Masern: Komplikationen

Komplikationen

Die meisten Erkrankungen verlaufen unkompliziert, bei ca. 20–30 % der Fälle kommt es aber zu weiteren Symptomen und Komplikationen, wobei Durchfall (ca. 8 %), Mittelohrentzündungen (7 %) und Lungenentzündungen (6 %) häufiger auftreten.

Die Todesfallrate liegt zwischen 1:10.000 bis 1:20.000.

Was sind die gefürchtetesten Komplikationen:

Lungenentzündung (Masernpneumonie)

Unter einer primären Masernpneumonie wird eine Lungenentzündung mit dem Auftreten einer interstitiellen Pneumonie mit Entzündung der kleinen Bronchien (Bronchiolitis) verstanden, die zu einer Einschränkung der Atmung führt.

Dann kann es durch Schädigung des Epithels der Atemwege zum Aufsetzen von bakterielle Infekte kommen.

Eine seltene Form der viralen Pneumonie ist die Riesenzellpneumonie.


Meningoenzephalitis

Die Entzündungen des Gehirns und der Gehirnhäute (Cephalitis, Meningoenzephalitis) sind selten (bei 0,1 -0,2 % der Patienten), verläuft jedoch in 15–20 % tödlich. Bei zusätzlichen 20–40 % bleiben dauerhafte Schädigungen des Gehirns zurück.

Die Meningoenzephalitis entwickelt sich drei bis elf Tage nach Exanthembeginn.


Patienten über sechs Jahren erkranken häufiger als Kleinkindern. Es zeigt sich Fieber, Kopfschmerz, meningealer
Reizung (Nackensteifigkeit, Erbrechen), gelegentlich auch Bewusstseinseinschränkungen und Koma. Schwere
Verlaufsformen können auch epileptische Anfällen und anderen neurologischen Funktionsstörungen wie Lähmungen zeigen.

Bei Kindern mit angeborenen oderaufgetretenen Immundefekten kann es in seltenen Fällen zu einer besonderen Form der Gehirnentzündung durch Masernviren kommen („Einschlusskörperchenenzephalitis“, measles inclusion-body encephalitis). Diese Komplikation zeigt sich in der Regel meist innerhalb eines Jahres nach Maserninfektion mit schwer behandelbaren fokalen Krampfanfällen und endet meist innerhalb von wenigen Monaten tödlich.

Subakute sklerosierende Panenzephalitis

Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ist eine Spätkomplikation nach Maserninfektion, die eine generalisierte Entzündung des Gehirns mit Nerven-Entmarkung (Demyelinisierung) und schwersten Schäden nach sich zieht und immer tödlich endet.
Die Erkrankung tritt Monate bis zehn Jahre nach einer Maserninfektion auf, im Durchschnitt nach sieben Jahren.


Es lassen sich drei Stadien der SSPE abgrenzen.

1. psychische Störungen und Demenz

2. Muskelkrämpfe (Myoklonien) und epileptische Anfälle

3. Dezerebrationssyndrom, bei dem das Großhirn stark geschädigt ist



Keratitis der Hornhaut (Auge)
Es zeigen sich viele, punktförmige Läsionen der Hornhaut mit dem Risiko einer Erblindung.


Weitere Komplikationen sind Blinddarmentzündungen (Appendizitis), Leberentzündung (Hepatitis),
Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Nierenentzündung (Glomerulonephritis) oder ein Abnehmen der Blutplättchen (thrombozytopenische Purpura) mit dem Auftreten von Gerinnungsstörungen.