUPP ist eine Abkürzung und steht für pruriginöse und urtikarielle Papeln und Plaques. Im englischen Sprachgebrauch heißt die Krankheit pruritic urticarial papules and plaques of pregnancy. Deshalb findet sich auch gelegentlich die Abkürzung PUPPP. Pruriginöse ist der Fachbegriff für Jucken. Hauptsymptom sind stark juckende Plaques. Die Hautausschläge beginnen meistens vereinzelt im Bereich des Bauches oder Unterleibes. Es bilden sich Papeln, Quaddeln und plattenartige Hautveränderungen (Plaques). Später weiten sich diese einzelnen Veränderungen zu regelrechten Exanthemen aus. Diese können den Rumpf und auch die rumpfnahen Bereiche von Armen und Beinen überziehen. Die Plaques jucken einige Tage sehr stark, bevor sie sich wieder zurückbilden. Gleichzeitig werden ständig neue Plaques gebildet. Die Schwangerschaft wird nicht behindert. In vielen Fällen leiden die betroffenen Frauen vor Ausbruch des PUPP Syndroms unter nicht näher qualifizierbarem Juckreiz. Die Schwere des PUPP Syndroms ist individuell sehr unterschiedlich. Immer beginnen die Beschwerden in der zweiten Schwangerschaftshälfte und klingen nach der Geburt wieder ab. Die Schwangerschaft selbst und das Kind werden nicht beeinträchtigt. Auch andere Symptome, als die schon beschriebenen, kommen nicht vor. Die Ursachen sind bisher unbekannt. Warum Frauen erkranken und was die Ursache ist, ist bisher nicht bekannt. PUPP kann die gesamte zweite Hälte der Schwangerschaft anhalten. Das Wiederauftreten bei einer erneuten Schwangerschaft ist nicht zwangsläufig, aber doch wahrscheinlich. Schüttelmixturen und schwache Steroide auf Cremebasis. Behandelt wird das PUPP Syndrom mit lokal unzuwendenden Schüttelmixturen. Auf der Basis einer Creme, können außerdem schwach wirksame Steroide verordnet werden. Die systemische Gabe von Steroiden ist zu vermeiden. Sie sollte nur in Ausnahmefällen, bei sehr hartnäckigen und schweren Krankheitsverläufen eingesetzt werden. Auch Salben sollten nicht angewandt werden.
Phlegmone
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Phlegmone werden fast immer durch Bakterien aus der Familie der Staphylokokken oder, in selteneren Fällen durch Streptokokken hervorgerufen. Phlegmone sind sehr schmerzhaft. Es bildet sich eine schwere Infektion der tiefen Hautschichten mit diffuser Ausbreitung entlang der Muskeln, Sehnen und Faszien. Dabei kommt es zu offener und großflächiger Eiterbildung, starken Schmerzen, starke Schwellung, Gewebseinschmelzung, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl. Häufig sind Hände oder Beine betroffen. Entzündungen dieser Art können überall vorkommen, sind aber besonders häufig an Händen oder Beinen. Dort können sie nach äußeren Verletzungen, aber auch als Folge von Hautinfektionen (Erysipel) oder Operationen entstehen. Andere Erkrankungen, wie die arterielle Verschlußerkrankung oder Diabetes mellitus wirken begünstigend auf die Infektion. Chirurgische Versorgung und Antibiotika sind unumgänglich. Diagnostisch wird ein Abstrich zu Hilfe genommen, um den Erreger zu bestimmen. Die Wunde muß sorgfältig chirurgisch ausgeräumt werden, bevor die Entzündung tiefliegende Gefäße und Nerven erfassen und zu deren Einschmelzung und dauerhafter Schädigung führen kann. Diese Maßnahmen sollten möglichst frühzeitig getroffen werden. Danach ist die Gabe von Antibiotika (Oxacillin, Flucloxacillin) unumgänglich, um die Infektion zu bekämpfen.
