Nahrungsmittelzusatzstoffe

Bereits im Jahr 1957 (Gründung der EWG) wurden die Grundlagen für eine Europäische Union vereinbart. Am 23. Oktober 1962 wurde die erste EG-Richtlinie mit Wirkung auf die Verwendung von Lebensmittelfarbstoffen verabschiedet. Die erste Stufe des sog. Binnenmarktes wurde 1968 erreicht und 1993 wurde der Zusammenschluß vollendet. Damit gilt in der EU die Freizügigkeit des Warenverkehrs, also auch der freie Verkauf von Nahrungsmitteln zwischen den 15 Staaten.

Was an Nahrungsmittelzusatzstoffen in der EU erlaubt ist, mußte von den Politikern ausgehandelt werden und konnte folglich nur ein Kompromiß sein. Für Deutschland ergab sich somit das Problem, daß Stoffe wieder bei uns erlaubt sind, die vorher verboten waren oder nie eine Zulassung hatten. Gerade bei den Farbstoffen, sind potentiell allergieauslösende Substanzen hinzugekommen. Waren es vor der EU-Regelung in der BRD ca. 265 zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe, so sind es seit 1996 ca. 295. Bei vielen Medizinern hat dieses zu sehr heftiger Kritik geführt, ob sich hierdurch allerdings etwas ändern läßt, muß offen bleiben.

Natürlich kommt man automatisch zu der Frage: Wer hat den Nutzen von dieser Ausweitung? Analysiert man die sog. E-Liste der Zusatzstoffe, so muß man zu dem Schluß kommen, daß die großtechnische Produktion von Fastfood, Desserts etc. der Gewinner ist. Die Industrie hat ja schließlich auch Probleme, denn gute Rohstoffe sind teuer. Das Produkt muß problemlos per Maschine herstellt werden können, soll gut ausehen und riechen und muß haltbar sein. Schließlich und endlich will der Verbraucher billig einkaufen und nicht stundenlang in der Küche stehen. Da ist beste Food Technology gefordert, und die braucht nun mal eben solche Zusatzstoffe.

Für einen Allergiker ergibt sich aus der EU-weiten Angleichung momentan kein Vorteil. Es bleibt also nur der kritische Blick auf die Packungsangaben. Oder besser: Fertignahrung meiden und - frisch - kochen (was auch nicht teurer ist, oder können Sie nicht kochen?). Bei Wurst- und anderen Fleischwaren etc. sollte man ruhig mal nach Zusatzstoffen fragen (z.B.: Ist in der Brühwurst Geschmacksverstärker drin?). Als Verbraucher sollte man seine Macht nicht unterschätzen, denn enzymgepowertes Bier auf der Basis von Reis oder Mais hatte bei uns bisher auch keinen Erfolg. Und Italien mag bis heute die deutschen Eiernudeln nicht. Es geht also!

Unsere Kinder, die kleinen Opfer der EU-Nahrungsmittel-Industrie?

Die Industrie produziert nur, was gekauft wird. Wer seine Kinder mit Fastfood und milchschnittigen Rechteckriegeln ernährt, der macht sich schuldig! Die Industrie ist extrem flexibel, also auch wenn ein Fastfood-Produkt nicht - läuft - . Das Produkt verschwindet klanglos vom Markt. Eine Tütenhühnersuppe mit 6 Gramm Trockenhuhn taugt nicht für die Ernährung von Kindern. Testen Sie sich selbst mit zwei Suppentassen. Spätestens nach einer Stunde kommt der große Hunger (weil die Tüte keinen Nährwert enthielt) und dann ...? Der Blick in den Kühlschrank, und dann ...? Ihr Kind will dann naschen, denn Zucker bedeutet Kalorien, die der Körper fordert.

Hier finden Sie ein Kochbuch (?!), das in etwas ungewöhnlicher Weise auf Allergien eingeht ... lassen Sie sich überraschen.