Botulinum Toxin - das Wundermittel gegen Falten?

Botulinum Toxin - das Wundermittel gegen Falten? 

Die mimischen Falten sind Falten, die sich aufgrund ständig wiederholter Muskelbewegungen bilden. Während sie anfänglich bei entspanntem Muskel voll rückgebildet werden, ist dies später nicht mehr so: Die Haut hat nachgegeben und die mimischen Falten sind nun ständig sichtbar.

Typische Beispiele für mimische Falten sind:

  • Zornesfalten
  • Krähenfüsse
  • Stirnfalten
  • Falten am Hals und Oberflächenunregelmässigkeiten im Decolleté

In den letzten Jahren wird zur Behandlung dieser Falten erfolgreich das Botulinum Toxin eingesetzt.

Botulinum Toxin ist ein muskelentspannendes Eiweiss, das vom Bakterium «Clostridium botulinum» produziert wird.

In der Medizin es wird seit langem mit grossem Erfolg mit erstaunlich geringen Nebenwirkungen eingesetzt. Es ist unter anderem dazu geeignet, die mimische Muskulatur im Gesicht, Hals und Decolleté vorübergehend stillzulegen.
Eine sehr kleine Menge wird mit einer sehr dünnen Nadel in den Mimikmuskel eingespritzt, der für die Hautfalte verantwortlich ist. Das Botulinum Toxin blockiert nun den Nervenimpuls, der den Muskel zur Kontraktion veranlasst. Dadurch entsteht eine Muskelschwäche, die Haut über dem Muskel entspannt sich, die Falten werden weniger tief, oft verschwinden sie ganz. Die Wirkung beginnt aber erst nach einigen Tagen einzusetzen.

Man ist aber sofort nach der Behandlung wieder präsentabel.
Die Wirkung ist vorübergehend, dauert 4-9 Monate an und kann problemlos wiederholt werden.

Die wichtigsten 10 Fragen zum Thema:

1. Welche Falten lassen sich mit Botulinumtoxin behandeln?


Botulinumtoxin wird vor allem für die Behandlung der sogenannten Mimikfalten eingesetzt. Die mimische Muskulatur strahlt mit ihren Fasern in die Gesichtshaut ein. Werden diese Muskeln angespannt, entsteht durch Zug eine sichtbare Falte. Dadurch können Emotionen wie Freude, Erstaunen, aber auch Wut oder Aerger ausgedrückt werden. Wird die Gesichtsmuskulatur über Jahre hin angespannt - dies geschieht oft unbewusst - kommt es zu einer dauerhaften Vertiefung der Gesichtsfalten. Gerade im Bereich zwischen den Augenbrauen können diese Falten durch ihre Tiefe einen grimmigen, unfreundlichen Ausdruck verleihen (Zornesfalten).
Mit Botulinumtoxin lassen sich nicht nur Falten im obern und unteren Gesichtsbereich, sondern auch in der Hals- und Decolletéregion behandeln. Zudem wird es auch gegen das übermässige Schwitzen im Bereich der Achselhöhlen und Handflächen eingesetzt.

2. Wie wirkt Botulinumtoxin

Botulinumtoxin ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiss, das schon in minimalen Dosen hoch wirksam ist. Es blockiert die Signalübertragung von Nerven zur Muskulatur und verhindert so, dass sich der Muskel anspannen kann. Dies führt zu einer Entspannung und Glättung der Haut, die über der behandelten Muskulatur liegt. Andere Nervenfunktionen der Haut, wie das Fühlen oder Tasten, werden nicht beeinflusst.