Palmoplantarkeratosen
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Bei den Palmoplantarkeratosen (PPK) sind Verhornungsstörungen, die die Handinnenflächen (=palmar) und die Fußsohlen (=plantar) betreffen. Es gibt verschiedene Typen, die alle genetisch bedingt sind. Unna-Thost-Typ: Beim Unna-Thost-Typ kommt es zu einer Verdickung der Hornhaut an Handinnenflächen und Fußsohlen. Die Haut sieht aus, als wäre sie mit einer Wachsschicht überzogen. Es bilden sich oft Risse und die Schweißproduktion ist gesteigert. Meistens zeigt sich die Krankheit schon früh, ab dem ersten Lebensjahr. Der Unna-Thost- Typ ist autosomal-dominant vererbt. Buschke-Fischer-Typ: Zeigen sich gruppenförmig zusammenstehende kräftige Papeln, so handelt es sich um den Buschke-Fischer-Typ einer PPK. Oft sind die Papeln in der Mitte eingedellt. Der Buschke-Fischer-Typ wird häufig mit den normalen Stachelwarzen verwechselt. Der Buschke-Fischer-Typ wird autosomal-dominant vererbt. Voerner-Typ: Beim Voerner-Typ kommt es zu Hornhautdegenerationen. Auch dieser Typ wird autosomal-dominant vererbt. Die Degeneration der Hornhaut kommt vorwiegend an den Stellen in der Handfläche oder den Fußsohlen vor, die einem erhöhten Druck aushalten müssen. Palmoplantarkeratosen können Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen sein. Bei diesen Krankheitsbildern sind neben der Haut auch noch andere Organe betroffen. Die Therapie sollte von einem Facharzt durchgeführt werden. Die Therapie der Palmoplantarkeratosen besteht in örtlicher Behandlung der Hände und Füße mit Vitamin-A haltigen Salben. Auch äußere Anwendungen mit Salicylsäure oder harnstoffhaltigen Salben haben sich bewährt. Sinnvoll sind ebenfalls Salzbädern, oder Bäder mit Kalinus-Seife. Anschließend kann die überschießende Hornhaut entfernt werden.
Orientbeule
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Die Orientbeule wird auch Leishmaniose genannt. Sie wird verursacht durch den Einzeller Leishmania tropica. Er wird durch Sandfliegen auf den Menschen übertragen wird. Aus diesem Grunde beschränken sich die Hautveränderungen auf unbedeckte Körperstellen. Millionen Menschen sind betroffen. Weltweit erkranken viele Millionen Menschen jährlich an der Leishmaniose. Sie kommt vorwiegend im Fernen Osten, Mittel- und Südamerika, aber auch in Mittelmeerländern wie Spanien, vor. Zwischen der Infektion und dem Erscheinen der anfänglichen Krankheitszeichen können Wochen bis Monate vergehen. Die amerikanische Leishmaniose ist stärker. Die ersten Symptome können eine Rötung oder ein entzündliches Knötchen an der Einstichstelle der Sandfliege sein. Dieses Knötchen wandelt sich später zu einer Papel und dann zu einem Geschwür um. Die Symptome der amerikanischen Leishmaniose sind ausgeprägter, als die der europäischen oder asiatischen. Vor allem ist häufig die Schleimhaut betroffen. Eine Behandlung ist selten erforderlich. Die Diagnose kann der Arzt nach einer histologischen Untersuchung aus entnommenem Gewebe sicher stellen. Die Erkrankung heilt in der Regel von selbst ab. Komplikationen kommen in der Regel lediglich bei der amerikanischen Form vor oder wenn das Immunsystem geschwächt ist. Dann kann es zu einer narbigen Zerstörung des betroffenen Gewebes führen. Hartnäckige Leishmaniosen können, wenn die Herde klein sind, herausgeschnitten oder aber vereist werden.
