Pflanzen und Nahrungsmittelallergien

Die Sojabohne ist eine Pflanze, die zur Pflanzenfamilie der Schmetterlingsblütler gehört, ebenso wie die grüne Bohne, dicke Bohne, Bockshornklee, Erbse, Erdnuß, Guarpflanze, Gummi arabicum, Johannisbrot (Carob), Klee, Kichererbse, Linse, Luzerne (Alfalfa), Schabzigerklee, Mungobohne, Süßholz (Lakritze), Tamarinde und Traganth. Wer auf Produkte einer dieser Pflanzen allergisch reagiert, kann im Laufe der Zeit eine Kreuzallergie auf andere entwickeln.

Während Soja vor allem als Eiweißersatz und in diätetischen Produkten vorkommt, werden die anderen Vertreter dieser Pflanzen vor allem als Dickungsmittel verwendet, beispielsweise in Fertigprodukten, Pudding und anderen Lebensmitteln. Wer daher auf Soja allergisch reagiert, sollte nicht nur auf Sojaprodukte verzichten, sondern auch die damit verwandten Produkte höchstens in Maßen und mit Vorsicht verzehren.

Für Soja-Allergiker ist das Einatmen von Sojamehl am gefährlichsten, gefolgt von den roh vergorenen Sojaprodukten wie Miso und Sojasaucen sowie rohen und blanchierten Soja- und Mungobohnensprossen. Doch auch aufgrund eines Verzehrs von heiß zubereiteten Sojabohnen, Sojamilch, Tofu und Sojafleisch kann es noch zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen.



Diese Lebensmittel sollten Sie aus Ihrem Speiseplan streichen:

Soja und Sojaprodukte in jeder Form. Es gibt sie als Mehl, Gries, öl, Flocken, Grütze, Paste, Soße, Fleisch, Sojamilch, Käse, Fleisch, Miso (Würzpaste), Sojasauce, Quark (Tofu) und Sojateigwaren.

alle Speisen, die mit Soja bzw. Sojaprodukten zubereitet wurden

Auch in folgenden Lebensmitteln kann Soja enthalten sein. Sie sollten sie daher nur dann verzehren, wenn sie mit Sicherheit sojafrei sind:

Brot, Backwaren, Mehlmischungen

Süßwaren (Schokolade, Pralinen)

Wurst-, Fleischwaren und Zubereitungen

Würzsoßen, beispielsweise Worcestersoße, Sojasauce, Grillsoßen u.a.

Brüherzeugnisse wie Suppen, Soßen u.a.

Mayonnaise

diätetische Lebensmittel

Säuglings- und Kindernahrung

Margarine, öl

Salate (sie können beispielsweise Sojabohnensprossen, Mungobohnensprossen oder Sojasauce als Würzung enthalten)

Fertiggerichte

Essen im Restaurant (vor allem die chinesische Küche würzt viel mit Soja. Als Fleischersatz wird Soja weiterhin vor allem in der chinesischen und indischen Küche verwendet)

übrigens: Wenn Soja einem Lebensmittel künstlich zugesetzt wurde, ist es auf der Verpackung deklariert. Achten Sie daher vor dem Kauf stets auf die Angabe der enthaltenen Bestandteile.



Vorschläge zum Austauschen

Wer auf Sojaprodukte allergisch reagiert, kann auf Kuhmilchprodukte (sofern er diese verträgt) ausweichen. Ansonsten besteht die Möglichkeit, Schaf- und Ziegenmilch zu verwenden.

Sind Sie möglicherweise Veganer? Dann ist ein Verzicht auf Sojaprodukte für Sie problematisch, denn durch Soja haben Sie bislang den Eiweißbedarf Ihres Körpers decken können. Da Eiweiß für Sie - wie für alle Menschen - lebensnotwendig ist, müssen Sie Ihren Bedarf an Eiweiß und Aminosäuren nun durch andere Lebensmittel decken. Holen Sie sich diesbezüglich unbedingt einen fachkundigen Rat von Ihrem Arzt, Apotheker oder einem dafür ausgebildeten Ernährungsexperten.



Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert der Körper auf einzelne Nahrungsmittel oder Zusatzstoffe mit Krankheitssymptomen. Oft reichen schon kleinste Mengen, um die Beschwerden auszulösen. Dagegen hilft nur eines: Lassen Sie alle Stoffe, auf die Sie reagieren, konsequent weg aus Ihrer Nahrung! Auch empfiehlt es sich, auf verwandte Stoffe zu verzichten, da der Organismus im Laufe der Zeit sehr oft auch auf diese allergisch reagiert. Der Mediziner spricht dann von der Entwicklung einer sogenannten Kreuzallergie.



