Eine Behandlung der Neurodermitis mit Pflegepräparaten ist bei Kleinkindern unerläßlich. Eine Pflegecreme auf Haferbasis kann die Hautsymptome bei Kindern mit Neurodermitis verbessern.In einer internationalen Studie mit 108 Kindern sank unter der Anwendung dieser Pflegecreme nicht nur die Anzahl der Schübe. Auch die Anwendung von topischen Kortikosteroiden konnte deutlich reduziert werden.

Der wichtige Inhaltsstoff des neu entwickelten Pflegeprodukts (Exomega®, Pierre Fabre) ist ein Extrakt aus dem Setzling der Haferpflanze, welcher in viele Flavonoiden und Avenacosiden enthalten ist. Diese sollen sowohl antientzündliche als auch immunmodulatorische (Stärkung des Immunsystemes) Wirkung haben.

Getestet wurde das Präparat innerhalb einer klinischen Studie an 108 Kindern im Alter von sechs Monaten bis sechs Jahren. Diese Kinder hatten eine mittelschwere atopische Dermatitis. Die erkrankte Haut wurde in einer ersten Behandlungsphase (2 Wochen) zunächst mit einer kortikosteroidhaltigen Salbe behandelt (0,05% Fluticasonpropionat).
Während dieser initialen Behandlung und  in der nachfolgenden Behandlungsphase wurde regelmäßig der Schweregrad des atopischen Ekzems mittels des sog.  „SCORAD-Index“ bestimmt, einem speziell für die Neurodermitis entwickelten Bewertungsparameter.
Mit Hilfe des SCORAD-Index wird durch ein spezifisches Punktesystem, welches sowohl die Ausbreitung als auch die Intensität der Krankheitssymptome erfasst, der Schweregrad der Erkrankung objektiviert. (SCORAD - Score of Atopic Dermatitis).

Sobald das Hautbild sich unter der topischen Steroid-Behandlung deutlich gebessert hatte (SCORAD-Index ≤ 20), wurde die Therapie mit dem Präparat Exomega® begonnen. Dieses wurde den Kindern über einen Zeitraum von drei Monaten zweimal pro Tag (morgens und abends) auf Körper und Gesicht aufgetragen. Dabei konnte die Fluticasonsalbe  weiterhin als „Reserve“-Präparat bei erneuten Schüben dienen.

Das Ergebnis war bemerkenswert:
Schon nach einem Monat hatten die Hautsymptome gemäß SCORAD signifikant abgenommen. Im zweiten Monat sah man erneut eine deutlichen Besserung, die auch im dritten Monat bestehen blieb. Bis zum Ende der Behandlung sank der Wert auf 3,0, in dem auf der Patientenbewertung basierenden Pendant (PRO-SCORAD) auf 2,2. Dieses Ergebnis entspricht Abnahmen gegenüber dem Beginn der Behandlungsphase um 48,6% bzw. 29,6%.
Neurodermitis-Schübe dauerten während der Behandlungsphase im Durchschnitt 2,2 Tage. Vor Studienbeginn hatten die Kinder damit durchschnittlich etwa zwei Wochen unter der Erkrankung zu leiden.

Ein weiterer positiver Effekt:
Unter der Behandlung sank der Verbrauch an Fluticasonsalbe signifikant. Hatten die Kinder im Durchschnitt in der zweiwöchigen Einleitungsphase 10,2 g verbraucht, betrug die Menge während der gesamten dreimonatigen Behandlung nur 13,5 g pro Patient. 19% der Kinder konnten in dieser Zeit komplett auf die Steroidsalbe verzichten. Das Präparat wurde insgesamt gut vertragen. Nur ein Kind spürte sofort nach der Applikation der Salbe ein Brennen auf der Haut; daher wurde es von der Studie ausgeschlossen. Es ist aber anzumerken, das das offene Design der Studie keine definitive + finale Beurteilung erlaubt , da der direkte Vergleich mit einer Kontrollgruppe fehlt.
Die Wissenschaftler betonen aber, dass die Creme die Symptomatik deutlich gebessert hat und diese Besserung auch langfristig stabil blieb- dies sei ein sehr positiver u. erwünschter Effekt. Pflegeprodukte wie die Creme auf Haferbasis zur Erhaltungstherapie tragen dazu bei, die natürliche Barrierefunktion der Haut wiederherzustellen und den Feuchtigkeitshaushalt zu verbessern. Wie die Autoren betonen, wurde das Ziel der Steroideinsparung, wie sie in den internationalen Leitlinien für Neurodermitis angeraten wird, in der Studie erreicht. So konnten Neurodermitis-Schübe mit nur sehr wenigen Mengen an Fluticasoncreme gut behandelt werden.

Quelle: springermedizin.de
basierend auf: Mengeaud V et al.  An Innovative Oat-Based Sterile Emollient Cream in the Maintenance Therapy of Childhood Atopic Dermatitis. Pediatric Dermatology 2014; online 22. Dezember; doi: 10.1111/pde.12464  

 

 

 

 

 

 

 

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