Die verschiedesten Hautschichten
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Die Oberhaut wird auch Epidermis genannt und ist die oberste Hautschicht. Sie ist die äußerste Grenze zur Außenwelt. Die Oberhaut besitzt keine Blutgefäße. Sie wird aus den Keratinozyten gebildet. Die Keratinozyten sind Hornzellen, die auch einen Zellkern besitzen. Sie produzieren den Hornstoff, das Keratin. Das Keratin ist wasserabweisend und verleiht der Haut Festigkeit. Die fünf Lagen der Oberhaut. Die Keratinozyten der Oberhaut sind in fünf verschiedenen Lagen übereinandergeschichtet:
Hornschicht oder Stratum corneum, Glanzschicht oder Stratum lucidum, Körnerzellschicht oder Stratum granulosum, Stachelzellschicht oder Stratum spinosum und Basalschicht oder Stratum basale. Der Mensch ist eine fleißige Schlange. Die oberen drei Zellschichten bestehen aus verhornten, abgestorbenen Zellen. In der Körnerschicht wird eine Vorstufe der Hornsubstanz Keratin, das Keratohyalin, hergestellt. Diese Substanz breitet sich in der darüberliegenden Glanzschicht in Form einer fettähnlichen Masse aus. Aus dieser Schicht schieben sich die verhornten Zellen weiter auf die oberste Ebene, die Hornschicht. Dort werden die Zellen fortlaufend abgestoßen. So - häutet - sich der Mensch etwa alle 27 Tage. So fleißig ist keine Schlange. Der Nachschub ist gesichert. Die Stachelzellschicht und die Basalschicht bestehen aus lebenden Zellen. Sie sorgen praktisch immer für den Nachschub für die drei oberen Hautschichten, in denen Hautzellen abgestoßen werden. Beim Verschluß von Wunden werden, ausgehend von der Basalschicht der gesunden Haut, neue Hautzellen gebildet und wandern langsam über die heilende Wunde. Ausführliche Informationen in Wort und Bild finden sie hier. Melanozyten schützen unseren Körper vor UV-Strahlen. Die Oberhaut enthält zwar keine Blutgefäße, aber in der Basal- und Stachelzellschicht befinden sich die Melanozyten. Die Melanozyten sind Zellen, die das Pigment Melanin produzieren. Melanin gibt unserer Haut Farbe und sorgt bei Sonneneinstrahlung für eine Bräunung der Haut. Dadurch erfüllen sie eine Schutzfunktion. Sie sollen nämlich die gefährlichen UV-Strahlen davon abhalten, in tiefere Hautschichten einzudringen. Bei zu starken Sonnenbestrahlung werden die Melanozyten geschädigt und können sich in Tumorzellen verwandeln. weiter Papillenschicht Auch die Lederhaut besteht aus zwei Schichten: Die Lederhaut, oder Corium, ist eine elastische Hautschicht, die einen hohen Anteil locker verwobenes Bindegewebe enthält. Sie ist in ihrem Aufbau ebenfalls in Schichten unterteilt und zwar in Papillenschicht (auch Zapfenschicht) oder Stratum papillare und Netzschicht oder Stratum reticulare. Die Papillen erhöhen die Reißfestigkeit der Haut. Mit der Basalschicht der Oberhaut ist die Papillenschicht der Lederhaut über zahlreiche leistenartige Fortsätze verbunden. Sie werden Papillen genannt. Die Papillen vergrößern die Kontaktfläche zwischen den beiden Schichten und garantieren so die enorme Reißfestigkeit der Haut. Winzige Blutgefäße versorgen Oberhaut und Lederhaut. Die Papillen sind durchzogen von feinen Blutgefäßen, den Kapillaren, die die Oberhaut und die Lederhaut mit Nährstoffen versorgen. Die Kapillaren sind auch für die Temperaturregulation des Körpers zuständig. Bei Hitze werden sie erweitert und geben so Wärme ab. Bei Kälte verengen sie sich. Dadurch sorgen sie dafür, daß die vom Organismus produzierte Wärme vor allem im Körperinneren konserviert wird. Das Lymphsystem hat seinen Anfang im Stratum papillare. Auch die Lymphgefäße beginnen im Bereich der Papillen. In den Lymphgefäßen sammelt sich die Lymphe, eine Flüssigkeit, die durch den Austritt von Blutplasma aus den Blutgefäßen entsteht. Steigt der Kapillardruck der Blutgefäße, so erhöht sich auch die Lymphzufuhr. Die Lymphe wird im Lymphsystem gesammelt und in den Lymphknoten wieder in das Blutsystem eingebracht. Das Lymphsystem ist