Hier ist Vorsicht geboten!

Besondere Vorsicht empfiehlt sich vor allem bei der Verwendung von Fertiggerichten und beim Essen im Restaurant. Prägen Sie sich die Gerichte gut ein, in denen die Lebensmittel, die Sie nicht vertragen, vorkommen, und verzichten Sie konsequent darauf. Auch ist es möglich, daß Sie einmal allergisch reagieren, obwohl Sie sich streng an die Diät gehalten haben. Vielleicht befanden sich in Ihren Lebensmitteln Stoffe, auf die Sie allergisch reagieren, ohne daß es für Sie ersichtlich war. Möglicherweise wurde das von Ihnen verzehrte Lebensmittel längere Zeit neben einem gelagert, auf das Sie allergisch reagieren. Oder es können Rückstände am Kochgeschirr gewesen sein oder das Tier wurde mit Lebensmitteln, die Sie nicht vertragen, gefüttert bzw. die Pflanze damit gedüngt oder ähnliches.

Versuchen Sie daher bei jeder unvermuteten allergischen Reaktion die Ursache zu ergründen. Nur so schaffen Sie es langfristig, alle Lebensmittel auf die Sie reagieren, zu vermeiden.

Da man oft Schwierigkeiten hat, sich im nachhinein an alles, was man gegessen hat, zu erinnern, hat es sich als nützlich erwiesen, zur Gedächtnisstütze ein Ernährungsbuch zu führen. In dieses werden jeden Tag alle verzehrten Lebensmittel eingetragen und die Beschwerden - sofern welche auftraten - notiert. So können Sie später vergleichen, ob Sie beim Auftreten von Beschwerden gleiche Produkte verzehrt haben und diese dann zukünftig ebenfalls aus Ihrer Ernährung streichen.

Diese Pflanzen bzw. deren Produkte können Ihre Allergie auslösen:

Zur Pflanzenfamilie der Süßgräser gehören neben Weizen und Roggen auch Dinkel, Grünkern, Gerste, Hafer, Hirse, Mais, Reis, Zitronengras, Zuckerrohr, Bambus (Bambussprossen) und andere Gräser.

Wer auf ein Getreide allergisch reagiert, kann durchaus andere Sorten vertragen. Doch ist es möglich, daß er auf weitere im Laufe der Zeit eine Kreuzallergie entwickelt. Es empfiehlt sich daher beim Vorliegen einer Getreide-Allergie auch die Sorten, auf die keine Allergie besteht, nur in Maßen und nach dem Erhitzen (also nicht roh) und mit Vorsicht zu genießen.

übrigens: viele Getreide-Allergiker vertragen Reis. Vielleicht ist es auch bei Ihnen einen Versuch wert.



Diese Lebensmittel sollten Sie aus Ihrem Speiseplan streichen:

alle Getreidesorten, auf die eine Allergie besteht, samt Zubereitungen. Hierzu zählen beispielsweise:

Nährmittel Brot, Brötchen, Zwieback, Knäckebrot, Knabbergebäck, süßes Gebäck, Kuchen, Teigwaren inkl. Nudeln, Müslimischungen, Polenta, Breie usw.

Süßwaren Popkorn, Schokolade, Cornflakes, Müsliriegel, Kaugummi, Joghurtspeisen, Quarkspeisen, Pudding und andere angedickte Süßspeisen sowie Dessertsoßen u.a.

Getränke vor allem alkoholische Getränke wie Bier, Branntwein, Whisky usw.

Fertiggerichte praktisch alle, denn Mehl und Stärke wird zum Andicken verwendet. Auch Reisgerichte, Panaden, Suppen, Soßen, Essen im Restaurant

Weiterhin kann Getreide enthalten sein in Salaten (beispielsweise in Form von Weizenkeimen, Bambussprossen u.a.). Auch Produkte und Arzneimittel gegen Verstopfung beinhalten häufig Getreide, zum Beispiel in Form von Ballaststoffen wie Kleie und ähnlichem.



Vorschläge zum Austauschen

Verwenden Sie zum Binden beispielsweise Gelatine, Sago, Agar-Agar oder Kartoffelstärke. Zum Backen ist anstelle von Getreidemehl ein Mehl aus Nüssen oder Hülsenfrüchten, beispielsweise Sojamehl, geeignet oder nehmen Sie Mehl aus Maronen oder Buchweizen.

Darüber hinaus bietet die Hammermühle den Rüben-Ballaststoff - Fibrex - an. Er kann als Bindemittel, Paniermehl oder als Ballaststoff anstelle von Getreideprodukten verwendet werden.