Latexallergie

Latex ist der Milchsaft zahlreicher Pflanzen aus den Familien: Apocynaceae, Cichoriaceae, Euphorbiaceae, Moraceae. Es gibt Latex und Latex

a. natürliches Latex wird vorwiegend in Südostasien aus dem Milchsaft des Parakautschukbaumes gewonnen.

b. synthetischen Latex wird mittels chemischer Synthese-Prozesse erzeugt

Die Soforttyp-Allergie auf Naturlatex (synthetisch erzeugtes Latex enthält kaum ein allergenes Potential) stellt u.a. in Deutschland ein Problem dar. Obwohl die Symptomatik einer speziellen Allergie gegen Latex schon 1929 zum ersten Mal beschrieben wurde, tauchten in den letzten 10 bis 15 Jahren vermehrt Berichte hierüber aufgetaucht. Ihnen läßt sich ein steiler Anstieg der Zahl der betroffenen Personen entnehmen, und in bestimmten Personengruppen leidet ein erheblicher Prozentsatz an den Begleiterscheinungen dieser Allergie, die von leichtem Juckreiz und Hauterscheinungen über Rhinitis bis zum Asthma reichen - sehr selten wird von lebensbedrohlichem anaphylaktischen Schock berichtet.

Latexallergiker finden sich hauptsächlich in den folgenden Hochrisikogruppen:

ärzte, Krankenpflegeberufe, Zahnärzte und das jeweilige Hilfspersonal; der Anteil von Latexallergikern beträgt zwischen 5 und 17%.

Patienten mit Spina Bifida oder urogenitalen Anomalien sowie überhaupt Patienten nach häufigen Operationen. Hier beträgt die Allergierate bis über 70%.

Arbeiter in der gummiverarbeitenden Industrie, bis über 10% sind hier latexallergisch.

All diesen Personen ist gemeinsam, daß sie in der Regel häufig Kontakt mit Latex haben. Das erklärt sich auch sehr einleuchtend: Naturlatex findet sich v.a. in vielen medizinischen Gebrauchsgegenständen, darüber hinaus ist er in unserer technischen und häuslichen Umwelt verbreitet.

Obwohl Naturlatex in großem Maßstab schon seit vielen Jahrzehnten verwendet wird, hat vermutlich erst der in den achtziger Jahren stark zunehmende medizinische Einsatz von Gummihandschuhen (AIDS-Angst!) neben änderungen im Produktionsprozeß bestimmter Gummiartikel zur Zunahme von Latexallergie-Fällen beigetragen. Außerdem sind diese Handschuhe zum angenehmeren Tragen häufig mit Maisstärkepulver gepudert. Von Maisstärke ist aber bekannt, daß sie sehr leicht die allergenen Latex-Eiweißstoffe aus den Handschuhen absorbiert; beim An-und Ausziehen gelangen diese dann in die Luft. Diese allergentragenden Partikel, die entsprechend feinen Schwebstäuben auch noch Stunden nach Benutzung von Latexhandschuhen in der Atemluft verbleiben können, werden in die Atemwege inhaliert und lösen bei Sensibilisierten über allergisch-entzündliche Veränderungen an den Schleimhäuten der oberen und unteren Atemwege eine Entzündung bzw. eine überreaktion der Schleimhaut der bronchien aus, was letztlich ein allergisches Asthma auslösen kann.

Mehreren Veröffentlichungen in der allergologischen Literatur der letzten Zeit läßt sich entnehmen, daß für Latexallergiker die allseits beliebte Zimmerpflanze Ficus Benjamini eine ernstzunehmende Gefahr bis hin zu anaphylaktischen Reaktionen darstellt. Bis zu 50% der Latexallergiker sollen auch gegen Ficus Benjamini sensibilisiert sein. Daher kann jedem Latexallergiker, der in seinen Wohnräumen noch eine derartige Pflanze stehen hat, nur dringlich empfohlen werden, diese schleunigst daraus zu verbannen.