genauso verzweigt, wie das Blutsystem. Die Papillenschicht ist voller überraschungen. In der Papillenschicht befinden sich außerdem die Rezeptoren für Wärme und Kälte und der Tastsinn. Im freien Bindegewebe sind auch noch eine Anzahl von Blut- und anderen Zellen, u.a. Fibroblasten, Makrophagen, Mastzellen, Lymphozyten, Plasmazellen, Granulozyten und Monozyten zu finden. Das Interstitium enthält wichtige Zellen der Immunabwehr. Zwischen den einzelnen Zellen befindet sich - freier Raum - , das sogenannte Interstitium. Dieser Raum ist gefüllt mit einer geleeartigen Flüssigkeit, der Interzellularsubstanz. In diesem - Gelee - können sich die Zellen frei bewegen. Das ist wichtig, weil ein Großteil der Zellen im Interzellularraum Bestandteil der Immunabwehr sind. Sie werden bei der Wundheilung und bei Entzündungen benötigt. Netzschicht
In der Netzschicht der Lederhaut sind weniger freie Zellen. Dafür enthält sie ein dichtes Netz aus Kollagenfasern parallel zur Körperoberfläche. Das Netz ist gefüllt mit elastischem Bindegewebe. Zusammen bewirkt diese Konstruktion die Festigkeit und die Elastizität der Haut. Dabei richten sich Bindegewebe und Kollagenfasern auf charakteristische Weise in bestimmte Richtungen aus. Es ergeben sich die sogenannten - Langerschen Spaltlinien - , die die Richtung der geringsten Dehnbarkeit der Haut markieren. Bei Operationen werden die Schnitte, wenn möglich, entlang dieser Linien gesetzt. Der Grund dafür ist, daß die elastischen Fasern Haut dann die Wunde nicht so stark auseinanderziehen, wie bei Schnitten, die gegen die - Langerschen Spaltlinien - gesetzt werden. So werden klaffende Wunden und hypertrophe Narbenbildung vermieden. Hautdrüsen
Zusätzlich sind in der Lederhaut noch Haarbläschen, Schweiß-, Duft- und Talgdrüsen enthalten.
Die Talgdrüsen sind normalerweise mit einem Haarfollikel verbunden. Nur an Augen, Augenlidern, Lippen, Eichel, Penis und kleinen Schamlippen kommen Talgdrüsen auch unabhängig von Haarfollikeln vor. Die Fußsohlen und Handinnenflächen haben keine Talgdrüsen. Der produzierte Talg ist eine Mischung aus Fetten, Cholesterin, Protein und Elektrolyten. Er verhindert das Austrocknen der Haut und macht sie geschmeidig.
Die Schweißdrüsen befinden sich auf der gesamten Körperoberfläche. Aber auch hier sind einige Bereiche nicht versorgt. Dazu gehören das Nagelbett, der Lippenrand, das Trommelfell, die kleinen Schamlippen, die Klitoris und die Eichel. Insgesamt besitzt die Haut ungefähr drei Millionen Schweißdrüsen. Würde man sie alle aneinanderreihen, hätten sie eine Länge von 48 Kilometern. Der Säureschutz der Haut tötet fremde Keime ab. Der Schweiß, der von den Schweißdrüsen produziert wird, ist sauer und hat einen pH-Wert von 4,5. Er besteht aus Wasser, Salz, Ammoniak, Zucker, Aminosäuren, Harnstoff, Harnsäure, Milchsäure und Vitamin C. Der Schweiß spielt bei der Regulation der Körpertemperatur eine wichtige Rolle. Verdunstender Schweiß sorgt für eine Abkühlung. über den Schweiß können Abfallprodukte den Körper verlassen. Außerdem ist der Säureschutzmantel der Haut, der aus dem Sekret der Schweißdrüsen gebildet wird, wichtig zur Abtötung fremder Keime. Die Duftdrüsen haben beim Menschen ihre natürliche Funktion verloren. Die Duftdrüsen des Menschen werden auch oft als apokrine Schweißdrüsen bezeichnet. Ihre Ausführungsgänge enden in den Haarfollikeln. Sie befinden sich in der Schamregion, den Achselhöhlen und im Bereich der Brustwarzen. Die Duftdrüsen beginnen mit der Produktion von Duftstoffen erst mit Beginn der Pubertät. Sie ist starken psychischen Schwankungen unterlegen. Duftstoffe spielen vor allem im Bereich der sexuellen Vorgänge bei Säugetieren eine wichtige Rolle. Beim Menschen ist diese Funktion nur noch sehr reduziert. Der Aufbau der Haare, der Nägel und die verschiedenen Rezeptoren der Haut, werden an anderer Stelle genauer beschrieben. weiter Unterhaut Fettkissen sorgen für gemütliche warme Polster.