3. Historisches?

Das Wort Botulinumtoxin leitet sich von lat. „botulus“ = „Wurst“ ab. Anfang des 19. Jahrhunderts beschrieb der deutsche Arzt und Dichter Justinus Kerner mehrere Fälle von Lebensmittelvergiftungen, die nach dem Verzehr verdorbener Würste aufgetreten waren. 1885 gelang der Nachweis des dafür verantwortlichen Bakteriums. Die Erfolgsgeschichte von Botulinumtoxin hängt damit zusammen, dass man sich die muskellähmende Wirkung zu Nutze macht. Somit war erstmals eine Behandlung von Zuständen möglich, die durch eine Verkrampfung der Muskulatur entstehen. Der Augenarzt A. Scott hatte bereits bei der Behandlung von Personen mit Lidkrampf beobachtet, dass Gesichtsfalten verstreichen. Der Dermatologe Alastair Carruthers aus Vancouver (Canada) behandelte erstmals Ende der Achzigerjahre erfolgreich die Zornesfalte mit Botulinumtoxin.
Botulinumtoxin wird heute zur Behandlung von Schielen, Verkrampfungen der Gesichts- und Halsmuskulatur sowie bei gewissen Formen von Migräne eingesetzt. Weiter findet es Verwendung in der Behandlung von übermässigem Schwitzen und schmerzhaften Hautrissen im Bereich des Darmausganges.
Die Behandlung von Gesichtsfalten ist kosmetisch und erfolgt ausserhalb der medizinischen Anwendung.

4. Wie wird die Behandlung durchgeführt?


Die Lösung mit stark verdünntem Botulinumtoxin wird mit einer sehr feinen Nadel direkt in die entsprechenden Muskeln gespritzt.
Zuvor wird mit Ihnen genau besprochen, welche Muskeln behandelt werden.

5. Welche Nebenwirkungen kann die Behandlung haben?

Nebenwirkungen und Komplikationen sind sehr selten. Die Einstiche sind meistens nur für eine halbe Stunde bis eine Stunde schwach sichtbar. In Ausnahmefällen kann es zu leichten Schwellungen im Injektionsgebiet kommen, die nach 30 Minuten bis zwei Stunden wieder abklingen. Gelegentlich kommt ein leichter Bluterguss vor.
Bei ungleichmässiger Wirkung kann vorübergehend ein asymmetrischer Gesichtsausdruck entstehen. Dies kann durch Nachspritzen korrigiert werden. Bei unsachgemässer Injektion im Augenbrauenbereich kann es zu einer vorübergehenden Absenkung des Oberlids kommen. Diese Nebenwirkung ist nach drei bis sechs Wochen wieder aufgehoben.

6. Ist die Behandlung schmerzhaft?

Während der Injektion kann ein leichtes Brennen verspürt werden. Durch die Verwendung sehr feiner Injektionsnadeln ist der Schmerz gering. Eine örtliche Betäubung ist nicht nötig. Bei sehr schmerzempfindlichen Personen kann eine Betäubung mit einer anästhesierenden Creme erfolgen.

7. Wie lange hält die Wirkung an?

Die volle Wirkung von Botulinumtoxin entfaltet sich 3-5 Tage nach der Injektion und hält 3-6 Monate an. Durch wiederholte Anwendungen wird erreicht, dass die Wirkung noch länger anhält.

8. Wann darf die Behandlung nicht durchgeführt werden?

Im Bereich von Hauterkrankungen oder Entzündungen, bei bekannter Unverträglichkeit auf Trägersubstanzen (zB. Albumin, bei Nerven- oder Muskelerkrankungen, bei Schwangerschaft oder Stillzeit, bei Einnahme von bestimmten Antibiotika oder muskelerschlaffenden Medikamenten

9. Was kostet die Behandlung?


Die Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin gilt als kosmetische Therapie und wird von den Krankenkassen nicht übernommen. Je nach Aufwand belaufen sich die Kosten auf 300.- bis 1500.- Euro pro Sitzung.

10. Wo kann ich weitere Informationen bekommen?

Sollten Sie weitere Informationen zu diesem Thema benötigen, steht Ihnen Ihr Hautinfo – Team gerne zur Verfügung.