Vitiligo wurde erstmals vor ca. 3.500 Jahren beschrieben. Die Erkrankung ist relativ häufig, nach Schätzungen sind insgesamt 0,5 - 2,0 % der Weltbevölkerung betroffen, in Nordeuropa rechnet man mit 0,5% Betroffenen.

Jede ärztliche Beratung muß das psychische Leiden eines Vitiligo-Betroffenen berücksichtigen. Eine Aufklärung über die Krankheit ist notwendig. Auch muß der behandelnde Arzt über Wirksamkeit und Risiken einer Vitiligo-Behandlung aufklären. Es ist z. B. keinem Vitiligo-Betroffenen damit gedient, daß bei einer 50%igen Repigmentierung der Vitiligo ein unschöner Kontrast zwischen gesunder und vitiligobetroffener Haut sichtbar ist.

Neben therapeutischen Maßnahmen besteht die Möglichkeit der kosmetischen Abdeckung (Camouflage). Hierdurch wird der störende Kontrast zwischen depigmentierter und normaler Haut abgedeckt. Zur Vermeidung eines Sonnenbrandes sind Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren im UVA und UVB-Bereich ratsam, da Vitiligo-Betroffene unter extremer Sonnenempfindlichkeit leiden können.

Auslösung der Vitiligo

Die Vitiligo kann im Zusammenhang mit psychischer Belastung, intensiver Sonnenbestrahlung und Verletzungen der Haut (sog. Koebner-Phänomen) auftreten. Auch im Zuge einer Hormonumstellung (Schwangerschaft, Pubertät) wird über den Ausbruch der Vitiligo in Einzelfällen berichtet. Externe Faktoren können somit in der Auslösung der Vitiligo-Erkrankung eine Rolle spielen. Streß kann das Fortschreiten der Depigmentierung beschleunigen.

Ursache der Vitiligo

Häufig findet man in einer Familie mehrere Erkrankte. Die Bereitschaft, eine Vitiligo zu entwickeln, kann somit vererbt werden. Bis heute sind die Ursachen für die Entstehung der Vitiligo sind allerdings immer noch unklar. Drei Hypothesen werden derzeit in Betracht gezogen:

Bei der Autoimmunhypothese wird angenommen, daß körpereigene Substanzen die Pigmentzellen zerstören

Die Hypothese der Selbstzerstörung (Autoaggressionshypothese) der Pigmentzellen beruht auf der Annahme, daß ein Ungleichgewicht von bestimmten Enzymen in der pigmentbildenden Zelle und toxische Produkte der Pigmentbildung zur Zerstörung der Pigmentzellen (=Melanozyten) führen.

Die dritte Theorie ist die Neurogene (nervenbedingte) Hypothese. Durch einen Stoff, der von Hautnerven abgegeben wird, werden die Melanozyten zerstört. Dies könnte z. B. ds beschleunigt Fortschreiten der Vitiligo bei Streß erklären. Bei Streß könnten z. B. diese Nervensubstanzen vermehrt in die Haut abgegeben werden.

Denkbar ist auch eine Kombination der drei genannten Theorien.

Was bedeutet Vitiligo für den Patienten?

Die meisten Vitiligo-Patienten sind außer ihrem Hautleiden körperlich gesund. Recht häufig wird aber eine Schilddrüsenüber- oder unterfunktion, bzw. eine Schilddrüsenerkrankung gefunden. Aus diesem Grund sollten an Vitiligo Erkrankte regelmäßig bezüglich der Schilddrüsenhormone untersucht werden. Sehr selten können mit einer Vitiligo andere Erkrankungen auftreten: sogenannten Permitiöse Anämie, jugendlicher Diabetes mellitus, Nebennierenfunktionsstörungen oder Nebenschilddrüsenunterfunktionen.

 

 

 

Autor: Hautinfo Redaktion

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1. Warum gilt eine gesunde Bräune als Zeichen von Gesundheit?
Eine gesunde Bräune wird oft mit Wohlstand und Erholung assoziiert. Umfragen zeigen, dass viele Europäer glauben, dass Bräune Gesundheit signalisiert, trotz der Warnungen vor übermäßigem Sonnenkonsum.

2. Welche Hautpflegeprodukte sind für empfindliche Haut geeignet?
Für Menschen mit empfindlicher Haut sind Produkte empfehlenswert, die wenig Inhaltsstoffe enthalten und hypoallergen sind. Es ist wichtig, auf die Bedürfnisse der Haut zu achten und bei Bedarf dermatologische Beratung in Anspruch zu nehmen.

3. Was ist die Photodynamische Therapie (PDT) und wie funktioniert sie?
Die PDT ist ein Verfahren zur Behandlung von Lichtschädigungen und zur Hautverjüngung. Sie hilft, Frühformen von Hautkrebs zu erkennen und zu behandeln, während sie gleichzeitig die Neubildung von Kollagen fördert.

4. Wie kann ich meine Haut im Winter optimal pflegen?
Im Winter ist es wichtig, die Haut mit feuchtigkeitsspendenden Cremes zu schützen, da kalte Temperaturen und trockene Raumluft zu einem Verlust der Hautfeuchtigkeit führen können. Regelmäßige Anwendung von Feuchtigkeitscremes und das Trinken von ausreichend Wasser sind entscheidend.

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