Die Unterhaut oder Subcutis besteht aus lockerem Bindegewebe, in das wie kleine Kissen Fettpolster eingelagert sind. Sie dienen der Wärmeisolierung des Körpers. Durchzogen wird das Bindegewebe von Ausläufern der festen Fasern der Lederhaut. Diese Fasern sind direkt mit der unter der Unterhaut liegenden Körperfaszie verbunden. So haben sie die Funktion von Haltebändern, die die Haut mit dem darunterliegenden Gewebe verbinden. Je nachdem, wie stark diese Haltebänder entwickelt sind, läßt sich die Haut auf ihrer - Unterlage - verschieben, z. B. auf dem Handrücken, oder nicht verschieben, z. B. unter der Fußsohle. Alle Hautschichten werden begrenzt durch eine Faszie. An die Hautschichten schließt sich die allgemeine Körperfaszie an. Sie besteht aus sehr festen Kollagenfasern. Je nach Körperregion folgt dann Muskulatur, Knochen, Knorpel oder Fett. Eingelagert in die Unterhaut sind die Endstücke der Haarbälge und der Rezeptoren für Druck und Vibration, die sog. Vater-Pacini-Körperchen. Dick oder dünn: jeder hat Fettzellen. Die Unterhaut ist nicht am ganzen Körper gleich dick. Je nach Ernährungsgewohnheiten sind viel oder wenig Fettzellen eingelagert. Ein Unterhautgewebe ohne Fettzellen gibt es nicht. Etwas makaber, aber sogar Menschen, die am Verhungern sind, haben eingelagerte Fettzellen. Dieses Gewebe ist gleichzeitig ein Kälteschutz, ein Energiespeicher und ein Puffer gegen Stöße.
Muttermale / Nävi
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Muttermale können alle Schichten und Zellarten der Haut betreffen. Sie sind charakterisiert durch ein Zuviel oder Zuwenig einer dieser Strukturen in der Haut. Die Nävi können bereits bei der Geburt vorhanden sein. Sie können sich im Laufe des Lebens zurückbilden oder erst im Alter entstehen und größer werden. Fast jeder Mensch hat Muttermale. Fast alle Menschen haben Muttermale. Die Anzahl und die Art der Male ist aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Sie hängt von individuellen genetischen Anlage abhängig. In der Regel kommt ein Mensch muttermalfrei auf die Welt. Die Nävi entwickeln sich erst in der Kindheit oder auch nach der Pubertät. Es werden drei Typen von Muttermalen unterschieden, je nach der Hautschicht, in der sie entstanden sind. Muttermale können in der Oberhaut, der Lederhaut, oder auch dazwischen entstehen. Je nach der Hautschicht, in der die Nävi vorkommen, werden sie benannt. Es gibt im Wesentlichen drei Arten:
Der Junktionsnävus entwickelt sich in der Grenzzone zwischen der Oberhaut und Lederhaut. Er ist scharf begrenzt und von brauner Farbe. Beim Compoundnävus handelt es sich um eine Pigmentzellansammlung, die im Bindegewebe der Lederhaut vorkommt. Dieses Muttermal hat eine zerklüftete Oberfläche und ist braun bis schwarz gefärbt. Es neigt dazu, übermäßigen Haarwuchs zu entwickeln. Solche Male finden sich oft im Gesicht. Der dermale Nävus kommt in tiefen Schichten der Lederhaut vor. Er enthält wenig Pigment, so daß er oft nur leicht braun oder sogar hautfarben ist. Auf dem dermalen Nävus sind nur wenige Haare. Pigmentzellnävus
Das bekannteste Muttermal entsteht durch eine Ansammlung von Pigmentzellen. Das bekannteste Muttermal ist der Pigmentnävus, der auch Nävuszellnävus genannt wird. Er entsteht durch eine fehlgeleitete Vermehrung von Pigmentzellen. Die Pigmentzellen sammeln sich an einer Stelle und bilden sich in Nävuszellen um. Daraus entsteht dann der Pigmentnävus. Nävi sollte man im Auge behalten, weil sie, wenn auch selten, bösartig werden können. Obwohl die Pigmentzellnävi ausgesprochen gutartig sind und sehr selten bösartig entarten, sollten sie trotzdem kontrolliert werden. Die Gefahr, bösartig zu werden, besteht vor allem bei nicht behaarten Nävi und bei solchen, die ständiger mechanischer Reizung ausgesetzt sind. Das sind, z.B. Pigmentzellnävi im Gürtelbereich, an der Fußsohle oder im Zwischenzehenbereich. Bei solchen Nävi kann eine vorbeugende Entfernung sinnvoll sein. Die normale Entwicklung eines Nävus besteht in einer Vergrößerung bis zum Ende der Pubertät. Im Erwachsenenalter verkleinern sie sich dann oft wieder. Halonävus
Ein Muttermal mit Hof. Der Halonävus ist eine Sonderform des Nävuszellnävus. Optisch ist er gut zu erkennen. Er besitzt einen runden, schwächer pigmentierten Hof um den zentral liegenden Nävus. Im Laufe der Jahre kann sich das mittig liegende Mal zurückbilden und den helleren Fleck hinterlassen. Dieser bildet sich danach oft ebenfalls zurück. Tierfellnävus
Der Tierfellnävus führt oft zu einer psychischen Belastung. Eine weitere Sonderform des Nävuszellnävus ist der Tierfellnävus. Hierbei handelt es sich um große, in wenigen Fällen auch die ganze Haut belegende Male. Das Muttermal ist dunkel und mit besonders vielen Haaren besetzt. Deshalb erinnert er an ein Tierfell. Tierfellnävi sind bereits bei der Geburt vorhanden. Häufig kommt es bei Betroffenen zu psychischen Problemen, weil das Aussehen als entstellend empfunden wird. Beim Tierfellnävus kann eine Entfernung sinnvoll sein. Ein weiteres Problem ist das erhöhte Risiko für die Entstehung von Melanomen. Aus diesem Grunde sollten Tierfellnävi in mehreren Operationen plastisch-chirurgisch entfernt werden. Es besteht auch die Möglichkeit, die Male durch großflächige Schleifung zu entfernen. Das sollte in den ersten Lebenswochen des betroffenen Kindes geschehen.
Naevus coeruleus
Das blaue Muttermal ist gutartig. Beim Naevus coeruleus (blauer Nävus) handelt es sich um eine tief in der Lederhaut liegende Ansammlung von Pigmentzellen. Das Muttermal hat eine bläulich graue Farbe. Die gutartigen, blauen Male kommen in der Regel einzeln vor, bevorzugt am Handrücken und an den Vorderarmen. Mongolenfleck Mongolenflecken bilden sich langsam zurück. Der Mongolenfleck kommt bei Neugeborenen vor allem in der Steißbeinregion, am Gesäß und am Rücken vor. Sein Name rührt daher, daß über 90 Prozent der Neugeborenen der mongolischen Rasse solche Flecken aufweisen. Der Fleck bildet sich bis zur Pubertät langsam zurück. Der Mongolenfleck ist, wie der Naevus coeruleus, eine Ansammlungen von Pigmentzellen (Melanozyten). Der Fleck entsteht, weil die Melanozyten, die sich während der Schwangerschaft normalerweise bewegen, an der entsprechenden Stelle stehengeblieben sind. An dieser Stelle produzieren dann die Melanozyten in verstärktem Maße das Hautpigment.
Neuigkeiten zur Aknetherapie
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Bakterien lösen Akne aus, die auf der Haut einen sog. Biofilm aus Zuckermolekülen ausbilden. Dieser Biofilm ist eine Art „Schutzschild“, welcher die Entstehung von Pickeln begünstigt und eine Akne-Therapie mit Antibiotika erschwert. Der Biofilm verhindert die Wirkung von Antibiotika und die Bakterien können sich unter ihm ungestört vermehren. Dagegen soll jetzt eine neue Pflegecreme mit Myrten-Extrakt helfen....
Hautpflege im Herbst
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Der Herbst steht vor der Tür und zeigt sein farbenfrohes Gesicht. Für die Haut bedeutet dies nicht nur die wunderschöne Seite mit wärmender Sonne, bunt gefärbtem Laub, Früchten und Beeren – auch die unangenehmere mit Wind, Kälte und Regen.
Was müssen wir für die Haut im Herbst beachten?